31 Mai 2020

In Oberviechtach und um Oberviechtach herum





Wenn der immer noch beste Ehemann der Welt kurzfristig beschließt, diesmal mitzukommen zum Wandern, bin ich so rücksichtsvoll, die Touren etwas umzuplanen: Jogging gestrichen, nicht nur Strecke runterreißen  sondern auch ein wenig Gemütlichkeit über das Eis des Tages hinaus zulassen. So wurde es geplant und so auch angegangen.

Zweimal je ca. dreißig gewanderte Tageskilometer mit gar nicht sooo vielen Höhenmetern kann man als "gemütlich" durchgehen lassen, oder nicht?

Relativ kühl war es, oft verdunkelten Regenwolken den Himmel, behielten das kühle Nass aber glücklicherweise für sich. Und ab und zu ließen sie auch die Sonne durch.

Für die nur eine Übernachtung fand sich in Oberviechtach ein ruhiger und kostenloser Parkplatz, an dem Wohnmobilstellplätze ausgewiesen sind. Wir waren nicht die einzigen - auch andere Mobilisten trifft man inzwischen wieder an; sogar in der Oberpfalz.

 Jakobsweg und Goldsteig teilen sich zuweilen die Strecke und auch noch weitere Fernwanderwege treffen immer mal wieder über lange oder kurze Etappen zusammen.

Während der Jakobsweg in seiner eher meditativen Ambition häufig die Höhen auslässt und umwandert, dabei gezielt fromme Stätten ansteuert, macht der GoldSTEIG seinem Namen die Ehre, jeden Huckel, Gipfel und jede Burgruine auch mitzunehmen.






Diesmal waren summa summarum nur ca. 16 Goldsteigkilometer in die  zwei Tageswanderungen integriert. Aber auch die übrige Wegstrecke wartete bei aller Lieblichkeit und Harmonie mit genügend Eyecatchern auf.


An markanten Stellen Ausblicke über die Landschaft der Oberpfalz


Nur ein Gipfelkreuz  war diesmal dabei


Bei St. Jakob treffen Jakobsweg und Goldsteig wieder aufeinander. 



Kirchen, Kapellen, fromme Bildstöcke und Wegkreuze finden sich reichlich in dieser Gegend. 



 Auch Wald samt samtweichen Waldwegen ist nicht selten


Versteinerte Pferde mit der dazugehörenden Legende, steinige Tische, vielstimmige Vogelkonzerte als Begleitmusik auf abwechslungsreichen Pfaden: für Unterhaltung war immer gesorgt.


Die dominanteste Pflanze an allen Weg- und Ackerrändern ist in dieser Gegend zweifellos die Lupine. Vermutlich derart bildfüllend und damit selbstverständlich über weite Wegstrecken, dass wir sie nicht ein einziges Mal in den Fotofokus genommen haben.


Nach getaner Wanderung und einer Kaffeepause beschließen wir, schon am Samstag wieder gen zu Hause aufzubrechen. Ein Abstecher noch in die dortige Kreisstadt Schwandorf. Zum Einkaufen, Hunger und Eislust stillen, kleiner Spaziergang zum Kloster auf dem Berg, durch die Innenstadt, an der Naab entlang auch noch ein bisschen und dann geht's wieder nach München.

Weil ich gestern hier in Schwandorf die Idee äußerte, nach und nach alle Kreisstädte Bayerns zu besuchen und anzuschauen und heute bei regenfrau Doris lese, dass sie eine ähnliche Idee zum "angewandten Geographieunterricht schon angegangen ist" , ist die Idee wieder präsent und wird zum Plan. Es gibt in Bayern 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte. Beim groben Überfliegen (durchgezählt wird später) würde ich auf die Hälfte schätzen, die ich schon besucht habe. Bleibt also noch gut was zu tun ;)



28 Mai 2020

Laufwanderndes Stückwerk in Oberpfalz und Bayernwald

Die Frage, wie die Stadt Vohenstrauß zu ihrem Wappen oder konkreter: zum Vogel Strauß im Wappen, kam, diese Frage haben sich schon viele Historiker gestellt - und nicht eindeutig beantworten können. Denn der eigentliche Stadtname (um 1124 lautete er noch Vohendrezze)  das scheint sprachgeschichtlich am plausibelsten - leitet sich wohl vom schnöden Begriff "Fuchshecke / Fuchswald" (vohen=Füchse und drezza=Wald/Hecke) ab.

Viel wurde spekuliert, wie daraus ein Fuchs an der Kehle eines Vogel Strauß wurde - und das schon im 14. Jahrhundert, als Strauße in der Oberpfalz eher nicht sonderlich verbreitet waren.

