27 Dezember 2020

Buckelpiste 2020 - so war's

 Postiv anfangen - das Gehoppel:

Die für 2020 im Kilometerspiel als Jahresziel verkündeten 2020 Laufkilometer habe ich - trotz Wirbelbruch (wusste ich ja erst Wochen später, dass es einer ist ;) und Gichtfuß geschafft! Ohne den Hauch einer nennenswerten Geschwindigkeit aber mit dem mir eigenen Hang zur Zwanghaftigkeit und seitlichen Dauerscheuklappen. Ich.wollte.es.schaffen! Zefix! Und hat ja funktioniert :o) Dritthöchster Wert seit Laufbeginn im Jahr 2004.

Was soll läuferisch 2021 passieren? Vermutlich weniger. Wandern ist angesagt und hoffentlich ein paar schöne Touren. Mit dann noch hoffentlicher wieder geöffneten Grenzen, Schwimmbädern, Saunen, Konzerthäusern, Stellplätzen, Gaststätten ... *hachseufzend*

Ob ich die 2020 ausgefallenen Laufveranstaltungen mit auf's kommende Jahr verschobenen Startplätzen im persönlichen Kalender unterbringen werde ... wird sich zeigen. Beim derzeitigen Schneckentempo wären Halbmarathonteilnahmen mit z. T. auch ordentlich Höhenmetern schon arg verrückt.


Postiv über - die Buckelpiste:


Ich nenne ihn den "C-C-Buckel" und nehme zum Ende hin nun doch einmal das böse Wort in die Tasten: Corona, die geschlossenen Fitnessstätten, kürzere Wege wegen häufigem Homeoffice und vermutlich auch ein bisschen die psychische *narg*-Verfassung machten auch mich wieder fett(er). Das zweite C steht für den immer gut gelaunten Mit-Koch, Mit-Esser und vor allem Mit-Weintrinker in dieser ansonsten doch ein wenig eingeschränkten Zeit, den ein gnädiges Schicksal uns zur Gesellschaft für einige Monate ins Haus gespült hatte.

We had joy, we had fun
We had seasons in the sun
To much wine and the song
Like the seasons have all gone

*träller* 

Nun - so ganz und gar ist der Wein nicht "gone" - ab und zu ein Gläschen darf schon noch bzw. darf schon wieder. Der Buckel ist weg und dank restriktiver - aber dennoch immer leckerer und reichhaltiger - Ernährung hat sich auch die Gicht nicht mehr zu Worte gemeldet. Geht doch!


Positiv weitermachen - das ist der Plan für's kommende Jahr :-)


Rutscht alle gut - aber nicht aus! Immer schön auf die Buckel achten ;)






13 November 2020

In den garstigen Klauen der Gicht

Die Aussicht auf körperlich fittes Altern und ein späteres Dasein als rüstige Rentnerin; unterwegs in Bergen, Welt und bei Laufveranstaltungen, sie bröckelt dahin .. dahin ... und meine Neigung zum persönlichen Datenexhibitionismus lässt es mich hier öffentlich bewehklagen.

Langsam wichen die Mobilitätseinschränkungen infolge des Wirbelbruchs als mich - aus nicht gänzlich aber doch relativ heiterem Himmel - ein Gichtanfall im großen rechten Zeh erneut erlahmen ließ. Gründlich! Unvorstellbar für nicht-Betroffene, wie schmerzhaft so ein Zeh sein kann. Bestätigt von Mitleidenden: es soll an Geburtsschmerzen heranreichen , was ich durchaus bestätige.

 Auch der Wirbelbruch war äußerst schmerzhaft. Dort reichten aber jeweils eine- und insgesamt nur zwei davon - freiverkäufliche IBU 400 für einige Schlafstunden. Während die Gichtschmerzen mehrere Tage lang auch mit den vom Arzt verschriebenen IBU800 nicht weniger werden wollten und lediglich halbstündige gnädige Erschöpfungsschlafphasen erzwangen. Es zu beschreiben ist fast nicht möglich - es nicht noch einmal erleben zu müssen, bin ich bereit, alles mir mögliche zu tun.

