20 September 2026

vergiss „früher“! lauf „jetzt“ trotz alledem und alledem. Tegernseelauf 2026

Bevor das „Früher“ hintenüberfallen darf, spielt es beim Tegernseelauf zunächst diese Rolle: da bin ich früher - also als ich noch wirklich einigermaßen flott laufen konnte - nie mitgelaufen weil zeitgleich immer der Karlsfelder Seelauf stattfand, der näher und günstiger war und - weil die Promis am Tegernsee liefen - mir die Möglichkeit auf einen guten Platz eröffnete.

Der Tegernseelauf hat aber durchaus auch einiges an charmanten Punkten zu bieten: super Landschaft!

Angereist am (Sams)Tag vor dem Lauf mit dem Mobil unternahm ich nach Startnummerabholung, längerem BiergartenRatsch mit dem seit acht Jahren nicht mehr real gesehenen aber nie aus dem Mitlesefokus verlorenen Mitblogger Jörg und seiner Frau und einem Bad im ca. 18°C kühlen Tegernsee, noch einen gemütlichen Abendspaziergang.

Zweiter und für mich bedeutender Positiv-Punkt beim Tegernseelauf: der Zehner, für den ich mich schon vor längerem angemeldet hatte, hat sozusagen keine Zielschlusszeit. Er wird zusammen mit dem Halbmarathon gestartet und alle dürfen sich 3:30h Zeit nehmen um ins Ziel zu kommen. 

Man muss lediglich flott sein bei der Anmeldung - dort laufen nicht nur durch‘s in erster Linie Laufen prominente Nasen sondern auch welche, die mensch aus dem TV kennt und die Läuferschar pilgert - man liest es an den Autokennzeichen und hört es an den SprachIdiomen deutlich - von nahezu überallher nach Gmund am Tegernsee und möchte mitlaufen. Nun also in diesem Jahr auch ich.

Die Hauptdistanz - den Halbmarathon, der einmal um den See führt - traute ich mir realistischerweise nicht zu bzw. hätte ich mir - selbst wenn ich in der Zielzeit durchgekommen wäre - meine ohnehin angemackelte (Haglund)Ferse komplett ruiniert. Bisschen Bescheidenheit, Vernunft und Bequemlichkeit darf auch sein für eine, die der Eventlauferei doch ohnehin längst abgeschworen hatte.

Morgens - dank Ohropax auch an lautem Bundesstraßenparkplatz mit Fußläufigkeit zum Startpunkt wunderbar ausgeschlafen - ohne großen Ballast die zwei Kilometer zum Start spaziert. Hier knubbelten sich auf relativ engem Gelände ziemlich unübersichtlich ziemlich große Läufermassen. Ich begab mich ins Schlussfeld und wartete relativ gelassen aber die lange nicht mehr genossene spezielle Atmosphäre genießend auf den um zwanzig Minuten verspäteten Laufstart.

Heiß war es, sonnig war es. Schwer fiel es mir durchaus. Obwohl ich nie riskierte, es in Quälerei ausarten zu lassen. Schon allein der sicherheitshalber bandagierten Problemferse zuliebe nicht. Nun war ich ja fast ganz am Ende gestartet, doch immer mal wieder überholten mich schnellere Marschierer und Walker. Dachte ich mir so: „Vielleicht wäre auch für mich das Walken ergonomischer“. Aber Pustekuchen! Dann werde ich auch dabei mit meinen kurzen Beinchen und der seit den orthopädischen und arthritischen ProblemUmbauten im krachenden Rücken, der  seltsamen Beinhebeproblematik unergonomischer als (Achtung!) „früher“  und  NOCH langsamer. Muss also wohl oder übel größtenteils schleichjoggen mit nur wenigen Walkpausen. Was sich für mich flott und dynamisch anfühlt. Echtjetzt. 

Und das beste daran: es hat mir auch wirklich Spaß gemacht!

Und was sagt die Ergebnisliste? Mit meiner Zeit von 1:21:03 war ich zwar ziemlich weit hinten  aber noch lange nicht letzte (was mir im übrigen auch egal gewesen wäre). 

Noch ein Ratsch nach dem Lauf und ein weiteres Bad im Tegernsee.

Am Rande bemerkt: es war der sechzehnte Badetag in Freigewässer für diesen September. Zur Streakerin (eine Serie ohne Unterbrechung täglich durchziehen) tauge ich auch beim Baden  und beim Laufen erst recht nicht. Diese Anforderung des „nicht abreißen lassens“ - auch wenn sie lediglich von mir an mich erfolgt - würde mich ungebührlich unter Stress setzen und so habe ich mir vor einigen Wochen das Ziel gesetzt: „Mal sehen, wie oft pro Monat ohne nennenswerten Stress und Verrenkungen für mich geht“. 

Ich werde irgendwann vermutlich berichten 🙂


18 Kommentare:

Martin hat gesagt…

Glückwunsch Lizzy … „läuft“ bei dir. 😁💪

Jörg hat gesagt…

Liebe Lizzy,

es war schön, dich ml wieder getroffen zu haben und irgendwie mit dir zusammen gelaufen zu sein.
Bis bald mal wieder.
Jörg

regenfrau hat gesagt…

Liebe Lizzy,
nicht nur überlebt ;), sondern auch noch Spaß dabei gehabt, Bloggerfreunde getroffen, und eine hübsche Medaille eingeheimst! So geht das! :D
Wen interessiert "früher", wenn "jetzt" so aussieht.

lizzy hat gesagt…

Zumindest schleicht‘s vorwärts 🤗

Danke!

lizzy hat gesagt…

Fand‘ ich auch schön, Jörg!

