10 September 2026

Fuggerstadt Augsburg

Mein erster eher kurzer Stadtbesuch mit kulinarisch untermalter Stadtführung  in der Fuggerstadt Augsburg  blieb vor einigen Wochen unbebloggt. Sie gefiel mir gut, diese geschichtsträchtige Stadt, die über viele Jahrhunderte von der sehr geldaffinen und diesbezüglich überaus erfolgreichen Kaufmanns- und Bankierfamilie der Fugger geprägt wurde.


Noch besser gefiel mir fast die Geschichte des „Ausnahmefugger“ Hans Jakob Fugger, der der einzige seiner Familie ist, dem in Augsburg ein Denkmal gesetzt wurde. Er war auch der einzige, der sein Geld für  eine umfangreiche Kunst- und Büchersammlung ausgab und irgendwann bankrott ging … ob die zwei Ehen und die daraus hervorgegangenen 19 Kinder auch etwas mit dem Geldschwund zu tun hatten, blieb offen … doch Hans Jakob war pleite und musste seine Büchersammlung verkaufen.

Gekauft hat sie Herzog Albrecht V. von Bayern, der daraus die Münchener Hofbibliothek und damit den Grundstock für die Bayerische Staatsbibliothek schuf. Der einzige Fugger, der pleite ging  trat in die Dienste des Herzogs  und wurde später dessen Kammerpräsident, was sowas wie der Bayerische Finanzminister war. Staatsfinanz-Logik von damals … und heute?

Nun - Augsburg ist nicht mehr so reich aber immer noch eine sehr schöne Stadt mit einer sehr großen, zum Schlendern, Bewundern, Dazulernen, Genießen und Geld ausgeben einladenden Altstadt. Also fuhr ich - diesmal zusammen mit Volker - ein zweites Mal und wieder mit dem Zug* dorthin. Wir genossen, bewunderten ausgiebig, lernten dazu und gaben auch Geld aus ;-)

Landeten schlendernd z. B. in einer wirklich interessant gestalteten Ausstellung über Martin Luther und lernten viel über die Religionswirrnisse in dieser für die Reformation so bedeutenden Stadt mit einem eigenen bundesweit einmaligen Extra-Feiertag. Sahen Wasser über Wasser fließen in dieser für ihr Wassermanagement als Unesco-Weltkulturerbe geadelten Stadt.

Fanden einige weitere historische, architektonische und kulinarische Leckerbissen. Hatten Glück mit dem Wetter. Angesagt war ein sonnenfreier Wolkentag. Die Sonne hielt sich nicht an die Vorgabe der Apps sondern kam über mehrere Stunden aus ihrem Wolkenversteck, so dass für mich auch ein kleines Bade- und Schwimmründchen an Augsburg Stadtstrand im Lech möglich war während Volker Steinmännchen baute, die Beine ins Wasser und die Seele in der Luft baumeln ließ.


*Der in Augsburg geborene Berthold Brecht sagte über seine Geburtsstadt den Satz: „Das beste an Augsburg ist der Schnellzug nach München“ ;-) 


06 September 2026

In Mittenwald und um Mittenwald herum

Und wieder könnte ich schreiben: liebe Leser - einfach weiterziehen, hier gibt‘s nicht viel zu sehen oder zu lesen. Denn dies ist in erster Linie ein Marker-Wiederfind-Blogbeitrag. 

Vom Geburtstags-Kurzurlaub mit Mobil, Mann und jüngstem Enkel, der uns für einige Ferientage Gesellschaft leistete. Beim Wandern in Leutaschklamm ab Mittenwald und zum Lautersee. Mit morgendlichem Rückfahrt-Kurzhupf in den Walchensee. Der nicht nur unerschrocken sondern geradezu begeistert die kühlen  (von 17°C-22°C) Wasser von Isar, Lauter- und Walchensee genoss und grundsätzlich gerne mehr davon wollte. Also: der Enkel - der Mann eher nicht so 😆  Schön war‘s!

🚐 💦 🌄

28 August 2026

Gehen Sie weiter; es gibt hier nichts zu sehen

 … und nicht viel zu lesen … ich erzähl‘s nur, weil ich das irgendwann so halb-halb versprochen habe, dass ich‘s erzähle, sollte ich die dusselige Idee, nachts am heimatnahen ehemaligen Bahndamm zu übernachten, in die Tat umsetzen. Hab‘ ich also abgehakt.