Tatsächlich lassen sich durch leichte Wortabwandlungen, sprachliche Spielereien mit den Begriffen, die Worte "Kehle" und natürlich "Strauß" bilden und so lautet mein persönlicher Deutungsversuch:

Im 14. Jahrhundert war in dieser Stadt - und vermutlich auch im dortigen Fürstengeschlecht mit Wappenhoheit - ein Mensch - mutmaßlich weltgewandt und in anderen Ländern mit fremden Tieren herumgekommen -  ansässig, der sich gut auf Sprache und das amüsante Spiel mit selbiger verstand und es ebenfalls verstand, Geschichten zu erfinden, den Zuhörern Bären - und im speziellen Fall auch einen Straußen aufband. Diese spezielle Geschichte fand so viel Gefallen in seiner humoristisch empfänglichen Familie, dass sie zur festen Anekdote wurde, die sich im Wappen verewigte.



So könnte es gewesen sein, dass der Strauß ins ungewöhnliche Wappen der Stadt Vohenstrauß fand.  

Eher ein Städtchen ist es. Das Schloß samt Garten verschlossen, im ehemaligen Amtsgericht richtet eher niemand mehr oder wird gerichtet. Einige hübsche Häuser am Marktplatz, eine ansehnliche Kirche - ansonsten könnten sich Fuchs und Strauß hier gut Gute Nacht sagen.

Nun war geplant ... ach nein ... die Planungen samt Änderungsgründe zu erläutern wäre müßig ... es kam anders, kürzer und zwar so:

 Nur ein Miniabschnittchen Goldsteig - und zwar ein nur gut 8 Kilometer langes Stückchen von Etappe 6 -  musste reichen.  Von Trausnitz und der dortigen Burg bis nach Tännesberg. Anfangs entlang der Pfreimd, einige Hügel hinauf, wird es dann ein wenig eintönig. Der größte des kleinen Streckenteils verläuft über einen relativ wenig anspruchsvollen und auch befahrbaren Waldweg.

Aus der Not eine Tugend machend, nutze ich dessen hohe Lauffreundlichkeit und jogge die Strecke entlang, bis ich einige Kilometer den Wald verlassend kurz vor Tännesberg stehe. Beschließe hier, dort nicht komplett hinzulaufen, sondern mit einem Schlenker den Rückweg über die umliegenden Wiesen und Felder zu nehmen. Habe eine Offlinekarte digital auf dem iPhone und vertraue darauf.


Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, hier gäbe es keine Rapsfelder. Alles ordnungsgemäß vorhanden.



Getreide und Geblühe ebenfalls 



Dazugelernt: ein Hochwasserspeicher speichert nicht immer Hochwasser. Sondern manchmal auch einfach nur das Wasser in der Höhe. Er liegt eben hoch. In diesem Fall brauchte es 190 Stufen um ihn zu erreichen und auch die Umrundung war nicht ganz kurz. Allerdings herrschte im hohen Kraftwerkspeicher eher Niedrigwasser.



Diese Weggabelung muss es rückblickend gewesen sein, an der ich des Weges und in Folge durch Wälder, Wiesen und Felder irrte. Den Rückweg dadurch deutlich verlängerte, Rehe aufscheuchte bei Abkürzversuchen durch dichtes Unterholz ... aber letztlich wenn auch später als geplant wohlbehalten wieder bei Burg Trausnitz ankam.

Von dort weiterfuhr zu häufigem Ziel um von dort am Folgetag einen Enkelkinder-Wandertag zu den Rissloch-Wasserfällen bei Bodenmais zu unternehmen.

Alle drei bergziegentauglichen Kinder meisterten den Weg mit viel Spaß und ohne das allerkleinste Problem. Was bei Begegnungen mit anderen Wanderern - viele waren es nicht am regnerischen Wochentag in Coronazeiten, ansonsten ist es ein viel besuchtes Ziel unter Urlaubern - mehrfach für Erstaunen sorgte. In einem Fall auch für Entrüstung. Und das klang so:

Entgegenkommende Wandersfrau: "Gehören die alle zu Ihnen?" und auf mein Bejahen der Frage: "Und Sie sind mit denen HIER alleine unterwegs???" Wiederum bejahe ich ein wenig erstaunt ob des ungläubigen Tons, um mir ein entrüstetes: "Der Kleine hat ja gar keine richtigen Schuhe an!" vorwerfen lassen zu müssen.

Noch bevor ich damit kontern kann, dass wir alle Vier keine "richtigen Schuhe" anhaben, antwortet für mich ein hinter uns aufgelaufener Läufer - wir bilden inzwischen an einer engen Wegpassage einen Menschenknubbel, den ich durch Anweisungen an die begeistert Steinhüpfspiele absolvierenden Kinder, einfach mal in alle Richtungen erst vorbeizulassen, aufzulösen versuche - für mich feststellt (ich versuche mal wieder, die Bayerische Mundart schriftlich wiederzugeben): 
"Doch, des san so eane Barfußschuhe." Er guckt genauer hin und ergänzt: "Leguanos!" Sein Blick wandert schnell über alle vier Fußpaare, um dann - ich interpretiere es als eine Mischung aus Verwunderung und Anerkennung - mir lächelnd zuzunicken. 

