Nach anfänglich leichten Neben- oder Kieferhöhlenproblematiken schien es sich am Folgemittwoch meines Ötztalurlaubs gebessert zu haben und so brach ich am späten Vormittag mit meinem Birdy-Rädchen ins fünf Kilometer entfernte und um ca. 300 Höhenmeter höher gelegene idyllische Örtchen Gries auf. Musste - ohne E sondern als BioBikerin unterwegs - nahezu komplett hochschieben und freute mich entsprechend auf die Rückfahrt.
Ein ausgesprochener Wunsch für den Urlaub hatte gelautet: einmal über die Baumgrenze hinaus wandern. Nachdem das Rädchen in Gries abgeschlossen und ich für‘s Wandern gerüstet war, ging‘s los in Richtung der auf 2362m gelegenen Winnebachseehütte. Idyllische zunächst waldig-felsige Wege gingen über in Latschenbewuchs und irgendwann nach der 2000m-Bank kam sie: die Baumgrenze.
Und bald danach die hochalpine Landschaft mit roten Beerensträuchern, Flechtenbewusch, bunten Felsen, rauschendem Bergbach und Wasserfall.
Der Winnebachsee kalt, an der tiefsten Stelle max. knietief und voller sehr scharfkantiger aber rutschiger Steine, an denen ich mir einen blutigen Ratscher am Fuß zuzog und es also doch besser bei einem kurzen Fußbad beließ.
Für mich strahlt die karge hochalpine Welt Erhabenheit aus.
Ein kleiner Spaziergang noch rund um die auf 2362m ü NN gelegene Alpenvereinshütte, die Ende dieser Woche schließen würde, wie mir der (ziemlich schlecht gelaunt wirkende) Hüttenwirt (oder war es ein Angestellter?) mitteilte.
Ich könnte mir ein Süppchen und eine Johannisbeerschorle, dann ging es wieder an den Abstieg.
Der Bequemlichkeit halber hatte ich für die Wanderung wie so oft einen sehr leichten und luxoriösen Trekkingstock genutzt und stellte erst beim Abstieg fest, dass meine rechte Hand dadurch offensichtlich falsch be- oder insgesamt überlastet worden war, so dass das Daumen-Mittelgelenk stark schmerzte. Die Schmerzen verstärkten sich immer weiter - auch nachdem ich den Stock zusammegefaltet und im Rucksack verstaut hatte. Eindeutig einmal wieder und diesmal eine neue arthritische Entzündung in einem bisher nicht betroffen gewesenen Gelenk (davon gibt‘s auch immer weniger 😢…. )
Zurück in Gries war es kühl geworden, doch die flotte Abfahrt mit dem Rad nach Längenfeld dauerte zum Glück nicht annähernd so lange, wie die morgendliche Hochfahrt gedauert hatte. Froh war ich über die bis auf die Fingerproblematik einigermaßen locker bewältigte Wanderung mit insgesamt 1200 Höhenmetern je bergauf und bergab bis über die Baumgrenze. Damit war ein Plan für den Urlaub in die Tat umgesetzt und so genehmigte ich mir für den Folgetag mit angekündigten Regenphasen einen Rundum-Wellnesstag in der Thermen- und Saunalandschaft Aqua Dome in Längenfeld - direkt neben dem Campingplatz gelegen.
Las beim Wellnessen fast in einem Rutsch dieses mich sehr berührende Buch durch, hoffte auf das schwefelige Mineralwasser, das das trotz Quarkwickeln und Tapen immer noch schmerzenden Daumengelenk befrieden möge. Es wurde besser doch nicht gut genug, der Hand wieder einen Trekkingstock zumuten zu dürfen.
Denn inzwischen wurde ich geradezu wagemutig und hatte beschlossen, am Freitag den zweiten lose gefassten Wunsch in die Tat umzusetzen. Eine Wanderung, die mich auf über 3000 Höhenmeter bringen würde. Mit dem Bus fuhr ich morgens nach Sölden, von wo die sehr komfortable Giggijochbahn mal eben locker einen Großteil der Höhenmeter wegschummelte und mich an der Bergstation auf 2200m gleich über der Baumgrenze entließ.
So grandios die Bergwelt ist, so sehr stören bis verschandeln hier die massenhaft vorhandenen Lifte und technischen Geräte dieser auf Wintersport spezialisierten Gegend die Hänge. Die erste Strecke verläuft über Serpentinenstraßen, auf denen reichlich Baufahrzeuge lärmend Staub aufwirbeln.
Außerdem gibt es Moutainbikerstrecken und -trassen, auf denen sich mit auch anderen Liften nach oben transportierte Bikerscharen tummeln. Hier steppt der touristische Bär.