Ein chemotherapieartiges Akutmedikament der Herbstzeitlosen, bei dem die Wirkung im Grunde in einer Vergiftung besteht, habe ich ohne Zögern eingepfiffen. Hätte vermutlich auch mein Todesurteil unterzeichnet, wenn dadurch Linderung in Aussicht gestellt worden wäre. Erstaunlich übrigens, dass schon die alten Ägypter vor mehr als 3000 Jahren erkannt hatten, dass die Herbstzeitlose gegen Gicht und Rheuma wirkt und verstanden, die Dosierung im wirksamen aber nicht tödlichen Bereich zu halten (was garantiert auch nicht immer gelungen ist - außerdem erkennt man daraus unschwer, dass die Krankheit auch ohne industriell verarbeitete Nahrungsmittel - die sie allerdings in heutigen Zeiten noch zusätzlich anfeuern  - ausbrechen kann und konnte).

Überhaupt sind die gegen Gicht verfügbaren Medikamente extrem nebenwirkungsreich und werden kritisch selbst in Fachkreisen kontrovers aber tendenziell ablehnend  diskutiert. Als besserer Schalthebel gilt immer noch die Anpassung des Lebensstils mit Gewichtsreduktion in den Normalgewichtsbereich und Vermeidung diverser Lebensmittel. 

Eine Garantie, keinen Anfall mehr zu erleiden, ist das immer noch nicht. Die Kristalldepots wurden in Organen und Gelenken lange aufgebaut - es gab Warnschüsse aber ich habe sie nicht korrekt interpretiert! - und es wird Jahre dauern, sie - wenn überhaupt jemals - wieder komplett aufzulösen und abzubauen. Gicht als Stoffwechsel-Krankheit?-Besonderheit?-Anlage? ist nicht heilbar sondern man hat lebenslänglich. Die Neigung dazu bleibt und tanzt einen geimeinsam-metabolischen Reigen mit Diabetesneigung, Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten. Kenne ich alles.

Und es nützt ja auch nix, zu lamentieren: "Der oder die ist aber viel dicker als ich und isst viel mehr und bewegt sich viel weniger und hat das nicht!" Tja - ist eben so. Von Gerechtigkeit auf Erden war bei der Geburt keine Rede. Gab's keine Versprechen und Verträge für.

Man geht von ca. 5% der Frauen aus, die von der Anlage betroffen sind und ca. 20% der Männer. Bei ungefähr einer von 100 Frauen bricht  sie hierzulande aus. Lottogewinne sind seltener und kommen trotzdem vor. Wenn auch nicht bei mir - ich bekomme Gicht ;)

Goethe, ebenfalls Opfer der Gicht und theoretisch wie praktisch gut vertraut mit allen denkbaren Medikamenten von Arnika über Bilsenkraut bis Opium, zeigte sich früh als Medikamentenskeptiker und lässt im FaustI seinen Dr. Faust über sich und die Kollegen seiner Zunft sagen:

"Hier war die Arzeney, die Patienten starben,
Und niemand fragte: wer genas?
So haben wir, mit höllischen Latwergen,
In diesen Thälern, diesen Bergen,
Weit schlimmer als die Pest getobt. 

Ich habe ſelbſt den Gift an Tauſende gegeben,
Sie welkten hin, ich muß erleben
Daß man die frechen Moͤrder lobt."

 

Die Medikamente für den akuten Anfall habe ich eingworfen - langfristig setze ich auf Lebensstiländerung. Ein BMI <25 soll laut Fachliteratur angestrebt werden. Meiner steht aktuell bei 27.

Einige Lebensmittel werden schon als Begriff aus meinem Wortschatz gestrichen. Dazu gehören Bier (kein Problem), Innereien (ich mag die schon, aber soviel ist mir das nicht wert), Schalen- und Krustentiere (Muscheln mag ich eh nicht, Hummer und Austern hab ich nie versucht und werde das eben auch nie tun; um Krabben, Garnelen und co. ist es schade aber kein Drama) und die Haut von Tieren (da blutet mir ein bisschen das Herz ... aber nützt ja nix ...) . Da auch Fructose, die den meisten süßen Industrielebensmitteln reichlich zugesetzt wird, zu den ganz ganz Bösen gehört, wird auch mein heißgeliebtes Eis weitgehend rausfliegen. Eine dicke Träne insbesondere der Sorte "salted caramel von Mövenpick" zum Abschied ;'-(

Anderes wird zunächst gestrichen und dann, wenn die ersten Gewichtsmeilensteine erreicht wurden, in kleinen Mengen wieder zugelassen. Das Abnehmen muss langsam erfolgen, da auch Diäten mit starker Kalorienreduktion das Ausfallen der Harnsäure als Kristalle provozieren und damit einen Anfall auslösen können. 