Ob wir die zweifelnde Wandersfrau von der Richtigkeit der Schuhwahl überzeugen konnten, habe ich nicht erfahren. Und auch nicht mehr darauf geachtet. Für uns war's richtig und passend. Ein toller Spaziergang, der allen viel Spaß gemacht hat.


*   *   *


17 Mai 2020

Goldsteig - Etappe eins bis vier im Oberpfälzer Wald. Marktredwitz bis Oberhöll

Der Goldsteig im Oberpfälzer Wald


Tag 1: von Marktredwitz über Friedenfels nach Wiesau


Ein wenig Aufregung ergriff mich, als ich am Donnerstag - eine nahe Turmuhr schlug in eben diesem Moment 12 Uhr - am Einstiegspunkt des Weitwanderwegs "Goldsteig" in Marktredwitz in der Oberpfalz stand.

Mein Urlaubsende sollte mit einer Wanderung besiegelt werden und weil das Bayernwetter für den größten Teil des Bundeslandes eher durchwachsenes, kaltes und nasses Wetter verhieß, dabei aber immer wieder betonte, die Oberpfalz würde mit sonnigen Tagen eine Ausnahme darstellen, besann ich mich auf die schon seit längerem anvisierten und grob vorgeplanten ersten Etappen des Goldsteiges im Oberpfälzer Wald.

Zwar hatte ich diesen sich später in drei Zweige aufspaltenden Weitwanderweg schon häufig in Teilstrecken und einzelnen Zwischenetappen touchiert, mir aber immer wieder vorgenommen, ihn vom Anfang an abzulaufen. Er ist wunderbar konzipiert, vorbildlich ausgeschildert, die Landschaften, durch die er führt, ein abwechslungsreiches Natur- und Ortschaftenspektakel.

Schon am Vorabend war das Wohnmobil fertig gepackt für drei Tage Selbstversorgung, die Feinheiten von Strecke und Anbindungen ausbaldowert. Nach gut zweistündiger Anfahrt parkte ich das Wohnmobil in Wiesau; einer Ortschaft, die nur wenige Kilometer vom Goldsteig entfernt liegt, einen stündlich angefahrenen Bahnhof besitzt und sich daher für zwei Abschnitte, die allerdings mehr als die offiziellen zwei ersten Etappen beinhalten, als Zwischenstation prima eignet.

Vom Stellplatz aus fix zum Bahnhof gelaufen, den Zug nach Marktredwitz genommen und nach einer großen Eis-Wundertüte als Mittagsverpflegung war es soweit: ich stand am Einstieg und war .. ja, unerwartet etwas aufgeregt.


Dabei startet der Weg sehr unaufgeregt und beschaulich durch Ortrandteile, mündet später in Wald- und Wiesenwege, um irgendwann auch immer wieder in einsamen Wäldern abzutauchen. Unterwegs war ich mit einem Laufrucksack und trug Traillaufschuhe an den Füßen, so dass ich schon von Anfang an immer wieder auf flachen oder abschüssigen langen Strecken in ein gemächliches Joggingtempo verfiel.


Es begleiteten mich Vogelstimmenkonzerte in frühsommerlicher aber recht kühler Luft. Ideales Wander- und Joggingwetter.

Viele Wanderwege durchziehen das Naturschutzgebiet und Wanderparadies Steinwald , aber nur wenige Wanderer waren an diesem Wochentag dort unterwegs.
 Lediglich an der Burgruine Weißenstein waren weitere kleinere Grüppchen an Ausflüglern unterwegs. Von hier hat man einen herrlichen Blick über den Oberpfälzer Wald und so wurde es Zeit für eine erste Trink- und Stärkungspause. Als Verpflegung hatte ich lediglich einen Liter Wasser (gemischt mit selber angesetztem Kombucha) und zwei Müsliriegel dabei. Wenig zu schleppen aber auch wenig zwischen die Zähne. Da momentan alle am Weg auftauchenden Gaststätten (es sind ohnehin nur wenige) geschlossen haben, bestand auch nie die Möglichkeit, etwas nachzukaufen. Aber das hatte ich einkalkuliert.


Weiter ging es über steinige Pfade, durch dichte, nach Baumrinde und Tannenzapfen riechende Wälder


vorbei an beeindruckenden Baumdenkmälern
 vorbei auch an winzigen Ortschaften, Kapellen und meist ein wenig heruntergekommenen Aussiedlerhöfen, deren Besitzer ihre (nicht meine ;)  politischen Ansichten  zuweilen in deutlichen Wegzeichen kundtun.