Dennoch hatte ich Respekt vor den noch zu bewältigenden gut 800 Höhenmetern bis zum 3018m über NN gelegenen Schwarzkogel, auf den meine Wanderwahl gefallen war. Nicht ohne Grund; gilt er doch als der in dieser Gegend am leichtesten zu erwandernde Dreitausender-Gipfel. Zweifel hatte ich an meiner Puste und Pumpe. Ich erinnerte mich noch sehr gut an meine Luftnot bei der schon 17 Jahre zurückliegenden Wanderung auf die Zugspitze, die nicht einmal 3000m hoch ist und die ebenfalls im Ötztal stattgefundene bisher höchste meiner Wanderung im Juli 2007 auf die Kreuzspitze mit 3456m hatte mich Puste gekostet. Und jünger bin ich seitdem eindeutig nicht geworden.
2011 wurden mir Herzmacken bescheinigt und ich nahm seitdem an, dass der häufig in größeren Höhen stattfindende rapide und unverhältnismäßig schnelle Leistungsverlust damit zusammenhängt. Seit 2015 nehme ich zudem Blutdrucksenker und war danach niemals mehr in solcher Höhe zu Fuß unterwegs. Die Wanderung zur Winnebachseehütte hatte mich zwar ermutigt denn mir waren keine nennenswerten Krafteinbußen aufgefallen doch heute sollte es nochmal etwas mehr als 600 Meter höher hinauf gehen.
Die Landschaft mit ihren bunten Felsen ein Traum! Schon früh öffnet sich der Blick auf den Rettenbachgletscher. Davor der See für die Schneekanonen - aber auch er hübsch anzusehen.
Ein Stück weiter und über einen steinigen Pass hinweg öffnet sich der Blick auf ein wirkliches Juwel der Berge: den Schwarzsee auf 2800m Höhe. Er glitzert in der Sonne, die sich die dort herrschenden einstelligen Lufttemperaturen im Windschatten sehr viel wärmer anfühlen lässt.
Badesachen habe ich heute keine dabei. Hielt es für ausgeschlossen, hier in dieser Höhe und Kälte baden zu können. Es liegt hier und da Schnee. Doch der See bietet die Möglichkeit, sich hinter einer Felsnase ein klein wenig den zumindest wegnahen Blicken der Mitwanderer (es sind nicht sehr viele aber doch immer wieder einige) halbwegs zu entziehen.
Ich schlendere erstmal unverbindlich dorthin und dann - ohne groß zu denken - entledige ich mich der Klamotten und tunke einmal ins wirklich extrem kalte Wasser ein. Ein Kälteschock! Aber auch belebend. Und mir wird bewusst: ich bin auf 2800m und kein noch so winziges Zeichen von Luftnot bis hierhin. Wie geil ist das denn!? Also weiter hoch zum Gipfel!
Da ich heute wegen des immer noch empfindlichen Daumens ohne Trekkingstock unterwegs bin, hüpfe ich wie in früheren Zeiten, als ich Trekkingstöcke schlicht nicht mochte, über die felsige Wackel- und Balancierpassagen. Und wie in früheren Zeiten macht es mir unglaublichen Spaß!
Randnotiz an Catrina: weil mir das Wörtchen „früher“ in diesen Positivfällen gefällt, sehe ich für mich persönlich von einem Benutzungsverbot doch lieber ab ;-p
Wieso eigentlich bin ich irgendwann auf den Trip mit der Stockbenutzung geraten? Immer nur einen - zwei stören mich beim Wandern total. Aber der eine hilft eben doch, auch Kraft aus dem Oberkörper für den Aufstieg zu nutzen und nicht nur die Beine müssen sie aufbringen. Aber wie ich heute feststelle: die Beine können das noch und das macht mich ebenso glücklich wie der erstaunliche Umstand, auch auf 3018m üNN diesmal keinerlei Atem- oder Konditionsprobleme zu haben. Klar - es gibt einige Wandere, die flotter unterwegs sind. Der flotte Marathoni und frühere Triathlet aus Hamburg zum Beispiel, der mir zu mehreren Gipfelfotos verhalf. Aber das hier ist ja kein Wettkampf.
Der Rückweg zur Giggijochbahn verlief etwas anders als der Hinweg. Dort angekommen sonnte ich mich noch ein halbes Stündchen in einem Liegestuhl, fuhr ab Sölden zurück nach Längefeld und war dann doch am Abend unglaublich erschöpft. Eine schöne Erschöpfung gepaart mit dem Glück, mir für‘s kommende Jahr noch einige Höhentouren vorzunehmen. Wer hätte das gedacht?!
