Sechs Etappen des Eifelsteigs hatten wir zu zweit gebucht. Wie auch beim Wandern an der Lahn 2024 und 2025 am Hexenstieg die komfortable Variante mit Gepäcktransport.
Einen Vorab-Zusatztag in Aachen gönnte ich mir. Den Dom, in dem im Jahr 800 (eins von ungefähr drei Daten, die ich mir im Geschichtsunterricht merken konnte ;) Karl der Große zum Kaiser des Großdeutschen Reichs gekrönt wurde, den wollte ich mir anschauen.
An Aachen und Umgebung außerdem interessant: die vielen Thermalquellen! Für einen Besuch der Thermen blieb keine Zeit aber einmal die Füße unter das aus der Tiefe vorgepumpte heiße Wasser der heißesten Heilquelle Mitteleuropas zu halten (es ist wirklich arg heiß - länger als ein paar Sekunden am Stück geht nicht), das musste schon sein. Gilt es doch als heilsam bei Gicht, Arthrose und sonstigen Gelenkleiden. Davon hab‘ ich so ziemlich alles zu bieten, so dass ich mir eine perfekte Wandervorbereitung beim Fußbaden einbilde.
Am folgenden Dienstag geht‘s zu zweit in Kornelimünster auf die erste Etappe des Eifelsteigs. Mit einer Länge von nur gut 14 Kilometern, 327m bergauf, 136m bergab ein gemütliches Einwandern. Theoretisch jedenfalls. Wir verlängern die Strecke einige Male, weil sie auf den ersten beiden Etappen alles andere als gut markiert ist. Entgegen den Beteuerungen der Veranstalter. Viele Abzweige sind gar nicht ausgeschildert oder sonstwie markiert. Wir haben zwar Tracks dabei - aber wenn auf einer klaren Geradeausstrecke kein Schild oder Hinweis auftaucht … läuft frau eben auch geradeaus weiter …
Irgendwann haben wir es kapiert und den jeweiligen Track wirklich griffbereit und immer im Auge. Schmälert ein wenig das Genusswandern, vermindert aber auch weitere Abirrungen. Ab Tag drei sind die Markierungen dann wirklich vorbildlich und das Handy kann fast immer im Gepäck bleiben.
Nach der ersten Etappe steht noch eine Busfahrt zum Hotel nach Monschau an (am Folgetag dann per Bus wieder zurück zum Anfang von Etappe 2 - in diesem Hotel logieren wir gleich zwei sehr komfortable Nächte). Wir schaffen es aufgrund verlegter Haltestellen an Baustellen, einen Bus zu verpassen und dann später den falschen Bus zu nehmen. Merken es viel zu spät. Busverbindungen in der Eifel sind rar und so hätten wir per Busrückfahrt den Tag locker um gleich drei Stunden verlängert. Es bleibt mit schnellem Daumen und zwei freundlichen Mitnehmerinnen bei „nur“ 1,5h obendrauf. Mentaltest gleich auf Etappe Eins.
Etappe Zwei führt nach einer gut halbstündigen Busfahrt am kommenden Tag nach Belgien ins „Hohe Venn“. Die Hitze hat Fahrt aufgenommen. Lange, gerade und vor allem hauptsächlich stinklangweilige Wege in praller Sonne zermürben auch schon bei 17 Tageskilometern ordentlich. Gelegentlich aber doch auch hübsche Sichten.
Was wir nicht wissen: schon zwei Tage später wird diese Etappe gesperrt weil ein großer Waldbrand riesige Flächen des Torfbodens in Brand setzt.
In Monschau war es auch, wo mich in jeder Nacht jeweils ein Mückenstich ereilte. Ich hatte den Verdacht, dass es sich zweimal um dieselbe Mücke handelte. Diese Mücke ist deshalb so bedeutsam, weil sie die einzige blieb, die ich in den sieben Tagen wenn auch nicht zu Gesicht, so doch immerhin zu spüren bekam. Möge mein Blut zur Erhaltung der Art dienen. Ich wünschte es dem piekenden Plagegeist inständig.
Denn: auch das reichlich „spooky“: wir wanderten durch pralle Natur, einen Naturpark mit vielen Bächen, ein Hochmoor, entlang mehrerer Flüsse und Talsperren. Aber nicht EINE Mücke, Bremse, Pferdefliege oder sonstiges Stechzeugs belästigte uns. Mitten im Sommer in Feld, Wald und Wiesen. Neben Weiden mit Kühen, Pferden, Schafen. NICHT EINE MÜCKE! Das ist … mindestens seltsam. Einige Vögel und sogar eine winzige Schar Schwalben allerdings konnte ich beobachten. (Einschub: auch in München herrscht ein nahezu mückenfreier Sommer. Und ich habe hier am Stadtrand auch noch KEINE EINZIGE Schwalbe gesehen in diesem Jahr. Keine Einzige).
Aus dem Internet erfuhren wir, dass inzwischen auch um das vor kurzem hinter uns gelassene Städtchen Monschau herum Brände wüteten. Wir befanden uns in Luftlinie ca. zwanzig Kilometer von den Bränden entfernt. Weit genug. Aber auch das fühlte sich bizarr an.
Die von vielen anderen erwartete aber von uns ignorierte Sonnenfinsternis rang mir kein Foto ab. Die vom Waldbrandqualm an einem Folgeabend davon orange gefärbte Dunstsonne dagegen schon.
Aus dem Internet erfuhren wir, dass inzwischen auch um das vor kurzem hinter uns gelassene Städtchen Monschau herum Brände wüteten. Wir befanden uns in Luftlinie ca. zwanzig Kilometer von den Bränden entfernt. Weit genug. Aber auch das fühlte sich bizarr an.
Der Wind wehte an zwei Tagen die Qualmwolken in unsere Richtung, so dass es sich anfühlte, als wanderten wir an einem Dauerlagerfeuer entlang. Der Hals begann zu kratzen und ab und zu rieselten federleichte winzig-Ascheteilchen auf uns herab.
Am Ende der Etappe5 zum atmosphärisch sehr schönen Kloster Steinfeld, in dessen Gästehaus wir die Nacht verbrachten, war der Himmel wieder halbwegs klar.
Es war die Hitze … Im August eine Weitwanderung zu buchen ist also zumindest … riskant … und fraglich, ob so weiterzuverfolgen.