Es erstaunt mich, dass viele Ansiedlungen und Gebäude in dieser begnadet schönen naturweitläufigen  Gegend so menschenverlassen wirken. 
Einige Brauhäuser gibt es, die auch noch Bier brauen. Da aber die angegliederten Gasthöfe ebenfalls geschlossen sind, kaufe ich später in Wiesau eine Flasche "Schwarzer Ritter", ein Zoigl-Bier und Bierspezialität dieser Gegend.


 Ein weiteres Wahrzeichen der Gegend sind Karpfen! Nach dem Passieren der Ortschaft Friedenfels - hier endet offiziell die erste Etappe des Goldsteig aber ich gehe noch ein wenig weiter - durchquere in weitläufigen Wegen bei bezaubernder Spätnachmittagsstimmung mit goldenem Licht die Teichpfanne der Gegend. „Land der tausend Teiche“, so wird die Teichpfanne dieser Gegend genannt und wahrhaftig zieht sich schon dieser kleine Teil der Teichlandschaft mit unfassbar abwechslungreichen Bildern und Wasserstimmungen lange aber nicht langweilig dahin.


 Viele Wasservögel und Vogelfamilien: Schwäne, Enten, Gänse, Reiher, ein Storch und unzählige andere Wasservögel bevölkern die Teiche. Biber sind zu hören, ihre Spuren zu sehen. In der Luft kreisen Greifvögel und auch eine Möwe hat es herverschlagen. Insektenscharen summen und tanzen in der Luft, so dass ich froh bin, einen Tag erwischt zu haben, an dem die Stechmücken offensichtlich stichunlustig sind. Keins der Tiere nimmt von mir Kenntnis. Eine friedvolle Atmosphäre überall.


Sonderlich höflich oder auch nur ansatzweise freundlich war sie nicht, die Bahnschrankenwärterin am anderen Ende der Sprechkiste. Eher im Gegenteil. Aber immerhin öffnete sie mir die Schranke und darauf kam es an ;)

Nach 7stündiger Wanderung mit Jogginganteilen und einigen Pausen endete nach 48.000 Tagesschritten und grob geschätzt etwas über 30 Tageskilometern um 19:00 Uhr dieser erste Wandertag am Goldsteig. Mittig auf zweitem Etappenabschnitt mit noch einigen Zusatzkilometern bis zum Wohnmobil. Müde und mit leicht schmerzenden Füßen genehmigte ich mir einen "Schwarzen Ritter"-Zoigl-Trunk (gekauft im Supermarkt in der Nähe) und eine bunt zusammengewürftelte Abendmahlzeit.

Aus Schaden klug geworden gab es auch noch einige Freiluftübungen zur Dehnung der Lendenwirbelsäule und für die Entspannung von Hüftöffnern und Adduktoren. Und so blieb ich von Krämpfen und Anfällen jedweder Art diesmal verschont. Sank schon gegen 21 Uhr in tiefen Schlaf.



Tag 2: von Wiesau über Falkenberg nachNeustadt an der Waldnaab

 

Spielende und keckernde Eichhörnchen, die mein Wohnmobil ganz offensichtlich spannend finden wecken mich schon vor fünf in der Früh. Tirilierende Vogelscharen im Gebüsch der nebenliegenden Sportanlagen gesellen sich dem Geräuschpegel hinzu. Die Nacht der kalten Sophie war bitterkalt, im Mobil herrschen nur noch einstellige Temperaturen. Kurz aus dem Bett gekrabbelt, Heizung angeworfen, noch ein Stündchen eingekuschelt, beschließe ich um sechs Uhr, mich wanderfertig zu machen. Kaffee, Hafercrunchys und Apfelstücke in mitgebrachtem und selbst fermentiertem Kefir sollen die Kraft für einen langen Wander- und Lauftag liefern. Diesmal schlägt in der Ferne eine Kirchturmuhr sieben Uhr als ich die Tür hinter mir schließe und mich - wieder durch die Teichplattenlandschaft - zum einige Kilometer entfernten Anschluss an den gestrigen Goldsteigabschnitt begebe.


Der morgendliche Weg ist wieder begleitet von Tieransichten: Rehe, Feldhasen, ein Marder und auch wieder unzählbaren Vögeln in Wald, Feld und Gebüsch, die sich leider nicht schön ablichten lassen möchten.


Zum Glück (?) lassen sich die Wildschweine, auf die mich ein Schild hinweist, nicht sehen.


Ein "memento mori" der besonderen und moderneren Art.





Es ist 8:30 Uhr als ich den Ort Falkenstein erreiche. Hier endet offiziell die zweite Goldsteigetappe.

Beim Rundweg um die Burg übersehe ich wohl den dort angeblich zu findenden "Wackelstein", habe aber keine Lust auf eine zweite Umrundung.