⛰️
Nachtrag: weil mir deutlich aufgefallen ist, dass ich, die ich ansonsten beim Lesen inzwischen weitgehend blind bin und ohne Lesebrille von zwischen 2 und 2,5 Dioptrien keine normalgroßen Texte mehr entziffern kann, in den Bergen plötzlich nix mehr am Handy vergrößern oder für jedes Nachgucken die Lesebrille rauskramen muss, zu Hause oder auch schon auf niedrigerem Höhenniveau aber leider wieder alles verschwommen wie vorher ist, habe ich die KI gefragt:
Wieder was dazugelernt. In den Bergen plötzlich Adleraugen …
Ha … wieder etwas bekanntes dabei. Sölden. Da war ich mit unserem Sportkurs während des Studiums mal zum Skifahren. Gegend top, der Rest nicht so. Viel zu viel Trubel für meinen Geschmack und viel zu viele bekloppte Menschen. Aber wieder ein sehr schöner Reisebericht. Naja mal sehen, vielleicht kann ich mein Kindheitstrauma ja überwinden und schaue mal vorbei 😉
Den Rummel im Winter dort kann ich mir lebhaft vorstellen! Da ich nie Ambitionen zum Abfahrtski hatte, wird mir diese Welt erspart bleiben. Aber auch im Sommer ist Sölden ein Ort, der wirkt wie rein für Touristen erschaffen. Ich bin - weil ich noch Zeit bis zur Busabfahrt hatte - einmal komplett durchspaziert und es gab an der doch recht langen Innenstadtstraße nur Geschäfte und Restaurantbetriebe, die auf Besucher ausgerichtet waren. Von dem, was vor Jahrzehnten vielleicht noch ein bisschen Bergdorf war, ist schlicht nix übrig. Das gesamte Ötztal - und das ist ja auch verflixt lang, das Navi sagt: von Ötztal Bahnhof am Anfang bis zu einem letzten Ort der Seiten-Endtäler Vent dauert es eine Stunde mit dem Auto - ist eine Urlaubsarena.
Richtig! Wir müssen die "Früher-Regel" unbedingt um diesen wichtigen Zusatz ergänzen: In positiven Fällen ist der Vergleich ausdrücklich erlaubt! Und es ist wunderschön zu lesen, dass du beim stockfreien Felsenhüpfen genau so viel Spass hattest wie früher. Und überhaupt liest es sich herrlich erfrischend, was du in diesem Urlaub alles so anstellst, liebe Lizzy. Besonders genial finde ich, dass du auf 2800m spontan noch in den eiskalten Schwarzsee springst. Wer braucht schon Badesachen, wenn man einfach irgendwann beschliesst: Ich gehe jetzt schwimmen! 😂 Deine Nebenhöhlen und dein Daumen hatten vermutlich längst aufgegeben, dich noch zur Vernunft zu bringen.
Das mit den Adleraugen auf 3000m wusste ich nicht, interessante Info. Alles in allem entwickelt sich dieser Urlaub langsam zu einer ziemlich überzeugenden Beweissammlung dafür, dass Berge bei dir erstaunliche Dinge bewirken. 😄
Damit von dem „erfrischenden“ Intermezzo doch ein kleiner Eindruck entstehen kann, habe ich jetzt für dich einen kleinen Fotozusammenschnitt davon erstellt und nachträglich eingefügt, Catrina. Es war nicht ganz einfach, davon Fotos zu machen weil ich als Saunagängerin zwar keine großen Hemmungen beim Nacktbaden habe, davon aber ganz sicher niemals Fotos im Blog zeigen werde 🙈 Und überhaupt bin ich ja nicht ins Wasser „gesprungen“ oder wäre gar „geschwommen“. Du musst dir das so vorstellen:
Ich sehe einen kleinen Felsvorsprung, hinter dem ich zumindest den nahen Blicken halbwegs verborgen bleibe mit meinem irren Tun (vom weiteren Wanderweg aus würde man es sehen können aber so wie ich dort nur winzig-Wandermenschen sehe, können sie umgekehrt ja auch nicht viel mehr ausmachen ohne Fernglas). Hangele mich also weglos über felsiges Gelände dorthin. Dummerweise ist es dort eher schattig, es liegen Schneereste und die Temperatur im einstelligen Bereich (Google sagte was von um die 4°C) lässt schon mit den dünnen Wanderfähnchen sofort schnatternd die Zähne klappern. Dann noch naggisch machen und - natürlich ohne das Handy wirklich mit ins Wasser zu nehmen weil alles wackelig und die Motorik unsicher ist. Barfuß, kalt … das wäre ein zu großes Risiko - bis zum tieferen Wasser vortasten. Kaum sind die Füße drin, erstarren sie zu gefühllosen Eisklötzen. Also schnell ins etwas tiefere Wasser, einmal längs komplett reingelegt und nach genau drei gequetschten Atemzügen wieder rausgehechtet.
