31 März 2019

Leiblachlauf 2019 - nicht nur Käse im Allgäu



Wie am Schnürchen lief es für mich beim Leiblachlauf in Hergensweiler im Allgäu am Samstag den 30. März 2019 auf größtenteils sehr trailiger Strecke über ca. 11,7 Kilometer am warm-sonnigen Frühlingstag. Es war seit fast einem Jahr meine erste Volkslaufteilnahme.


Die Vorfreude groß, die Zuversicht im Mittelmaß.


Ohne Zeitvorgabe oder Zeiterwartung rein nach Gefühl laufend, flog der erste Teil dahin

Irgendwann im Laufe der ersten drei Kilometer lief ich hinter einem - wie ich im Nachhinein weiß - Ehepaar aus demselben Geburtsjahrgang wie ich. Da die Frau auch meiner Einschätzung nach in meiner Altersklasse lief, war der Gedanke, sie irgendwann abhängen zu können, durchaus präsent. So kommt ja doch immer wieder völlig ungeahnt und ungerufen mein Wettkampfanteil ein bisschen durch mit Ehrgeiz, Biss und wider alle Genusslaufabsicht.

Als auch noch der männliche Part des Paares im wenige Sekundentakt freiluft-ausschneuzte, spuckte und dabei sogar für mich in dieser Hinsicht nicht extrem empfindlichen Wesen immer wieder ein Schaudern auf's Trommelfell zwang, blieben mir zwei Möglichkeiten, diesen wenig appetitlichen Beschallungen und Sprühattacken zu entgehen: zurückfallen lassen oder überholen.

Nun hatten die beiden aber ein Tempo drauf, das sich für mich angesichts des frühen Laufstadiums schon eher übergrenzwertig anfühlte. Aber zurückfallen lassen? Ging gar nicht! Also vorbei!

Tatsächlich hatte ich auf diese Art die im letzten Jahr AK-Dritte abgehängt und ich glaube: ohne den Ehrgeiz, die beiden, die mir immer wieder im Nacken klebten und nur knapp eine Minute nach mir ins Ziel einliefen, nicht wieder überholen zu lassen, hätte ich länger gebraucht. 



Hier an der Brücke - ungefähr bei Laufhalbzeit ? (oder auch schon drüber - es war jeder Kilometer vorbildlich ausgeschildert aber ich habe sie mir nicht gemerkt) - hatte ich mich zwar freigelaufen aber das Lachen war doch eher nur für meinen Lieblingsfotografen ins Gesicht gezaubert.


Angeblich hat die Strecke irgendwas um die 150 Höhenmeter zu bieten. Angefühlt hat es sich nach deutlich mehr. Vielleicht aber auch, weil Treppen und Anstiege jeweils ordentlich steil waren.



Der Zieleinlauf in Hergentsweiler



Meine Zeit von 1:11:11 (≙ 6:05 min/km) brachte mich als Altersklassendritte (von fünf Frauen der AK W55)  auf's Siegertreppchen.

Damit Platz 47 von 76 bei den Frauen gesamt  -  Siegerin war  Alexandra Gundel (Jg. 1969 in gigantischen 0:51:37)



Und dann war doch etwas Käse ... nämlich in der Siegerprämientüte :-) 
Und auch den Gutschein der Bäckerei in Lindenberg über 4 Euro konnte ich am folgenden Sonntagmorgen noch einlösen und uns dadurch im Rahmen eines wunderschönen, ungefähr acht Kilometer langen atmosphärisch ganz besonders entzückenden Natur-Morgenlaufes durch Feld, Wald und Fluren von Meckatz nach Lindenberg ein tolles Wohnmobil-Frühstück besorgen.



Doch die Siegerin der AK W 65 (Jg. 1951) - hier fehlt leider ein Foto -  und der Sieger der AK M75 (Jg. 1940) zeigen mir deutlich: da geht noch was! Runter: beim Gewicht und rauf nicht nur beim Alter sondern auch beim Tempo. Waren doch beide ersten Plätze dieser Altersklassen deutlich schneller als ich unterwegs ....

Im Moment allerdings unter den zur Zeit gegebenen Umständen bin ich extrem zufrieden mit dem Ergebnis. Hätte selber nicht damit gerechnet, diese anspruchsvolle Strecke schon wieder in dieser für mich superguten Zeit laufen zu können. Und Spaß hat's gemacht. Viel Spaß!

Besonders gefallen hat mir an diesem Traillauf auf extrem attraktiver Strecke auch der Umstand, dass keine Wegwerfbecher verwendet sondern alle Getränke in Mehrwegbechern ausgegeben wurden. Überhaupt waren alle Organisatoren dieses Laufs sehr engagiert, die Ausführung auf allen Ebenen perfekt! Der Leiblachlauf ist uneingeschränkt empfehlenswert.

Es war mein dritter Lauf in Baden-Württemberg. Und obwohl das Spiel "Lauf'die Länder" ja im Grunde beendet ist, füge ich den Bericht noch dort ein (s. u.)


Einen Teil der Strecke hatten wir schon am Vormittag des Laufes kurz nach tauglichen Fotoplätzen abgesucht (Volker war mit dem Rollerchen unterwegs und konnte mich so an diversen Stellen abpassen)


Das bot dann auch die Möglichkeit, einen der hübschesten Anblicke des Laufs, die Wasserfälle an der Leiblach, auch zu fotografieren. Ich selber war beim Lauf ohne Fotogeräte unterwegs.


Wie so oft: ein Teil meines Weges bestand auch diesmal aus Pilgerstrecke


Das Wohnmobil durfte bei diesem Ausflug gleich drei ihm zugedachte typische Stellplätze besetzen:

  • in freier Natur mit Aussicht und Weite drumherum
  • an Start und Ziel von Laufveranstaltungen
  • neben Brauereien und Brauhäusern als Bettstatt nach dem Genuss frisch gezapfter Biere und lokaler Spezialitäten


Isny, ein charmantes Städtchen im Allgäu


Spaziergänge, Genuss und Einkehr (geistlicher und genüsslicher Natur) mit Freunden und Familienteilen gehörte auch dazu, zum rundum gelungenen Wochenende im Allgäu.


der Frühling springt mit Macht aus allen Startlöchern


Ab und zu geht's auch ganz beschaulich zu


Farbenpracht


hohe Berge in der Ferne


und schöne Männer mit und ohne Hut -  beim perfekten Ausflug!

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