Genau - bis bald! 👋

lizzy hat gesagt…

Liebe Doris,

Stimmt! Dieses „Jetzt“ kann sich sehen und leben lassen .

Die Medaille war natürlich der eigentliche Grund für die Anmeldung 😁

Catrina hat gesagt…

Lizzy!! Herzlichen Glückwunsch! 🥳 Was für ein herrliches "post-race" Föteli! Dieses riesige glückliche Grinsen ist doch viel aussagekräftiger als jede Ergebnisliste!
Wunderbar hast du das gemacht: richtig Spass haben und vernünftig mit dem Körper umgehen. Genau so soll es sein! Gute Erholung!

Übrigens: genau wie du mag ich das Wort "früher" gar nicht. Bei uns zu Hause ist es sogar komplett verboten! 😂
Und noch was: 16 Badetage im September ist ja FAST ein Streak!

lizzy hat gesagt…

Ein „früher“-Verbot ist ja mal wirklich cool, Catrina 😁

Danke für‘s Mitfreuen und inzwischen sind es schon 17 Tage 😉 Im Grunde ist es ja auch eine Frage, wie man die Serie definiert. Wenn ich sie als „Monate mit 20 Außen-Badetagen“ definiere und die in jedem kommenden Monat schaffe, hätte es noch eine Gelingchance. Definiere ich den Streak als „Serie von Monaten mit mindestens 15 Badetagen“ (der gefällt mir, glaube ich 🧐) wäre der Anfang schon in trockenen Tüchern.

Anonym hat gesagt…

Glückwunsch, liebe Lizzy.
Im August beim Firmenevent etwas eingelaufen und dann im September ausgedehnt auf 10 km.
Gruß Sigrid

Oliver hat gesagt…

Wer nicht grade höchst-ambitioniert um Treppchenplätze läuft, sollte vor allem eins bei solchen Veranstaltungen mitbringen und haben: Spaß! Und daran hat es offensichtlich nicht gemangelt, also alles richtig gemacht und dazu gratuliere ich sehr ausgiebig :-)

lizzy hat gesagt…

Danke dir, liebe Sigrid 🙏

genau! Nur ein bisschen mehr als beim B2run … wobei die Anmeldung für den Tegernseelauf länger her und der Anfang war 😉

lizzy hat gesagt…

Danke für den Glückwunsch!

🎉🎈 🥳 Spaß- genau! So! Muss! Es! Sein! Oder um es mit der Bibel auszudrücken:

… und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen
hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts….

(Denn was wäre Liebe anderes als Spaß/Freude? ;)

Martin hat gesagt…

Wie heißt es so schön? "Wer länger läuft, hat mehr vom Lauf!"
Und bei dem pittoresken Szenario hast du somit alles richtig gemacht. Was ist das schön da! Hach...

lizzy hat gesagt…

Sagen wir so, Martin: es war weitgehend alternativlos, es so zu machen. Hätte ich die Möglichkeit, vorne mitzuspielen, fände ich das auch prima ;-) Es gibt eben viele „anders Schön“s im Leben und beim Laufen und Sport sowieso.

Elke hat gesagt…

Liebe Lizzy,
Glückwunsch zum Finish! Was interessiert da früher. Alter gibt Weisheit und man kann immer nur in den Rahmenbedingungen des HEUTE agieren. Also alles richtig gemacht, mit Spaß und Freude am schönen Tegernsee einen 10er hingelegt und noch alte Bekannte getroffen.
Herz, was willst du mehr!
Liebe Grüße, Elke

lizzy hat gesagt…

Liebe Elke,

Danke dir 🙂 Dann warte ich mal geduldig auf die Weisheit und das Herz will … ja doch immer mal wieder mehr ;-)

Manfred hat gesagt…

Liebe Lizzy,

toll, dass du bei einem solchen Event dabei warst! Ich gratuliere dir zum erfolgreichen Finish und diesem tollen 'Sieger'-Föteli! Die Zeit ist doch wurscht, Hauptsache du hattest Spaß. Das entnimmt man ja nicht nur aus dem Text, sondern auch dem Foto!

Nur das mit dem Früher sehe ich ein wenig anders. Wenn ich es nicht benutzen wollen sollte, dann käme ich, auch in Gedanken, gar nicht mehr zu all den schönen, tollen, bewegenden (Abenteuer-)Läufen! Ich schwelge gerne mal in Erinnerung, obwohl ich weiß, dass die Zipperleins zunehmen und ich nur noch wandernd und marschierend unterwegs sein kann!

Sei's drum, du handhabst es wohl anders und triffst aber auch meine Einstellung zum Heute! Ich genieße mein Heute und bin dankbar es erleben zu können!

Hoffentlich haben sich nicht allzu viele Körperregionen danach gemeldet oder haben gestreikt!

Liebe Grüße Manfred

lizzy hat gesagt…

Lieber Manfred,

in einem anderen FolgePosting habe ich auch Catrina schon geschrieben, dass ich das früher-Verbot für mich doch nicht in Betracht ziehe weil es - wie du ja hier auch völlig zutreffend anmerkst - auch positive Verbindungen zum Heute herstellen kann. Lediglich die „früher war alles besser“-Töne, die mag ich - zumindest für mich, andere können das selbstverständlich halten, wie sie wollen - für mich gar nicht.

Ein paar Zipperlein haben sich schon zu Wort gemeldet und tun es nach der auf den Lauf folgenden Urlaubswoche mit viel Bewegung auch zu Hause noch ein bisschen. Aber das ist ja auch irgendwie normal.