Vollmond. Oder - wie ich in diesem Zusammenhang gelernt habe: Störmond, wie der Vollmond im August  heißt, wobei „Stör“ nicht von „Stören“ sondern vom Fisch namens „Stör“ herrührt. Ansonsten war nicht viel los, dort. Obwohl … wie man‘s nimmt …

Ordentlich viel Lärm war … Hingegangen gegen 21:30 Uhr, die Hängematte nebst einziehbarer Isomatte und diversem weiteren Übernachtungszubehör zur alten und leider ziemlich schwächelnden Lieblingsbirke mit Querästen, die sich als perfekt zur Aufhängung der Hängematte erwiesen. Super Abstand, passende Reinkletterhöhe.

In der Ferne (hier stark rangezoomt) viele rote Punkte - damit kein Flugzeug reindonnert in die Hypovereinsbank oder die Baustelle der neuen Gebäude, (Luftlinie lt. GoogleMaps gut 4 Kilometer entfernt) die von der mich angestellt habenden Firma dort hochgezogen werden und in die vermutlich erst eingezogen wird, wenn ich lange in Rente bin … Wäre trotzdem schade drum ..

Bunt ist es und so hell durch Vollmond, Lichtemissionen der Stadt und des nur einige hunder Meter entfernt gelegenen Bauernhofs, dass ich die mitgenommene Taschenlampe nicht benötige, um meine Handgriffe erfolgreich zu absolvieren und irgendwann in der Hängematte zu liegen komme. 


Da liege ich nun. Davon ausgegangen, aufgrund ziemlich starker Müdigkeit nach einem langen und auch bewegten Tag mit kleinem Lauf, Radfahrten und Schwimmeinheit in der inzwischen wieder etwas kühleren (um die 18°C) Isar. Falsch gedacht. 

In der ersten Stunde lärmt bis gegen 23 Uhr irgendwas auf dem Bauernhof mörderisch laut und hell. Eine Maschine, die sich nach Riesenmotor mit Sägeeinheit oder sowas anhört. Gerade als ich überlege, doch wieder nach Hause zu gehen, kehrt drüben Ruhe ein. Zumindest relativ. Die auf der Weide stehenden Ochsen schreien oft laut und eindringlich. Sie „wohnten“ dort nicht sondern werden zum Schlachten hingefahren (woher auch immer) und stehen dann jeweils noch einige Tage außen auf der Weide.

Ansonsten: ein Dauerbrummton vom Hof bleibt. Ob‘s die Biogasanlage ist, die auch ab und zu - zum Glück nicht annähernd so heftig wie ich es schon erlebt habe - Geruchsemissionen ablässt, so dass ein Silage-Gas-Gemenge zur mir rüber“duftet“. Ab und zu fahren unten - auch noch mitten in der Nacht - auf dem neben dem Damm verlaufenden Schotterweg Fahrräder entlang. Die Geräusche aller Straßen und Bahnen in bis zu mehreren Kilometern Entfernung sind aus allen Himmelsrichtungen eindringlich zu hören. Was man tagsüber kaum wahrnimmt: nachts klingt es wie ein städtisches Geräusch-Emissionskonzert mit Autos jeder Couleur, knatternden Motorrädern, Flugzeugen, S-Bahnen und Güterzügen als Instrumentenmix.

Oben rechts bei der Nadel der Schlaf- unten links am grünen Punkt der Wohnort

Dazu schlägt ab und zu der Hofhund an. Gegen halb drei in der Nacht kräht verfrüht ein Hahn von einem Aussiedlergebäude auf der anderen Seite. Gelegentlich raschelt es leise im Gebüsch. Was auch immer da rauschelt, ist klein und wird fast übertönt vom „Dauerkonzert“. Ohne Ohropax - das ich zwar besitze aber nicht dabeihabe - ist an Schlaf kaum zu denken. Erst gegen 4 Uhr in der Frühe falle ich in einen leichten und nur oberflächlichen Schlummer.