Mühsamst - weil ja nun auch Finger und Restkörper starr und das Gegenteil von „geschmeidig“ sind und ich nix zum Abtrocknen dabeihabe - den feuchten Körper schnatternd in die Textilien gefummelt. SO war das - und sah mit Sicherheit nicht wirklich heldinnenhaft aus. Dann aber kommt tatsächlich der vom Körper selber ausgelöste Wärmeschub! Das fühlt sich plötzlich ein bisschen nach Eigenkörper-Sauna an für eine Weile.
Oben am Gipfel habe ich dann aber doch wieder gefroren und den Aufenthalt relativ kurz gehalten.
Vernunft? Ich wurde in jungen Jahren von einem mir sehr wichtigen Menschen (der aber leider nicht mehr lebt) gerne mal spöttisch als „Vernunftsfrau“ abgekanzelt … Das ist mein dritter Vorname, Catrina 😐
Liebe Lizzy, wow, was für tolle Wanderungen! Bäume hinter dir gelassen, eiskalte Bergseen erobert, Gipfelsturm im Bergziegenmodus absolviert und außerdem darf dein Birdy dieses mal wieder so richtig kräftig mitmischen. Wenn da Gichtdaumen, Kreislauf und sonstige eventuelle Baustellen nicht einfach resignieren müssen, weiß ich auch nicht! :D
das schwarze Vögelchen schien sich in der Tat zu freuen, auch mit in die Berge zu dürfen. Es ist viel zu oft zu Hause eingesperrt und langweilt sich.
Da schreibst du was mit der „Gicht“, an die ich natürlich auch gedacht habe. Andererseits kommt es mir unwahrscheinlich vor denn meine beiden Gichtanfälle waren 2020 und 2021 und danch nix mehr. Vor einigen Monaten erst wurden alle Blutwerte gründlich untersucht und der Harnsäurewert war - genauso wie Zucker und so ziemlich alle anderen - vorbildlich. Die Entzündungswerte nur minimal über Grenzwert und das ist eher selten weil meine arthritischen Knochen im Grunde immer irgendwo rumzicken. Trotz nahezu vorbildlicher Ernährung, Bewegung etc. Deshalb habe ich eher die Arthrose im Verdacht, die kaum eine Stelle meines Körpers in Ruhe lässt. Aber was auch immer … es wird besser. Ist noch nicht weg und ich muss sehr aufpassen. Aber er lässt sich schon wieder ganz gut benutzen, der Daumen.
Und stimmt ja: zumindest sind Kreislauf und zentrale Pumpe momentan äußerst kooperativ - deshalb meckere ich auch gar nicht sondern bin den ollen Knochen in Summe dankbar für‘s Mitmachen.
Liebe Lizzy, wow, was für Fotos! Ja, da kommt der Zauber der Berge rüber! Der leider immer öfter gestört wird von menschlichen Eingriffen, die der Winter ja teils gnädig zudeckt (solange es noch Schnee gibt). Aber du konntest ja auch durchaus solcherart ungestörte Flecken genießen! Ich las auch mit Interesse deine ü-3000-er Erfahrungen. Ich bin einmal auf eine solche Höhe gekraxelt und hatte ziemliche Probleme, konnte nur noch in Zeitlupe gehen. Da ist es doch für dich als emsige Berglerin umso schöner, dass du trotz ein paar gesundheitlichen Einschränkungen so gut zurecht kamst! Das Daumengelenk ist natürlich ein Ärgernis. Ist es denn inzwischen wieder gut oder was kannst da dagegen tun? Liebe Grüße Elke
nun habe ich ja auch - als Gondel-Benutzerin und letztlich schon als eine, die dort Urlaub macht - von den Eingriffen profitiert. Ganz schwarz-weiß ist es ja nie …
Was die 3000er-Grenze angeht, kannte ich es eben vorher auch genau wie du: „in Zeitlupe gehen“ trifft es ziemlich gut .. und keine Ahnung, woran es lag, dass es diesmal anders war.
In puncto Daumengelenkt hat Doris mit ihrer Gicht-Vermutung vermutlich doch recht. Ich habe nochmal die KI mit den Symptomen gefüttert und noch nix dazu zur Gicht gesagt. Sie kam als Idee trotzdem und auch bei meinen „Gegenargumenten“ (mehrere Jahre keinen Anfall gehabt, vor einigen Monaten noch prima Blutwerte) blieb sie dabei weil auch bei guten Blutwerten alte Kristallablagerungen in den Gelenken (habe ich weilche, ja) sozusagen gelöst und dadurch ein Anfall getriggert worden sein. Dazu die über Tage hinweg hohe Anstrengung bei vermutlich unterdurchschnittlichen Trinkmengen .. Es könnte wirklich stimmen.