Schnell geht bei mir ohnehin nicht. Bei einem Tages-Grundbedarf von ca. 1.500kcal/Tag (kleine Frauen jenseits der Wechseljahre haben da die Arschkarte) bräuchte es fast eine Woche Nulldiät, um ein Kilo Fett zu verbrennen. Etwas realistischer - zumindest beim gleichzeitigen Hochschrauben des Kalorienverbrauchs durch Bewegung - ist also die Erwartung, monatlich max. ein Kilo davon abzubauen und meine früheren Erfahrungen betstätigen das - dazu kommen unvermeidliche Zeiten mit vermutlich auch - hoffentlich nur kleinen -  Rückschlägen und Plateaus. Womit ich wieder auf Kurs bin zum: Mit 60 unter 60.

War ein harter Wegweiser nach Verirrung in die falsche Richtung. Aber wirkt hoffentlich!

Zugegeben: in der Woche vor dem Anfall oder sogar schon in zwei Vorwochen hatte ich es geradezu "gerufen" und - wer kennt schon Risikofaktoren für eine Krankheit, von der er nicht weiß, das er sie hat? - so ziemlich alles gehäuft getan, was mit Gicht verboten ist.

Gut daran: jetzt weiß ich es wenigstens. Vielleicht besser, als - unwissend - an der unteren Schwelle immer weiter Kristalldepots in Gelenken, Organen und Haut aufzubauen.

 Sauerkirschsaft soll - warum auch immer - eine sogar nachgewiesene Wirkung beim Abbau der Harnsäure haben. Ein heißer Dank von mir an die großherzig-empathische Päckchenschickerin, die dafür sorgte, dass ich in Rekordgeschwindigkeit an den Stoff kam, den ich selber hier noch nicht hatte auftreiben können.

 

Denn selbstverständlich habe ich inzwischen ALLES - zum Teil auch widersprüchliche - gelesen, Ernährung und Verhalten werden entsprechend umgemodelt - ein bisschen problematisch könnte das mit dem ruhigeren und gemütlicherem Angehen der Dinge werden (denn auch Aufregung und sogar körperlich starke Belastungen wie OPs, Verletzungen - siehe Wirbelbruch - können Auslöser sein. Ein Gruß vom Cortisol ...), dazu muss ich noch die Mittel für Hirnwäsche finden .... ich fang' mal damit an, wieder mehr grünen Tee zu trinken. Hab' ich dieses Jahr noch gar nicht ... und überhaupt gilt als goldene Regel: nur nicht dehydrieren! (kann auch einen Anfall auslösen).


 

Nicht nur Sauerkirschsaft sondern auch Mineralwasser mit Hydrogencarbonat soll günstig wirken und da unser Trinkwasser zwar sauber aber arm an Mineralien ist, gibt's jetzt hier eben Mineralwasser mit den entsprechenden Werten. Und wenn ich unterwegs bin, werde ich nicht mehr nach lokalen Bierspezialitäten Ausschau halten, sondern nach geeigneten Mineralwassern. Vulkanische Gegenden sind aussichtsreiche Quellen - und schöne Thermen gibt's dort auch meistens.

Auch bei Hobbys gilt es, flexibel zu bleiben ;-)


 
Weiteres gepriesenes Hausmittel: Sellerie. Hier im Backofen mit wenig Olivenöl bepinselt und einem Ei drüber gebacken 
 
(Eier und Milchprodukte sind - im Gegensatz zum bösen Fleisch - purinarm und damit günstig und dem Abbau der Harnsäure förderlich. Merke: "gesund" ist kein universell gültiger Begriff bei Lebensmitteln sondern durchaus je nach Anlage und Lebensstil ziemlich individuell.)
 
Auch Selleriesuppe,   Möhren-Orangen-Suppe  standen bereits auf dem Plan und viele weitere werden folgen. Im Grunde macht es ja auch Spaß, sich ab und zu in neuen Ernährungsmustern auszutoben.
 


So sah das heutige Frühstück  aus und hatte nur ca. 300 kcal: als Rohkost Sellerie, Spitzpaprika und Tomate mit Radieschenkresse, Pfeffer und etwas Walnussöl. Dazu zwei selbstgebackene Körnercracker mit Quäse und einem Spiegelei. Da kann frau doch nicht meckern!