Es ist gerade 6 Uhr, als mich die Stimmen zweier sich unterhaltender französischsprachiger Männer (früher Spaziergänger?) auf dem Weg jenseits des mit nur wenig Gebüsch umsäumten Baums, an dem meine Hängematte hängt, mich wecken. Ob sie mich mit der olivgrünen Matte mit Mückenschutz entdeckt haben, ist nicht zu erkennen. Das Gebüsch ist in diesem trockenen Jahr dünn genug, dass ich im Prinzip sichtbar wäre. 

Der Tag dämmert schon. Ich luge durch‘s Mückennetz noch ein Weilchen auf die Wiesen und Felder, die von hier aus sichtbar sind. Und sehe außer genau diesen so ziemlich nichts. Bei Spaziergängen bin ich dort schon Füchsen, Feldhasen, Eichhörnchen, Eidechsen, einer Blindschleiche und allen möglichen Vögeln begegnet. An diesem Tag lässt sich niemand von ihnen sehen. Ein paar wenige Vogelstimmen piffeln im Gebüsch vor sich hin. Mehr nicht. Also packe ich zusammen. Bin müde. Schön ist die frische Morgenluft. 

Auf dem Heimweg (Luftlinie 600m - zu Fuß ca. 1 Kilometer) sammele ich noch einige dort wachsende Äpfel ein, frühstücke einen davon und ein paar der inzwischen schon etwas überreifen Mirabellen, die ebenfalls dort wachsen und beende  das „Unternehmen Bahndamm“ mit dem inneren Vermerk: 

„erledigt und abgehakt“ ☑️


18 August 2026

Sechs Etappen auf dem Eifelsteig - und hinter uns verbrannte Erde …

 

Sechs Etappen des Eifelsteigs hatten wir zu zweit gebucht. Wie auch beim Wandern an der Lahn 2024 und 2025 am Hexenstieg die komfortable Variante mit Gepäcktransport.


Einen Vorab-Zusatztag in Aachen gönnte ich mir. Den Dom, in dem im Jahr 800 (eins von ungefähr drei Daten, die ich mir im Geschichtsunterricht merken konnte ;) Karl der Große zum Kaiser des Großdeutschen Reichs gekrönt wurde, den wollte ich mir anschauen. 

An Aachen und Umgebung außerdem interessant: die vielen Thermalquellen! Für einen Besuch der Thermen blieb keine Zeit aber einmal die Füße unter das aus der Tiefe vorgepumpte heiße Wasser der heißesten Heilquelle Mitteleuropas zu halten (es ist wirklich arg heiß - länger als ein paar Sekunden am Stück geht nicht), das musste schon sein. Gilt es doch als heilsam bei Gicht, Arthrose und sonstigen Gelenkleiden. Davon hab‘ ich so ziemlich alles zu bieten, so dass ich mir eine perfekte Wandervorbereitung beim Fußbaden einbilde.


Am folgenden Dienstag geht‘s zu zweit in Kornelimünster auf die erste Etappe des Eifelsteigs. Mit einer Länge von nur gut 14 Kilometern, 327m bergauf, 136m bergab ein gemütliches Einwandern. Theoretisch jedenfalls. Wir verlängern die Strecke einige Male, weil sie auf den ersten beiden Etappen alles andere als gut markiert ist. Entgegen den Beteuerungen der Veranstalter. Viele Abzweige sind gar nicht ausgeschildert oder sonstwie markiert. Wir haben zwar Tracks dabei - aber wenn auf einer klaren Geradeausstrecke kein Schild oder Hinweis auftaucht … läuft frau eben auch geradeaus weiter … 

Irgendwann haben wir es kapiert und den jeweiligen Track wirklich griffbereit und immer im Auge. Schmälert ein wenig das Genusswandern, vermindert aber auch weitere Abirrungen. Ab Tag drei sind die Markierungen dann wirklich vorbildlich und das Handy kann fast immer im Gepäck bleiben.