Was kann ich dagegen tun … tja … weiter aufmerksam und bewusst verhalten, Risiken gering halten und das Glück beschwören. Ansonsten schlicht akzeptieren und aushalten. Der Daumen hält inzwischen Ruhe .. der schon … ;)
Haha, Lizzy, danke für die zusätzlichen Fotos und Kopfkino-Beschreibung! Jetzt kann ich mir das richtig gut vorstellen. Und ja, ich nehme „ins Wasser springen“ offiziell zurück! Es war wohl eher eine dreizügige Atemübung mit anschliessendem Ganzkörper-Schockprogramm. Aber bei 4°C, Schnee und ohne Handtuch finde ich das trotzdem ein sehr heldenhaftes Unterfangen... ich könnte das nie und nimmer! "Vernunftsfrau" ist herrlich. Ich glaube, dein dritter Vorname hat an diesem Tag einfach Ferien gehabt! 😂
Im Grunde bin ich auch ziemlich selten in den richtigen Bergen und habe im Alltag nichtmal kleine davon und Wald um mich herum … so hat alles seine Vor- und Nachteile.
Hach, wie schön, so weit oben in den Bergen, liebe Lizzy!
Ich liebe es ja auch in den ergreifenden und majestätischen Bergen herumzuspazieren, zu wandern oder zu marschieren, jetzt da das Laufen nicht mehr so klappt!
Die Idee mit dem Radl ein Stück zu meistern ist eine kreative Ergänzung! Schöne Touren und eine tolle Ecke zum Abtauchen (ins kalte Bergseewasser) genutzt!
Leider sind die Umgebungen um Liftanlagen nicht sehr schön. In meinen Augen verschandeln sie die tolle Berggegend. Die Pisten sehen im Sommer zum Heulen aus, wir sind sehr oft an quasi heruntergekommenen Hängen entlang gewandert! - Früher habe ich es ja auch genutzt. Da bin ich im Sommer weniger in den Bergen gewesen und konnte das nicht so realisieren. Heute fänd ich es schön, wenn sie wenigstens die Anlagen zurückbauten, wo sich kaum noch natürlicher Schnee lange hält!
Egal, es liest sich nach schönen Auszeiten und zu deinen Zahnbehandlungen gute Nerven, viel Kraft und Erfolg und möglichst wenig Schmerzen!
Vielen Dank für Filmchen, Bilder und den Bericht überhaupt, sowie auch für die Zusatzinfo über das Sehen in den Bergen!
in den Bergen - majestätisch ist ein schönes passendes Wort, danke dafür! - bin ich auch zu Laufzeiten immer nur gewandert und ich war bekennende „lieber Wandern als Laufen“-Vertreterin. Mit dem Problem, dass Wandern in nüchternen und städtischen Umgebungen und dort, wo man alles schon kennt, irgendwie kaum Sinn macht und man außerhalb des Urlaubs und einiger Wochenenden nicht genug Zeit hat, sich damit ausreichend auszutoben. Laufen war anfangs bei mir weniger Sport als vielmehr Selbst-Therapie. Später kam das Spiel mit den Teilnahmen an Veranstaltungen dazu, die gegenseitige Anstachelung in einem Laufforum, das Treffen anderer Läufer … aber letztlich galt für mich immer: Wandern ist, wenn die Bedingungen dazu vorhanden sind … mächtiger …
Die Liftanlagen sind in der Tat nicht schön und als ich auf dem Rückweg mal abkürzend querhang über die platten Pisten marschierte, lief ich vorbei an im Winter vermutlich von Skifahrern verlorenen oder weggeworfenen Lippenbalsampäckchen, Kaugummiverpackungen, diversen Plastik-Verschlussteilen etc. So richtig schön ist es nicht. Ich mag aber auch nicht aburteilen, wo das richtige Maß anfängt oder aufhört weil ich ebenfalls Infrastrukturen - wenn in meinem Fall auch nicht die winterlichen - nutze, um auf den Bergen rumzutrampeln. Das mit den Schneekanonen ist aber in der Tat ein Auswuchs, der generell überdacht gehört.
Danke für die guten Wünschen bzgl. der Zahngeschichte. Tja - ich war mir lange nicht sicher, ob es eher Nebenhöhlen oder Zahnwurzel ist … nun war es die Zahnwurzel und es wächst sich zur längerfristigen Geschichte aus. Nervig - aber auch hier überwiegt die Dankbarkeit dafür, dass es die Möglichkeiten von Implantaten gibt und mich das trotz hoher Kosten nicht in ernsthafte Nöte bringt.