Durchquere den hübschen aber noch menschenleeren Ort.



 Und wieder schlägt eine Turmuhr - diesmal 9:00 Uhr -  als ich nach einer kurzen Rast am anderen Ortsende zur dritten Goldsteigetappe aufbreche.

Es ist eine Etappe mit dramatisch schönen Naturdenkmälern im Waldnaabtal.


Die Waldnaab, sie fließt durch tief eingeschnittene Felswände und ausgewaschene Steinformationen. Viele Steingebilde haben Namen. Geschichten und Legenden ranken sich um sie. Die Legende des "Kammerwagen", das erste unter den mir in den Weg kommenden benamten Steinbildern, kenne ich nicht. Da ich aber im echten Leben schon seit fast 20 Jahren vor diesen Wagen gespannt bin ;) und obwohl ich ihn üblicherweise frohgemut und überzeugt mitziehe, ziehe ich heute entspannt statt angespannt flott weiter. Immerhin habe ich noch ein paar Tage Urlaub :o)



 Am liebsten würde ich jedes einzelne Foto aus dem Waldnaabtal posten - aber mir ist bewusst, dass keins auch nur annähernd die erhabene Stimmung des Weges transportieren kann.

Nicht lange nach dem Ende des prominentesten Waldnaabtal-Anteils erreiche ich Windischeschenbach. Hier - bzw. im angrenzenden Neuhaus - wäre offiziell die dritte Goldsteigetappe beendet. Hier gäbe es auch einen Bahnanschluss für die Rückfahrt.

Ich hatte mir die Option, hier auszusteigen, offengehalten. Doch es ist erst gegen 13 Uhr am Mittag als ich den Ort erreiche. Keine Turmuhr schlägt diesmal und ich nehme es als Omen, den Weg fortzusetzen. Einen Abstecher ins nahe Windischeschenbach gönne ich mir - nach längerer Suche finde ich immerhin einen kleinen geöffneten Lebensmittelladen, in dem ich eine Leberkässemmel und ein Getränk erstehe und gierig im Rekordtempo inhaliere.


 Danach geht es weiter auf den ersten Abschnitt der vierten Etappe des Goldsteig.


Nach ca. 10 Kilometern erreiche  ich Neustadt an der Waldnaab und freue mich kindlich über die Wand mit vielen Wappen auch aller anderen der vielen Neustadts, von dem eines meine Geburtsstadt und Wohnort der ersten 18 Lebensjahre ist.


 Wieder gönne ich mir eine riesengroße Wundertüte mit leckerem Eis und Sahne bevor ich im Nachbarort Altenstadt am Bahnhof minutengenau passend in eine Oberpfalzbahn nach Wiesau springen kann.


Es sind fast 12 Stunden vergangen als ich wieder im Wohnmobil ankomme. Mit schmerzenden Füßen und einer Rekord-Schrittzahl - mit Abstand! - auf dem Zähler, den ich seit fast zwei Jahren im Einsatz habe. 

In dieser Nacht schaffen es weder Eichhörnchen noch Vögel, meinen Schlaf zu unterbrechen.


Tag3: Weiden in der Oberpfalz, Bauernmarkt und noch ein bisschen Goldsteig





 Nach einem gemütlichen Frühstück breche ich mit dem Wohnmobil auf in Richtung Weiden in der Oberpfalz. Finde auch sofort einen prima innenstadtnahen Parkplatz, von dem aus ich zum zentral stattfindenden Bauern- und Wochenmarkt spaziere. Bewundere diese heimelige Kreisstadt mit Flair, freue mich sehr, mich wieder mit Roggenmehl aus einer regionalen Demeter-Mühle und anderen frischen Lebensmitteln eindecken zu können.

Nach einem Besichtigungsstündchen wandern die Einkäufe in die immer mitgeführte Kühlbox im Heck des Mobils und ich begebe mich zu einem vorher ausgekundschafteten Parkplatz mit schnellem Anschluss zur gestern verlassenen vierten Goldsteigetappe.

Einerseits schmerzen mir die Füße - eine kleine Blase habe ich mir gestern erlaufen - und die Beine sind schwer. Andererseits ist es ein sonniger Samstag und ohne einen letzten kleinen Spaziergang möchte ich ungern nach München fahren.


Weil es keinen wirklich angenehmen Rundweg gibt, der in verträglicher Zeit den kompletten fehlenden Teil erwandern würde, eine komplette Hin- und Rückwanderung auf gleicher Strecke wäre mir zu weit für heute. Also beschließe ich, die Tour auf einer Höhe aus zu starten, von der aus ich die ausgelassene Strecke von fast 6 Kilometer zwischen Neustadt an der Waldnaab und dieser Stelle komplett überblicken kann. Eine Strecke wieder durch hügelige Wiesen, Felder und Wälder. Ich beschließe, sie einfach mal wegzuschummeln und mich nicht sklavisch an die Etappenvorgaben zu halten.