Nach der ersten Etappe steht noch eine Busfahrt zum Hotel nach Monschau an (am Folgetag dann per Bus wieder zurück zum Anfang von Etappe 2 - in diesem Hotel logieren wir gleich zwei sehr komfortable Nächte). Wir schaffen es aufgrund verlegter Haltestellen an Baustellen, einen Bus zu verpassen und dann später den falschen Bus zu nehmen. Merken es viel zu spät. Busverbindungen in der Eifel sind rar und so hätten wir per Busrückfahrt den Tag locker um gleich drei Stunden verlängert. Es bleibt mit schnellem Daumen und zwei freundlichen Mitnehmerinnen bei „nur“ 1,5h obendrauf. Mentaltest gleich auf Etappe Eins.


Etappe Zwei führt nach einer gut halbstündigen Busfahrt am kommenden Tag nach Belgien ins „Hohe Venn“. Die Hitze hat Fahrt aufgenommen. Lange, gerade und vor allem hauptsächlich stinklangweilige Wege in praller Sonne zermürben auch schon bei 17 Tageskilometern ordentlich. Gelegentlich aber doch auch hübsche Sichten.


Was wir nicht wissen: schon zwei Tage später wird diese Etappe gesperrt weil ein großer Waldbrand riesige Flächen des Torfbodens in Brand setzt.


In Monschau wurde uns unerwarteterweise eine private und sehr amüsante Stadt- und krummes-Schieferhaus-Führung zuteil. Von einem der wenigen wirklichen Einwohner dieser von Touristen gefluteten Weltkulturerbe-Gesamtdenkmal-Puppenstubenstadt durchgeführt.

In Monschau war es auch, wo mich in jeder Nacht jeweils ein Mückenstich ereilte. Ich hatte den Verdacht, dass es sich zweimal um dieselbe Mücke handelte. Diese Mücke ist deshalb so bedeutsam, weil sie die einzige blieb, die ich in den sieben Tagen wenn auch nicht zu Gesicht, so doch immerhin zu spüren bekam. Möge mein Blut zur Erhaltung der Art dienen. Ich wünschte es dem piekenden Plagegeist inständig.


Denn: auch das  reichlich „spooky“: wir wanderten durch pralle Natur, einen Naturpark mit vielen Bächen, ein Hochmoor, entlang mehrerer Flüsse und Talsperren. Aber nicht EINE Mücke, Bremse, Pferdefliege oder sonstiges Stechzeugs belästigte uns. Mitten im Sommer in Feld, Wald und Wiesen. Neben Weiden mit Kühen, Pferden, Schafen. NICHT EINE MÜCKE! Das ist … mindestens seltsam. Einige Vögel und sogar eine winzige Schar Schwalben allerdings konnte ich beobachten. (Einschub: auch in München herrscht ein nahezu mückenfreier Sommer. Und ich habe hier am Stadtrand auch noch KEINE EINZIGE Schwalbe gesehen in diesem Jahr. Keine Einzige).


Die von vielen anderen erwartete aber von uns ignorierte Sonnenfinsternis rang mir kein Foto ab. Die vom Waldbrandqualm an einem Folgeabend davon orange gefärbte Dunstsonne dagegen schon.


Aus dem Internet erfuhren wir, dass inzwischen auch um das vor kurzem hinter uns gelassene Städtchen Monschau herum Brände wüteten. Wir befanden uns in Luftlinie ca. zwanzig Kilometer von den Bränden entfernt. Weit genug. Aber auch das fühlte sich bizarr an.


Der Wind wehte  an zwei Tagen die Qualmwolken in unsere Richtung, so dass es sich anfühlte, als wanderten wir an einem Dauerlagerfeuer entlang. Der Hals begann zu kratzen und ab und zu rieselten federleichte winzig-Ascheteilchen auf uns herab.


Am Ende der Etappe5 zum atmosphärisch sehr schönen Kloster Steinfeld, in dessen Gästehaus wir die Nacht verbrachten, war der Himmel wieder halbwegs klar. 


Die WetterApps versprachen unterwegs immer wieder Abkühlung auf den nächsten Etappen. Der Wettergott lachte ihnen Hohn und verschob die niedrigeren Temperaturen immer weiter nach hinten, so dass wir den Eifelsteig in heißer und staubiger Erinnerung behalten werden. Knapp 120 Kilometer haben die von uns erwanderten sechs Etappen offiziell. Ca. 3000 Höhenmeter bergauf, etwa 2800 Höhenmeter abwärts. An den kleinen Zusatzschlenkern durch Abirrungen, Zusatzwegen zum jeweiligen Quartier und den abendlichen Essens- oder Besichtigungsgängen lag es nicht in der Hauptsache, dass diese Kilometer sich sehr viel anstrengender anfühlten, als sie sich lesen. 


