Zugegeben: ganz so „einfach“ fällt es mir nicht, das bisher am Küchenregal an der Sitzgruppen-Ecke zentral hängende Medaillenbündel aufzulösen und - nein, noch nicht sofort wegzuwerfen - es in einer Schachtel zum „oiden Graffel“ außer Sichtweite zu verbannen.
Die erste Medaille stammt aus dem September 2005 vom Achenseelauf, (ich hatte mir die Teilnahme daran zum Geburtstag geschenkt und es war ein toller Tag mit Ständchen beim Start und Geburtstagsfeier im mittelgroßen Kreis im Ziel - der eigentliche Bericht findet sich im Link oben unter Beitrag #24 - nach viel Vorgeplänkel dazu ) die letzte vom April 2024. An hunderten von VolksLäufen habe ich in den zwei Jahrzehnten der Laufleidenschaft teilgenommen. Bei den kleineren gab es meistens nur Papierurkunden, die ich nie gesammelt bzw. aufgehoben habe. Die in besser trainierten Zeiten eingeheimsten Altersklassen-Pokale (es waren irgendwann mehr als ein Dutzend) sind als abblätternde Staubfänger (nach einem Versuch, sie in der Spülmaschine effizient vom Staub zu befreien, war nicht viel des Glanzes übrig ;) vor mehreren Jahren in die Tonne gewandert.
Zwei München-Medien-Marathon-Medaillen fehlen schon länger weil ich sie irgendwann den Enkelinnen zum Spielen geschenkt habe. Im Prinzip halte ich viel davon, nicht zu lange zu fest an alten Dingen zu halten damit Raum für neues entsteht.
Trotzdem: hier tut‘s ein kleines bisschen weh ….
🏅

6 Kommentare:
Oh, Lizzy, ich kann das total nachvollziehen!
Zwei Jahrzehnte Medaillen, jeder Lauf eine eigene Geschichte – das ist nicht einfach wegzuräumen. Ich finde es schön, dass du sie noch ehrst, bevor sie ins „oide Graffel“ wandern. Marie Kondo wäre stolz auf dich!
So ein kleines bisschen Wehmut gehört wohl dazu, wenn man Erinnerungen an all die Erlebnisse und Meilensteine loslässt. Aber richtig: Platz für neue Abenteuer ist auch wichtig.
Und die Geschichten bleiben ja in dir und in den Blogbeiträgen erhalten!
Liebe Lizzy,
der Kopf sagt: kann weg, das Herz sagt: aber es war doch so eine schöne Zeit!
Wie schon Catrina geschrieben hat, du räumst ja "nur" die Medaillen weg. und nicht das, was sie zu dir gebracht hat. Deine aktive Läuferinnenzeit, deine Erlebnisse, die Triumphe, die Anstrengungen und auch die Menschen, die damit zusammenhängen, bleiben dir auch ohne die Medaillen.
Aber dass es schwer fällt, versteh ich gut ...
Die Geschichten bleiben noch ein Weilchen erhalten, das stimmt, Catrina. Sie auf einen hinteren Platz zu verbannen bedeutet aber auch das Wissen, dass sie irgendwann komplett über die Kante ins Nichts fallen. Was auch dazugehört und das mit der generellen Vergänglichkeit hängt wohl an jedem Akt des Loslassens auch gleich mit dran … Thematisiert das Marie Kondo eigentlich auch? (Ich weiß, dass es den Ausmist-Trend gab oder gibt?, der quasi nach ihr benannt wurde. Habe aber nie mehr als den Namen gelesen oder gehört; bin da also inhaltlich außen vor).
Liebe Doris,
ja, tatsächlich sind es bei mir eher die Geschichten an das Drumherum, die Erlebnisse, Reisen, kleinen oft chaotischen und ungeplanten Begebenheiten an Urlaube, Begegnungen … die viel stärker mit den Blech-, Plastik- und sonstige-Materialien-Teilen verbunden sind als der Lauf selber. Mir wurde sogar von Kommentatoren „vorgeworfen“, dass meine Laufberichte zu wenig vom Laufen handeln und es ihnen an nachvollziehbaren Daten, Zahlen, Fakten fehlt .. :D
Dass ich sie wegräume, bedeutet auch, sie aus der Wahrnehmung meiner Umgebung zu entfernen. Denn durch den zentralen Platz am Esstisch kamen z. B. Gäste natürlich immer mal drauf zu sprechen und das sie lieferten einen Themen-Anknüpfpunkt. Laufen und Laufreisen sind aber nun kein wirklich aktueller Anknüpfpunkt an derzeit aktuelle Dinge mehr und ich mag für mich diese „Oma-Opa-erzählen aus den Schützengräben“-Stories nicht sondern sorge lieber dafür, dass ich noch ne Weile lebendige Themen mit auch Zukunftsbezug ins Zentrum stelle.
Liebe Lizzy,
ich stimme dir zu: Man muss mal loslassen, wenn man die Hände frei haben will, um Neues anzupacken. Wobei man dabei aber nicht wertvolle Erinnerungen "entsorgen" sollte, gegebenenfalls, wie du es nun tust, nur gewisse Staubfänger. Dass deren Aufhängung so mitten im Wohnraum nachvollziehbar irgendwann genug ist. Wobei du ja durchaus auf eine stattliche Zahl von Läufen zurückblicken und stolz sein kannst! Aber diese Erinnerungen willst du ja sicher nicht löschen...?
Meine Medaillen hängen an der Kellertreppe, da stören sie (noch) nicht. Aber irgendwann kommt der Moment...
Liebe Grüße
Elke
Liebe Lizzy,
meine Frau würde es sofort begrüßen, da ja Stehimwege und Staubfänger nicht nur beim Putzen auch gewisse Nachteile haben. Verstehen kann ich, dass es nicht, zumindest nicht bei allen Medaillen, so ganz einfach ist, alle in die Kiste zu verbannen!
Ich habe es recht früh so gehandhabt, konnte mich bald daran gewöhnen, und habe ein altes Päckchen zur Aufbewahrungskiste 'umgewidmet'. Inzwischen sind auch längst nicht mehr von allen Läufen Erinnerungsmetalle enthalten. Von den kleinen und eher unbedeutenderen Läufen habe ich sie baldmöglichst entsorgt. Von den Marathon-Läufen und mir wichtigsten Wettkämpfen fristen diese Metalle noch dort ihr Dasein! Die älteste Medaille ist vom Schwarzwald-Marathon 1980! - Nur sehr selten schaue ich nochmal bei ihnen vorbei! ;-)
Möge dein Schmerz nicht allzu groß sein und bald entfleuchen!
Liebe Grüße Manfred
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