Die ersten 4 Jogging-Kilometer habe ich heute, 10 Tage nach Beginn des Anfalls trotz noch empfindlicher und leicht angeschwollener Stellen am Fuß auch wieder absolviert. Ob die erhofften 2020 Kilometer für das Jahr 2020 noch erreichbar sind? Vermutlich eher nicht ... aber sei's drum. Es ist, wie es ist.





25 Oktober 2020

goldene Oktoberblätter

 

So wunderbar kann es sein, durch die Hölle zu gehen!

 

dazugelernt: der Rennsteig ist  Höllenanrainer und außerdem gibt's dort ein Wanderdrehkreuz.

 

 

zunächst ein morgendlicher Blick aus höheren Spähren auf das Tal des gefallenen Engels  


 

Abwärts geht's durch den Herbstwald

 


vorbei an imposanten Felsformationen und alten Bergwerkstollen, die Selbitz entlang und sie querend


Empfehlenswert im Anschluss: ein Besuch der himmlischen Thermenlandschaft in Bad Steben

 


 
Auch an anderer Stelle kam ich dem Leibhaftigen nochmal nahe - vor wenigen Monaten wäre das Unterfangen "Teufelstisch" fast im Wortsinn beendet worden; diesmal überraschend weil beim kurzen Zwischenhalt zum Beine vertreten nichts davon ahnend,  von der anderen Seite in Tischnähe angeschlichen, blieb alles problemfrei.


 

 Es lockten auch Orte mit menschlichen Bewohnern: Kronach, die Lucas-Cranach-Stadt zum Beispiel



Von Kronach nicht weit entfernt (ca. 30 Kilometer) lässt sich Coburg mit der eindrucksvollen "Veste Coburg" besichtigen.. Für mich nur ein halber Tag, wäre es mindestens einen ganzen wert. Wenn nicht noch mehr!

 

 An dieser Lutherstätte verlaufen die Wanderwege Lutzerweg und Jakobsweg in Ökumene

Die An- und Aussichten farbenfroh und abwechslungsreich


Burgen und Ruinen im Umkreis, wohin das Auge schweift.


Beim folgenden Foto schweifte das Kameraauge über die Rhön

 

 Weitblicke auf dem HochrhönerWanderweg

 

Wälder

 

Stimmungen


  

 
Viel Atmosphäre auch im "Schwarzen Moor"
 

 
Moorwasser und Moorpflanzen. Viel Vogelsang.
 


Die Wege allerdings und der Parkplatz - anders als die Fotos vermuten lassen - trotz Wochentag außerhalb der Ferien in den umliegenden Bundesländern stark frequentiert von Ausflüglern.

 

Nicht weit entfernt Bad Kissingen an der Saale mit den wunderbaren Kissalis-Thermen.

Eingerahmt von bewaldeten Höhen und auch hier: Burgen und Ruinen



Wie bunte Blätter von den herbstlichen Bäumen fielen im Oktober die Blätter vom  Kalender


Darunter natürlich auch wieder Familientage im Bayerischen Wald

und bei Oma in München.

 

Worauf ich im Oktober lieber verzichtet hätte: auf die (verspätete - passiert ist es beim Absturz aus dem Alkovenhochbett im Wohnmobil Ende August) Diagnose "Deckenplattenimpressionsfraktur".
 Aber nützt ja nix - ganz ohne Blessuren und Abnutzung geht's ja eh nicht im Leben.

 







26 September 2020

Kanuseensucht mit Thermenabspann

 Altmühlsee und Altmühl-Therme


Wenn noch Urlaub ist, der Wetterbericht aber für die ursprünglich angepeilten Gegenden Regenwetter und Kälteeinbruch verheißt, Wärme und gelegentliche Sonne dagegen für's Bayernland nur in Franken zu erwarten ist, dann fährt das flexible Kanuten- und Wohnmobilistenpaar eben nach Franken.

Konkreter: an den Altmühlsee im Fränkischen Seenland. Alle dortigen Seen noch recht jung weil erst vor 50 Jahren mit der durchgängig künstlichen Anlage dieser Seen begonnen wurde.