Es war die Hitze … Im August eine Weitwanderung zu buchen ist also zumindest … riskant … und fraglich, ob so weiterzuverfolgen.


In Blankenheim war für diesmal Schluss und zurück ging‘s wieder per Zug nach Hause. Im Prinzip möchte ich den Eifelsteig als sehr abwechslungsreichen und stimmungsvollen WeitWanderweg wirklich gerne bis Trier zu Ende wandern. Aber wie und wann konkret … das bleibt erstmal offen.

🥾 🎒

07 August 2026

drei Wochen war der Kater krank …

 … jetzt maust er wieder 🐭 … „Gott sei Dank“? 🤔

Die lange Vorgeschichte: 

vor einigen Wochen und zwar während der ersten diesjährigen und sehr heftigen Hitzeperiode im Juni  stellte ich an einem Freitag Abend (natürlich!) fest, dass mit unserem Bubi-Kater definitiv etwas nicht stimmte. Er sah nicht nur klapprig aus - was durch Hitze und Alter (fast 16) durchaus zu rechtfertigen gewesen wäre - sondern sendete eindeutige Schmerz- und Leidenssignale aus. Was Katzen bekanntlich erst tun, wenn höchste Not und das meist schon länger herrscht. Da die Katzen sich während der Hitzeperioden fast ausschließlich auf ruhigen Gartenplätzen aufhalten, wenig Nahrungsaufnahme dann normal ist und ihre Aktivitätszeit in die Nacht verschoben wird, konnte ich nur schwer einschätzen, wie lange das Problem schon bestehen mochte.

Er klebte sich mir ans Bein und suchte Hilfe, lief immer wieder zu Fress- und Trinkstätten, wo er unverrichteterdinge abdrehte, hilflos auch mit der Pfote ins Nass patschte aber eindeutig des Trinkens nicht mächtig war. Ein Blick ins Katzenmäulchen - alleine nicht einfach, den zu erhaschen und ich befand mich zu dieser Zeit gerade in einem länger andauernden Strohwitwendasein, so dass niemand unterstützen konnte - ließ darin eine Problematik erahnen aber nicht genau erkennen. 

So träufelte ich dem Kater mit der Pipette die klar ermangelnde Flüssigkeit ein, beobachtete zunächst einen Tag den sich dramatisch verschlechternden Verlauf der Dinge, so dass am Sonntag gleich in der Frühe die Fahrt zum Notdienst der Ismaninger Tierklinik anstand, wo wir als erste Besucherinnen derselben zügig drankamen.

Die Diagnose - getroffen von gleich zwei diensthabenden ÄrztInnen - vernichtend: ein Krebsgeschwür sei es vermutlich, das an der stark veränderten Zunge blutig aufgebrochen sei. Die im Maul befindlichen dunklen Verkrustungen ließen sich nicht ganz exakt analysieren. Man bat mich, für einenWochentag einen Termin dort oder bei einem anderen Tierarzt abzumachen. Am Kinn auch ein weiteres Knötchen zu erkennen, das vermutlich - ich könne das gerne später punktieren und sicher diagnostizieren lassen - ebenfalls eine Wucherung darstellt und auch an den Flanken - das wusste ich allerdings selber schon - fänden sich kleine Knötchen. 

Nun habe ich mir fest vorgenommen, niemals ein altes Tier, das man nicht nach seinem Willen dazu fragen kann, im Alter mit aussichtslosen aber quälenden Behandlungen zu malträtieren und mir war klar: einem fast sechzehnjährigen Kater würde ich keine Krebsbehandlung mehr zumuten. Unabhängig von den horrenden Kosten, die es verursachen würde und Bubi waren erst diesen Januar bei einer Zahnbehandlung, die fast 1.000 € gekostet hatte, fast alle Zähne entfernt worden. Nur die Vorder- und die vier Fangzähne standen noch. 