So wende ich mich in Richtung Etappenende und erwandere diese ca. sechs fehlenden Kilometer bei bestem Wetter in schöner Landschaft,  wieder vorbei an Grenzsteinen  und Orten mit Spuklegenden im Gepäck. In Oberhöll, Endpunkt von Etappe 4, angekommen, beschließe ich, mich über Landstraßen und kleine Orte zurück zum Mobil zu begeben. Angesichts der Ortsnamen fühle ich mich ein wenig in Dantes Göttliche Komödie mit den unterschiedlichen Kreisen der Hölle versetzt.

Guter Dinge beende ich nach drei Stunden den heutigen verlängerten Spaziergang - wieder mit kurzen Laufabschnitten. Insgesamt müsste ich in den vergangenen 50 Stunden irgendwas zwischen achtzig und neunzig Kilometer unter die inzwischen sehr müden Füße genommen haben. Diese Füße steckten im Tageswechsel in Mizuno-Trail-Laufschuhen und Leguanos (aktiv). Für mich eine gute Wahl.

Nachmittags um 17 Uhr, also drei Tage mit zwei Nächten später, bin ich wieder zu Hause in München. Erschöpft, zufrieden und voller Ideen und Pläne, die Tour möglich bald weiterzuführen. Das Problem bei den kommenden Etappen besteht darin, dass die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel wesentlich schlechter wird. Keine Bahn mehr, die Busse umständlich und mit Umsteigen und ungünstigen Fahrzeiten.

Ich werde mir eine Lösung überlegen - vermutlich mit "selbstgebastelten" Rundtouren, die den Goldsteig in nur kleineren Einheiten einschließen. Denn im Grunde gilt hier wie überall in der Gegend: auch rundum sind Traum-Wandergebiete, hübsche Orte, viele Burgen, Klöster und sehenswerte Dinge am Weg. Ob sie nun "Goldsteig" heißen oder nicht.


*   *   *




11 Mai 2020

Teufel, lieber Gott und heilige Helfer im bayerischen Wald - Spuren und Naturen der Vergänglichkeit



Was vielerorts aus dem Alltag und Denken von uns Menschen verbannt ist: die Gewissheit der Vergänglichkeit, die Ungewissheit des Todeszeitpunktes, gefühlt komnt er oft zu früh mit seiner Sense daher; die Tatsache, dass auch der Mensch nur einen Wimpernschlag lang Gast auf Erden sein darf, das alles wird im Bayerischen Wald jedem Einheimischen, jedem Besucher und erst Recht dem Wanderer nicht nur an religiösen Stätten immer wieder vor Augen geführt. Die Präsenz dieses Wissens und Bewusstseins ist dort eindeutig überdurchschnittlich verbreitet.



Hart war das Leben zu früheren Zeiten im Bayerischen Wald, kälter und einsamer als an den meisten Orten Deutschlands ist es dort noch immer. Und noch immer werden  Totenbretter zum Gedenken an die Verstorbenen, Gedenksprüche und diverse Kapellen und Andachtsstätten an den Wegesrändern errichtet.

Religiöse Inhalte prägen die von Menschen errichteten Stätten, in fast allen Volkssagen mischt maßgeblich auch der Teufel mit, nach dem in wohl jeder Gegend das ein oder andere Naturschauspiel benannt ist.
 


Ein wenig hart aber auf jeden Fall mit einer kleinen Grenzerfahrung endete auch meine insgesamt traumhafte Wanderung von Bischofsmais über Landshuter Haus, Einödriegel zum Teufelstisch.

Erst nach 14:00 Uhr und ein wenig erschöpft von mehreren Enkeltagen und -nächten und dem Rücktransport der Kinderschar im Wohnmobil am Vormittag, so startete ich am Samstag  eine umgeplant kleine Wanderrunde ab Bischofsmais. Für die ursprünglichen Planungen schien es mir zu spät und das Wetter zu instabil geworden, so dass ich umdisponierte, nur bis Bischofsmais fuhr in der Annahme, dort eine Wanderrunde spontan vor Ort aussuchen und den Verlauf downloaden zu können.

Noch ein typisches Merkmal des Bayerischen Waldes: die Mobilfunkverbindungen sind an vielen Orten miserabel bis nicht vorhanden. So auch in Bischofsmais, wo ich angesichts der vielen auf Schildern ausgewiesenen Wanderwege letztlich auf digitale Absicherung verzichtete und -  das Wohnmobil auf einem Wanderparkplatz am Ortsrand parkend - zur vielversprechend klingenden Wallfahrtsstätte St. Hermann  aufbrach. Eine kurze Erfrischung am heiligen und laut Legende heilenden "Wasser des Lebens" und einige Besinnungsminütchen in der Wallfahrtskapelle später folgte ich jeweils denjenigen Wanderschildern, die interessante Ziele versprachen. Einen groben Überblick hatten mir die Wandertafeln verschafft.