Wind- und Kitesurfer dominieren das Wassersportbild, vormittags beim Aufbau des Kanus bläst eine ordentliche Brise, die just nachlässt als wir gegen 13:00 Uhr mit dem Kanu lospaddeln.



Der See liegt ruhig vor uns, am Himmel wechseln sich Wolken- mit Sonnenspielen ab.



Im Nordwesten des Sees eine große und weiträumig abgesperrte Vogelschutzinsel mit dichtem Land- und Uferbewuchs. Von weitem sind diverse Wasservögel zu sehen und vor allem zu hören.



Die Badestrände für Boote gesperrt; viele Badende sind an diesem Donnerstag nicht zu sehen.



Einige Uferbereiche gut zum Anlegen und Pausieren geeignet, gönnen wir uns nach halber Seeumrundung eine ausgiebige Nachmittagspause.



Weiter paddelt's - vorbei an Bootsanlegestellen, Camping- und Spielplätzen, Schilfuferbereichen mit Anglern und anderen Ruhesuchenden.


 

Römische Galeere voraus!

 




Wirklich sportbetont war der Nachmittag ja nicht - mehr so die Variante für die angehende Rentnerin mit "Rücken" - Letzterer gab sich durchgängig friedlich. Die Hüften ebenso. 

Dazu passend ein friedliches Sonnenuntergangsradler auf der Bank am See. Später durfte uns der Regen ein Schlaflied auf's Wohnmobildach prasseln.

Den Mächten und GötterInnen aller philospisch-weltanschaulichen oder auch religiösen Richtungen in einer kleinen bezaubernden Kirche des Dörfchens Aha ein Dankeschön dagelassen.
 
unter anderem auch für die reiche Fallobstmitgabe am Wegesrand

Treuchtlingen, ein etwas verbautes Örtchen im Altmühltal, verfügt über einen sehr reizvollen Anziehungspunkt: die Altmühl-Therme. 

Dort verbringen wir vier genussvolle Stunden, kaufen anschließend vor Heimfahrt ins verregnete München, wo uns drei ob des Mistwetters schlecht gelaunte Katzen erwarten und sofort belagern, auf dem Wochenmarkt diverse regionale Spezialitäten ein, gönnen uns ein eher fastfoodlastiges aber nichtsdestotrotz leckeres Mittagsmahl und erklären die Urlaubstage für optimal ausgenutzt!



23 September 2020

Kanu-Kurztour auf der Loisach ab Kochelsee

Die grobe Idee lautete: vom Kochelsee mit dem Kanu an einem Tag bis Wolfratshausen zu paddeln. 

Die grobe Entfernungsschätzung ergab knapp 40 Paddelkilometer.

 

 

Am Vornachmittag mit dem mobilen ZweitHeim angerollt, startete der Kanuaufbau gegen neun,


so dass wir gegen 9:30 in See (Kochelsee) stachen

 
beim ersten Portagieren (Umtragen wegen nichtbefahrbarer Abschnitte)  nach nur wenigen Paddelminuten die erste Panne: ein Klamottensack wurde am Einsetzpunkt vergessen.
 

während der beste aller Kanuten den Fußweg zum Parkplatz zurückjoggte, badete ich meine Füße in der kühlen Loisach und hoffte einmal mehr, dass der am Vortag erstandene Rückenstützgurt mir die lange Kanufahrt ermöglichen würde. 

(Merke: Sturzfolgen und andere Zipperlein brauchen im gehobenen Alter eindeutig länger zur Regeneration als noch vor Jahren oder gar Jahrzehnten. Eine alte Weisheit aber für jeden irgendwann schmerzlich am nicht nur sprichwörtlich eigenen Leib zwangserfahrbar)



Um 10:00 Uhr dann starteten wir endlich die Fahrt auf der ruhig durch Vogelschutz-, Moor und Waldgebiete fließenden Loisach


Die unruhige Stellen halte sich in Grenzen und sind harmlos

Zwei Spaziergänger im Naturschutzgebiet und einige wenige Radfahrer an der Teilstrecke mit an der Loisach verlaufendem Radwanderweg blieben in den kommenden zwei Stunden die einzigen Begegnungen mit der Zivilisation. 

Das Loisachwasser klarer als es auf den Fotos erscheint. Bei passendem Sonneneinfall konnte man fast immer den Flussgrund mit Bewuchs und auch diversen Fischen sehen.