14 Kommentare:
Ha … wieder etwas bekanntes dabei. Sölden. Da war ich mit unserem Sportkurs während des Studiums mal zum Skifahren. Gegend top, der Rest nicht so. Viel zu viel Trubel für meinen Geschmack und viel zu viele bekloppte Menschen.
Aber wieder ein sehr schöner Reisebericht. Naja mal sehen, vielleicht kann ich mein Kindheitstrauma ja überwinden und schaue mal vorbei 😉
Den Rummel im Winter dort kann ich mir lebhaft vorstellen! Da ich nie Ambitionen zum Abfahrtski hatte, wird mir diese Welt erspart bleiben. Aber auch im Sommer ist Sölden ein Ort, der wirkt wie rein für Touristen erschaffen. Ich bin - weil ich noch Zeit bis zur Busabfahrt hatte - einmal komplett durchspaziert und es gab an der doch recht langen Innenstadtstraße nur Geschäfte und Restaurantbetriebe, die auf Besucher ausgerichtet waren. Von dem, was vor Jahrzehnten vielleicht noch ein bisschen Bergdorf war, ist schlicht nix übrig. Das gesamte Ötztal - und das ist ja auch verflixt lang, das Navi sagt: von Ötztal Bahnhof am Anfang bis zu einem letzten Ort der Seiten-Endtäler Vent dauert es eine Stunde mit dem Auto - ist eine Urlaubsarena.
Richtig! Wir müssen die "Früher-Regel" unbedingt um diesen wichtigen Zusatz ergänzen: In positiven Fällen ist der Vergleich ausdrücklich erlaubt! Und es ist wunderschön zu lesen, dass du beim stockfreien Felsenhüpfen genau so viel Spass hattest wie früher.
Und überhaupt liest es sich herrlich erfrischend, was du in diesem Urlaub alles so anstellst, liebe Lizzy. Besonders genial finde ich, dass du auf 2800m spontan noch in den eiskalten Schwarzsee springst. Wer braucht schon Badesachen, wenn man einfach irgendwann beschliesst: Ich gehe jetzt schwimmen! 😂 Deine Nebenhöhlen und dein Daumen hatten vermutlich längst aufgegeben, dich noch zur Vernunft zu bringen.
Das mit den Adleraugen auf 3000m wusste ich nicht, interessante Info. Alles in allem entwickelt sich dieser Urlaub langsam zu einer ziemlich überzeugenden Beweissammlung dafür, dass Berge bei dir erstaunliche Dinge bewirken. 😄
Damit von dem „erfrischenden“ Intermezzo doch ein kleiner Eindruck entstehen kann, habe ich jetzt für dich einen kleinen Fotozusammenschnitt davon erstellt und nachträglich eingefügt, Catrina. Es war nicht ganz einfach, davon Fotos zu machen weil ich als Saunagängerin zwar keine großen Hemmungen beim Nacktbaden habe, davon aber ganz sicher niemals Fotos im Blog zeigen werde 🙈
Und überhaupt bin ich ja nicht ins Wasser „gesprungen“ oder wäre gar „geschwommen“. Du musst dir das so vorstellen:
Ich sehe einen kleinen Felsvorsprung, hinter dem ich zumindest den nahen Blicken halbwegs verborgen bleibe mit meinem irren Tun (vom weiteren Wanderweg aus würde man es sehen können aber so wie ich dort nur winzig-Wandermenschen sehe, können sie umgekehrt ja auch nicht viel mehr ausmachen ohne Fernglas). Hangele mich also weglos über felsiges Gelände dorthin. Dummerweise ist es dort eher schattig, es liegen Schneereste und die Temperatur im einstelligen Bereich (Google sagte was von um die 4°C) lässt schon mit den dünnen Wanderfähnchen sofort schnatternd die Zähne klappern. Dann noch naggisch machen und - natürlich ohne das Handy wirklich mit ins Wasser zu nehmen weil alles wackelig und die Motorik unsicher ist. Barfuß, kalt … das wäre ein zu großes Risiko - bis zum tieferen Wasser vortasten. Kaum sind die Füße drin, erstarren sie zu gefühllosen Eisklötzen. Also schnell ins etwas tiefere Wasser, einmal längs komplett reingelegt und nach genau drei gequetschten Atemzügen wieder rausgehechtet.
Mühsamst - weil ja nun auch Finger und Restkörper starr und das Gegenteil von „geschmeidig“ sind und ich nix zum Abtrocknen dabeihabe - den feuchten Körper schnatternd in die Textilien gefummelt. SO war das - und sah mit Sicherheit nicht wirklich heldinnenhaft aus. Dann aber kommt tatsächlich der vom Körper selber ausgelöste Wärmeschub! Das fühlt sich plötzlich ein bisschen nach Eigenkörper-Sauna an für eine Weile.