 Einige erschöpfende Höhenmeter später, vorbei an einer früheren Einsiedelei, dem schon aus frührerer Laufrunde vor zwei Jahren von anderer Seite aus bekannten wunderschönen Landshuter Haus, vor dem sich trotz Schließung desselben die Radlergruppen nur so tummelten und in der Sonne rasteten, wählte ich einen wieder einsamen reinen Fuß-Wanderweg zum Einödriegel.


Wanderern begegnete ich unterwegs nicht (es ging nur schon auf den späten Nachmittag bzw. Abend zu).


 Federnd weiche Waldböden, bizarre Baumgebilde und Steinformationen, extrem intensive Düfte nach Walderde, Waldmeister und Tannennadeln, zwischendurch und am Gipfel herrliche Weitblicke - die Wanderung ließ keinen Wunsch offen.


 Der Himmel zog zu, für den Abend waren örtliche Gewitter gemeldet; in der Ferne hörte ich seit einiger Zeit Donnergrollen. Nach dem Abstieg vom Einödriegel hätte ich direkt zum Wohnmobil gehen können. Und auch sollen? Vielleicht bis wahrscheinlich "ja".

 Andererseits; der "Teufelstisch" auf anderer Höhenseite bildet die hier meistgenannte und als sehr sehenswert angepriesene Felsformation und ist nur einen wenige Kilometer kurzen Abstecher entfernt. Dafür den morgigen Tag zu verwenden, erscheint mir wie Zeitverschwundung und für heute bedeutet der kleine Zusatzweg maximal zwei bis drei zusätzliche Kilometer.


Die meisten davon natürlich bergauf. Anfangs ein bequemer Spazierweg, wird es später felsiger. Das Gewitter zieht eindeutig näher und just bei Erreichen des - im übrigen sehr weitläufigen und über eine relativ lange Wegstrecke sich ziehenden - Teufels Tisches ... erreicht mich auch das Gewitter.

Nicht, dass ich abergläubisch wäre ;-) iwo! ;-)  Aber so ein klitzekleinesbisschen .. wird mir doch blümerant zu Mute, so dass ich in Joggingtempo verfalle - um nicht zu sagen: ich renne, als wäre der Leibhaftige hinter mir her, denn ich beabsichtige  nicht, heute - vom Blitz erschlagen - als Satansbraten auf dem Teufelstisch zu landen.

Bei all der Eile muss ich vom Wege abgekommen sein. Keine Markierungen mehr zu sehen, die ihn mir weisen könnten. Danach, den langen Weg auf der Höhe nochmal rückwärts abzulaufen, ist mir aber ganz und gar nicht. so dass ich mir sage: "Du musst hier runter - und das in diese Richtung".

Gedacht, getan! ... kraxele ich kurz darauf durch felsiges Gelände mit weichen, einsackenden Erdinseln, Farnen, dornigem Gestrüpp, Felslöchern, die häufig eindeutig auch bewohnt sind. Ich entschuldige mich gedanklich und streckenweise murmelnd bei den für mich nicht sichtbaren Waldbewohnern für die sicher ungewohnte Störung, schliddere, nass regnend über nass geregnete Steine, hangele mich durch Gestrüpp, das mir die sockenlos in Barfußschuhen steckenden Beine zerkratzt und wundere mich einmal mehr - es ist nicht das erste Mal und wird das letzte nicht gewesen sein - wie ich es auch auf ausgeschilderten Wegen immer wieder schaffe, von selbigen abzukommen und in brenzligen und ungemütlichen Situationen zu landen.

Irgendwann erscheint wieder ein gerölliger Pfad, zu dem ich mich durchkämpfe und der am Ein- bzw. für mich Ausgang als "schwierig" markiert ist. Nun - zumindest war er nicht annähernd so schwierig wie das komplett wegfreie Gekraxel in Wald und Wildnis.
 

Am Ende der Wanderung entschädigen mich Regenende und Regenbogen für die vorherigen Mühen. Es geht auf 20 Uhr zu als ich das inzwischen alleine auf dem Wanderparkplatz stehende Mobil erreiche, mir darin ein Radler und eine Stärkung genehmige, gegen 22 Uhr ins Bett kraxeln möchte ... und erst jetzt die eigentliche Grenzerfahrung des Tages erleben muss.