So bat ich darum, ihn von seinem sichtbar starken Leiden zu erlösen. War bereit zum Abschied. Es wurde mir mit dem Argument verweigert, dass im Prinzip noch Behandlungsoptionen bestünden und dort nur in aussichtslosen Extrem(un)fällen auch im Rahmen der Notfallsprechstunde euthanasiert würde.

Drei Spritzen später fuhr ich also mit dem immer schwächeren Kater, vier weiteren Medikamenten und um 500 € ärmer wieder nach Hause. Die Spritzen und Medikamente mobilisierten den Kater immerhin so weit, dass er ein wenig Flüssigsnacks aufnahm und sich dann schlafen legte. 

Am Montag machte ich einen Termin bei unserem nahe des Hauses praktizierenden und wie ich finde, sehr guten Tierarzt aus. Nahm die schriftliche Diagnose aus der Klinik mit und bat auch hier um Erlösung des Katers. Der Tierarzt sah ihm ins Maul, schaute hier und guckte dort … und konstatierte:

„Das ist eine glasklare Fehldiagnose der Klinik!“ Der Kater hat einen ganz krassen Schnitt in der Zunge. Wie auch immer das vor bestimmt schon einigen Tagen passiert ist, so dass negröses Gewebe, Eiter und Verkrustungen bestehen … es ist ein Schnitt. Eine Verletzung. Und die Knötchen seiner Meinung nach Alterswarzen, wie sie bei Katzen nicht selten vorkommen. Da sich diese Verletzung per OP mit schonender Kurz-Narkose recht gut behandeln lasse, lehne auch er das Einschläfern ab.

Dienstag wurde operiert - zwei Kurznarkosen wegen eintretender Nachblutungen wurden es und ein voller Tag zur Beobachtung in der Praxis. Dann konnte ich einen klapperigen, nach Tierarzt und verkrustetem Blut stinkenden Kater mit extrem verschmiertem  Fell abholen und zu Hause aus der Transportbox hieven. Noch immer zweifelte ich an der Richtigkeit des Tuns. Aber ich konnte auch schlecht selber draufhauen, um dem Tier das Leid zu nehmen. Die mit ihm etwa gleichaltrige Mimi wich ihm - und damit auch mir - nicht von der Seite. Bewachte alles, was er tat und gab sich unruhig aufmerksam. Die drei Jahre jüngere Möppel allerdings hielt sich eher fern und verbrachte diese Zeit weitgehend aushäusig.

Eine Woche lang hatte ich quasi einen Pflegefall im Haus. Träufelte ihm Flüssigkeit ein, experimentierte mit optimierten Nahrungsangeboten, gab Medikamente, wusch notdürftig das Fell - die genähte Zunge verhinderte das eigenständige Putzen, was dem Kater deutlich extremst unangenehm war.  Er setzte immer wieder vergeblich zum Putzen an und misstraute meinen Säuberungsunternehmungen. Lediglich das ausgiebige Bürsten genoss er sehr und forderte es immer wieder ein. Entweder lag er bei mir oder unter der extra für ihn wettergeschützt errichteten Stuhlhöhle auf der Terrasse, in der ich täglich das Kissen wechselte. Denn unser Bubi hat schon seit frühester Kindheit eine ganz große Leidenschaft: frisch gewaschene Wäsche! Alles, was frisch gewaschen aus der Maschine kommt, muss zügig in Sicherheit gebracht werden, sonst liegt der Kater drin.

Wie also hätte ich so herzlos sein können, das Bubi-Katertier von der Bügelwäsche zu werfen, die er - ich hatte mich nur kurz aus dem Raum begeben und er vorher scheinbar im Tiefschlaf im Garten gelegen - in der zweiten Genesungswoche enterte und für Stunden mit Beschlag belegte!? Ging natürlich gar nicht und er durfte die Wäsche so vollfusseln wie er mochte. 

Nun ging die Genesung auch in Blitzgeschwindigkeit voran. Nach einer Woche fing die genähte Zunge - sie war dabei ein wenig kürzer geworden - wieder zu funktionieren an. Er konnte halbwegs problemfrei fressen und begann, sich zunächst unbeholfen eigenständig zu putzen. Nach zwei Wochen begrüßte er fast wieder hergestellt den aus der Wildnis zurückgekehrten Hausherrn. Katzen sind Heilwunder! 