Oben am Gipfel habe ich dann aber doch wieder gefroren und den Aufenthalt relativ kurz gehalten.
Vernunft? Ich wurde in jungen Jahren von einem mir sehr wichtigen Menschen (der aber leider nicht mehr lebt) gerne mal spöttisch als „Vernunftsfrau“ abgekanzelt … Das ist mein dritter Vorname, Catrina 😐
Liebe Lizzy,
wow, was für tolle Wanderungen! Bäume hinter dir gelassen, eiskalte Bergseen erobert, Gipfelsturm im Bergziegenmodus absolviert und außerdem darf dein Birdy dieses mal wieder so richtig kräftig mitmischen. Wenn da Gichtdaumen, Kreislauf und sonstige eventuelle Baustellen nicht einfach resignieren müssen, weiß ich auch nicht! :D
Liebe Doris,
das schwarze Vögelchen schien sich in der Tat zu freuen, auch mit in die Berge zu dürfen. Es ist viel zu oft zu Hause eingesperrt und langweilt sich.
Da schreibst du was mit der „Gicht“, an die ich natürlich auch gedacht habe. Andererseits kommt es mir unwahrscheinlich vor denn meine beiden Gichtanfälle waren 2020 und 2021 und danch nix mehr. Vor einigen Monaten erst wurden alle Blutwerte gründlich untersucht und der Harnsäurewert war - genauso wie Zucker und so ziemlich alle anderen - vorbildlich. Die Entzündungswerte nur minimal über Grenzwert und das ist eher selten weil meine arthritischen Knochen im Grunde immer irgendwo rumzicken. Trotz nahezu vorbildlicher Ernährung, Bewegung etc. Deshalb habe ich eher die Arthrose im Verdacht, die kaum eine Stelle meines Körpers in Ruhe lässt. Aber was auch immer … es wird besser. Ist noch nicht weg und ich muss sehr aufpassen. Aber er lässt sich schon wieder ganz gut benutzen, der Daumen.
Und stimmt ja: zumindest sind Kreislauf und zentrale Pumpe momentan äußerst kooperativ - deshalb meckere ich auch gar nicht sondern bin den ollen Knochen in Summe dankbar für‘s Mitmachen.
Liebe Lizzy,
wow, was für Fotos! Ja, da kommt der Zauber der Berge rüber! Der leider immer öfter gestört wird von menschlichen Eingriffen, die der Winter ja teils gnädig zudeckt (solange es noch Schnee gibt). Aber du konntest ja auch durchaus solcherart ungestörte Flecken genießen! Ich las auch mit Interesse deine ü-3000-er Erfahrungen. Ich bin einmal auf eine solche Höhe gekraxelt und hatte ziemliche Probleme, konnte nur noch in Zeitlupe gehen. Da ist es doch für dich als emsige Berglerin umso schöner, dass du trotz ein paar gesundheitlichen Einschränkungen so gut zurecht kamst!
Das Daumengelenk ist natürlich ein Ärgernis. Ist es denn inzwischen wieder gut oder was kannst da dagegen tun?
Liebe Grüße
Elke
Liebe Elke,
nun habe ich ja auch - als Gondel-Benutzerin und letztlich schon als eine, die dort Urlaub macht - von den Eingriffen profitiert. Ganz schwarz-weiß ist es ja nie …
Was die 3000er-Grenze angeht, kannte ich es eben vorher auch genau wie du: „in Zeitlupe gehen“ trifft es ziemlich gut .. und keine Ahnung, woran es lag, dass es diesmal anders war.
In puncto Daumengelenkt hat Doris mit ihrer Gicht-Vermutung vermutlich doch recht. Ich habe nochmal die KI mit den Symptomen gefüttert und noch nix dazu zur Gicht gesagt. Sie kam als Idee trotzdem und auch bei meinen „Gegenargumenten“ (mehrere Jahre keinen Anfall gehabt, vor einigen Monaten noch prima Blutwerte) blieb sie dabei weil auch bei guten Blutwerten alte Kristallablagerungen in den Gelenken (habe ich weilche, ja) sozusagen gelöst und dadurch ein Anfall getriggert worden sein. Dazu die über Tage hinweg hohe Anstrengung bei vermutlich unterdurchschnittlichen Trinkmengen .. Es könnte wirklich stimmen.