Aus dem Nichts eigentlich nur leicht müde gefühlter Beine schlägt ein aus der Lendenwirbelgegend,  über die Hüfte verlaufender und sich schließlich mit Macht in den Adduktoren ausbreitender Krampf zu. So heftig, dass ich nicht in der Lage bin, mich aufrecht zu stellen. Jeglicher Versuch, das Krampfgewitter zu stoppen, schlägt fehl. Mit Schweiß auf der Stirn und heftigster Übelkeit vor Schmerzen hangele ich mich gebückt ins Freie. Dunkelheit um mich. Menschenleere. Wie ein Wurm winde ich mich, muss mich hinsetzen, kämpfe mich wieder auf die Beine, absolviere die vermutlich abstrusesten Verrenkungen ... bis die Schmerzen schließlich nachlassen und ich mich erschöpft mit der Stirn ans Gefährt lehne.

Will gerade aufatmen als das Blickfeld sich verengt, die Nachtschwärze zur Komplettschwärze mutieren will, sich gleichzeitig ein dicker Pfropf auf die Ohren zu legen scheint, der Kopf, Hirn und Ohren von der Außenwelt abschneidet. Das Blut sackt gefühlt irgendwohin - nur nicht dahin, wo es gehört.

Es erstaunt mich in Nachhinein, dass das Hirn bei alledem noch am besten und ziemlich reibungslos funktioniert. Was zwar nicht gar so viel bringt, wenn die restlichen Sinne den Dienst quittieren. Aber immerhin. So denkt das Hirn nun u. a.: "Gut, dass der Gatte meine iDinger tracken kann", "Da will der Deifi, der alte Sack, mich also doch noch auf die Schippe nehmen!" und "Von wegen: Wasser des Lebens! Dass ich nicht lache .."

Gefühlte Ewigkeiten aber real vermutlich nur einige Minuten später lichtet sich das Dunkel wieder, auch das Gehör wird klarer. Der Kreislauf meldet sich zurück. Nicht einmal der Umstand, dass in den ersten Sekunden von innen und nicht aus der Umwelt kommende Piep- und Pfeiftöne zu hören sind, ficht mich an. Hauptsache Gehör!

Lang hat sie nicht gedauert, die Episode. Aber lang genug, am eigenen Leib zu erfühlen, wie schnell der Boden unter den Füßen weggezogen werden kann - und mir ist klar, dass solche Episoden auch anders ausgehen können und irgendwann einmal auch für mich eine schlussendlich endlich ausgehen wird.

Für diesen Tag aber schnell noch was getrunken - war auch etwas wenig davon den Tag über und etwas viel zuviel an erschöpfenden Aktionen (für mein Alter ;), keine Frage - und ab ins Wohnmobilbett zu traumlosem, achstündigem Tiefstschlaf.


Den Sonntag - ein Sonntag, an dem ursprünglich der - nun wie alle anderen geplanten Läufe auch ausfallende - Schluchseelauf im Schwarzwald geplant war, möchte ich entsprechend ruhig angehen. Entscheide mich für eine knapp einstündige Fahrt ins südlicher gelegene Dreiburgenland, wo die Schrottenbaummühle schon seit längerem auf meiner Liste der geplanten Ausgangsorte für Wanderungen und Läufe steht.


Goldsteigetappen, Triftsteig und eine Vielzahl von Wander- und Radwegen stehen hier zur Auswahl. Orte, die mich locken, Burgen, Schlösser und spirituelle Ziele locken allerorten. Weil ich mir sofort sicher bin, hier - sofern es in meiner Macht steht - weitere Aufenthalte absolvieren zu wollen, bleibe ich für heute gemütlich und bescheiden.


Bei zunächst bedecktem Himmel und später leichtem Regen spaziere ich am Fluss entlang, genieße den Weg extrem. Schlendere, grüße andere Wanderer und Radler, drehe irgendwann um, kaufe mir im Gasthaus eine Mitnahme-Brotzeit samt Getränk und verputze beides im Wohnmobil. Das Regenradar verheißt ein Regenende in ca. einer Stunde, so dass ich nach einem Kaffee ein Nickerchen beschließe.

1,5 Stunden später werde ich wach von der Wärme im Hochbett. Die Sonne brennt mir auf's Hochdach - vermutlich seit mehr als einer Stunde schon - um mich herum und gegenüber sind viele geparkte Autos dazugekommen - ich habe nichts gehört, also nochmal tief und murmeltierfest geschlafen.


Jetzt ist mir nach einem Laufründchen. Wieder fit! geht's bzw. läuft's in anderer Richtung entlang des Ilztal-Wanderweges, vorbei an bunten Blumenwiesen, einem Schloss ...


... kleinen Abstechern ...


.... auch auf die umliegenden Höhen ...


... mit weiten Ausblicken ...
 ... herrlichen Frühlingsmotiven ...


... entlang der idyllischen Naturschönheit "schwarze Ilz" ... 

Wandernd, joggend, knippsend, Füße badend und genusspausieren endet ein rundum runder Sonntag in wieder einem  nochmal ganz anderen Teil des abwechslungsreichen Bayerischen Waldes.


*  *  *