Ansonsten machte die Fauna sich rar. Viele Eingänge zu Tierbauten waren zwar im Uferbereich erkennbar, die Bewohner aber offensichtlich nicht in Fotostimmung. Lediglich Enten, Schwäne und auch diverse nicht-Wasservögel ließen sich blicken und hören. Wasserläufer, Libellen, Schmetterlinge und wenige weitere Insekten (zum Glück keinerlei Stechmücken; hatte ich doch keinen Abwehressig oder sonstige natürliche Repellents dabei) begleiteten uns Paddler ebenfalls hier und da ein Stückchen.

Diverse Planverschiebungen, zeitraubende Portagen und eine sehr verwirrende Portagenausschilderung am Wasserkraftwerk Schönmühl (Nähe Penzberg), dazu der wieder leicht unpässliche Rücken meinerseits zerschlugen den Grobplan schon wenige Stunden später komplett und wir nutzten die Fügung des Schicksals, das uns in Form eines mit zwei Transportautos versehenen Ehepaars erschien und einen sofortigen Rücktransport nach Kochel anbot.

Die eigentliche Planung zeitlich und wohl auch gesundheitlich nicht mehr schaffbar, die bisherige Strecke über zwei Stunden sehr idyllisch und genussvoll gewesen, gab's fluggs eine Planänderung, das Kanu wurde zusammengepackt, ins Auto der bis dahin komplett unbekannten Mit-Kanuten verfrachtet und eine Alternative für den Resttag ausgekramt.

Eine passable Alternative zu suchen ist in Kochel wahrhaftig nicht schwer. Denn hier befinden sich die Kristall-Therme "Trimini", in denen sich das Leben von seiner luxoriösesten Seite genießen lässt. An einem Wochentag außerhalb der Ferien hatten wir zudem in allen Becken und Saunen komfortabel Platz. Ein Genuss auch für schmerzende Hüften und Lendenwirbelsäulen. Meine solchen - selbst,wenn hoffentlich bald wieder beschwerdefrei - werden diese Therme ganz sicher nicht zum letzten Mal erlebt haben. Oder anders ausgedrückt:  mega!  :o)



09 September 2020

Schachten, Filze und Mooraugen als Zusatzprogramm

  

Schon seit Jahren stand diese Wanderung auf meiner Wunschliste

 

 Wetter- und außenstimmungstechnisch hätte ich keinen besseren Tag erwischen können!

Lediglich die eigene anfangs nur physisch (infolge diverser Sturzereignisse) und dann später auch psychische Angeschlagenheit minderte auf der zweiten Wanderungshälfte den Genuss ... ein wenig ;)


 

da es sich bei Filzmoosen um Feuchtgebiete handelt, hatte ich mit Wasser gerechnet 

 
und tatsächlich war viel davon vorhanden. Schon auf den Anstiegen querten gluckernde Bäche und lustig springende und plaudernde Wässerchen immer wieder den Weg.

Später dann, in den diversen Schachten angekommen, helfen Holzstege (deshalb "Bretterschachten" genannt), trockenen Fußes und unbeschädigter Natur "über's Wasser zu gehen"

 
die Stege sind sehr komfortabel

 
aber hier und da wurden im nicht immer beholzten Gelände Schuhe und Füße doch nass und morastig.

 

 so viele Fotos ich aussuchen und  präsentieren kann: nicht präsentieren lässt sich die Stimmung der Hochmoore, die Gerüche nach Tannenholz und Moor, endendem Sommer und Herbstbeginn, das Sirren der vielen Insekten, Wassergluckern und Duft und Gefühl von Höhenluft und Sonne auf der Haut.

 
Hier im Naturpark "Bayerischer Wald" wurde dem Borkenkäfer Fraßfreiheit gewährt. Er hat ganze Arbeit geleistet und noch immer scheiden sich die Geister daran, ob es der angemessene Weg war, mit dem Schädling umzugehen.

 Ein großer Teil der Strecke gehört zum Verlauf des Goldsteig
 

 In der Ferne lässt sich ein Blick auf den großen Arber erhaschen


viel Natur und Rastplätze, diese zu genießen

Aber auch einige vom Menschen geprägte Ansehnlichkeiten hat die Gegend zu bieten.



 
   

Aber so landschaftlich grandios diese Wanderung war, blieb sie immer nur ein Zusatz- und Rahmenprogramm für die eigentliche Hauptdarstellerin des Tages ;-)