Was kann ich dagegen tun … tja … weiter aufmerksam und bewusst verhalten, Risiken gering halten und das Glück beschwören. Ansonsten schlicht akzeptieren und aushalten. Der Daumen hält inzwischen Ruhe .. der schon … ;)
Haha, Lizzy, danke für die zusätzlichen Fotos und Kopfkino-Beschreibung! Jetzt kann ich mir das richtig gut vorstellen.
Und ja, ich nehme „ins Wasser springen“ offiziell zurück! Es war wohl eher eine dreizügige Atemübung mit anschliessendem Ganzkörper-Schockprogramm. Aber bei 4°C, Schnee und ohne Handtuch finde ich das trotzdem ein sehr heldenhaftes Unterfangen... ich könnte das nie und nimmer!
"Vernunftsfrau" ist herrlich. Ich glaube, dein dritter Vorname hat an diesem Tag einfach Ferien gehabt! 😂
Gerne, Catrina - und: Schockprogramm trifft es wunderbar ;)
Ach du machst immer schöne Sachen. Schade, dass es bis in die richtigen Berge so weit von hier ist.
Alles Gute
Jörg
Im Grunde bin ich auch ziemlich selten in den richtigen Bergen und habe im Alltag nichtmal kleine davon und Wald um mich herum … so hat alles seine Vor- und Nachteile.
Hach, wie schön, so weit oben in den Bergen, liebe Lizzy!
Ich liebe es ja auch in den ergreifenden und majestätischen Bergen herumzuspazieren, zu wandern oder zu marschieren, jetzt da das Laufen nicht mehr so klappt!
Die Idee mit dem Radl ein Stück zu meistern ist eine kreative Ergänzung! Schöne Touren und eine tolle Ecke zum Abtauchen (ins kalte Bergseewasser) genutzt!
Leider sind die Umgebungen um Liftanlagen nicht sehr schön. In meinen Augen verschandeln sie die tolle Berggegend. Die Pisten sehen im Sommer zum Heulen aus, wir sind sehr oft an quasi heruntergekommenen Hängen entlang gewandert! - Früher habe ich es ja auch genutzt. Da bin ich im Sommer weniger in den Bergen gewesen und konnte das nicht so realisieren. Heute fänd ich es schön, wenn sie wenigstens die Anlagen zurückbauten, wo sich kaum noch natürlicher Schnee lange hält!
Egal, es liest sich nach schönen Auszeiten und zu deinen Zahnbehandlungen gute Nerven, viel Kraft und Erfolg und möglichst wenig Schmerzen!
Vielen Dank für Filmchen, Bilder und den Bericht überhaupt, sowie auch für die Zusatzinfo über das Sehen in den Bergen!
Liebe Grüße Manfred
Lieber Manfred,
in den Bergen - majestätisch ist ein schönes passendes Wort, danke dafür! - bin ich auch zu Laufzeiten immer nur gewandert und ich war bekennende „lieber Wandern als Laufen“-Vertreterin. Mit dem Problem, dass Wandern in nüchternen und städtischen Umgebungen und dort, wo man alles schon kennt, irgendwie kaum Sinn macht und man außerhalb des Urlaubs und einiger Wochenenden nicht genug Zeit hat, sich damit ausreichend auszutoben. Laufen war anfangs bei mir weniger Sport als vielmehr Selbst-Therapie. Später kam das Spiel mit den Teilnahmen an Veranstaltungen dazu, die gegenseitige Anstachelung in einem Laufforum, das Treffen anderer Läufer … aber letztlich galt für mich immer: Wandern ist, wenn die Bedingungen dazu vorhanden sind … mächtiger …
Die Liftanlagen sind in der Tat nicht schön und als ich auf dem Rückweg mal abkürzend querhang über die platten Pisten marschierte, lief ich vorbei an im Winter vermutlich von Skifahrern verlorenen oder weggeworfenen Lippenbalsampäckchen, Kaugummiverpackungen, diversen Plastik-Verschlussteilen etc. So richtig schön ist es nicht. Ich mag aber auch nicht aburteilen, wo das richtige Maß anfängt oder aufhört weil ich ebenfalls Infrastrukturen - wenn in meinem Fall auch nicht die winterlichen - nutze, um auf den Bergen rumzutrampeln. Das mit den Schneekanonen ist aber in der Tat ein Auswuchs, der generell überdacht gehört.
Danke für die guten Wünschen bzgl. der Zahngeschichte. Tja - ich war mir lange nicht sicher, ob es eher Nebenhöhlen oder Zahnwurzel ist … nun war es die Zahnwurzel und es wächst sich zur längerfristigen Geschichte aus. Nervig - aber auch hier überwiegt die Dankbarkeit dafür, dass es die Möglichkeiten von Implantaten gibt und mich das trotz hoher Kosten nicht in ernsthafte Nöte bringt.
Kommentar veröffentlichen