Schien glücklich über seine nochmal gewonnene Lebensspanne. Dem Teufel von der Schippe gesprungen zeigte er ihm und uns spielend, tobend und die beiden Katzendamen des Hauses mit Spielattacken gelegentlich nervend, wie er das Leben wieder genießen kann. Und ich gestehe: trotz der nicht ganz kleinen Rechnungen und obwohl ich weiß, dass ein sechzehnjähriger Kater nicht ewig leben wird … bin ich froh, dass er noch bei uns ist.


Also … im Prinzip jedenfalls …. Denn: froh war ich auch, dass er seit fast einem Jahr keine Mäuse mehr angeschleppt hatte. Weder lebende noch tote. Beides gab es in den Jahren vorher reichlich im Haus …Mit den wackelnden entzündeten Zähnen dann nicht mehr und nach der Zahnsanierung ebenfalls nicht. Ein Nebeneffekt, den ich durchaus als positiv verbucht hatte.

Aber gestern dann: 

in sommerlicher Frische eilte ich gut ausgeschlafen und voller Energie morgens die Treppe in Richtung Küche abwärts, um beim Tritt von der letzten Stufe voller Schmackes auf etwas dickem, weichen zu landen, das unter meinem Fuß ein laut schmatzendes Knacken von sich gab und platzte. Nie vorher habe ich beim Anblick von Mäusen geschrien da ich sie im Normalfall in keiner Weise eklig finde. Es war eine Premiere! Aber voller Schwung so fest auf eine pralle tote  Riesenwühlmaus zu treten, dass sie platzt und sich ihre Gedärme unter dem eigenen nackten Fuß auf den Flurkacheln verteilen … das ist schlicht mega-ekelhaft 🤮  Und genau so passiert. Ab jetzt gilt wieder: Augen auf, wo ich am Morgen hintrete!

🤢


P.S. den Schnitt an der Zunge (sie war etwa zur Hälfte durchschnitten) hat sich Bubi vermutlich selber beigebracht, indem er immer wieder das im Miniteich wachsende rasiermesserscharfe Schilfgras als Verdauungshilfe anknabberte. Wir hatten uns gemeinsam gefragt, wie es zu einem solch massiven Schnitt hatte kommen können und mir waren Blutspuren eingefallen, die schon in vorheriger Zeit nach der Zahn-OP mehrfach an Unterlagen anhafteten und die ich nicht erklären konnte. Bis ich den frisch genesenen Kater dabei beobachtete, wie er - unbelehrbar? - nach dem Schilfgras - an dem ich mir  selber schon mehrfach tiefe Schnittwunden an den Fingern eingehandelt habe - hangelte, um es abzubeißen. Die fehlenden Zähne hatten auch ein verändertes Fressverhalten zur Folge, so dass er nun offenbar nach massiveren Verdauungshilfen suchte. Selbstverständlich ist das Schilf stehenden Fußes aus dem Teich rausgeflogen. Der Kater bekommt weicheres Gras ins Angebot und zudem höhere Ballaststoffanteile ins Futter gemischt sowie täglich die Verdauung förderndes Katzenmalz aus der Tube ….


16 Juli 2026

B2run 2026

 Im Blog üblicherweise unüblich: eine Momentaufnahme der etwas … ernüchternden … Art 😊


Laut Ergebnisliste des gestrigen Münchner B2run kamen 37.016 Finisher im Ziel des Münchner Olympiaparks an. Davon war ich die 29.320ste. Bei den Starterinnen der Ü60 59ste von 172 (das musste ich selber durchzählen weil es nicht angegeben wird bei den Ergebnissen). Es sind übrigens keine wirklichen 6000m sondern eher nur 5700m gewesen.

Damit bin ich bei den Frauen meiner Firma unter den drei letzten. Vor 12 Jahren - ich bin ungefähr fünf- oder sechsmal dort mitgelaufen, zuletzt 2019 - gehörte ich noch zu den drei schnellsten Frauen. 

Nun könnte ich behaupten, ich wäre das Ding gaaanz gemütlich angegangen. Stimmt nicht: ich habe mich angestrengt und hatte in der Folgenacht die seit meinen Rückentücken (u. a. Lendenwirbelbruch im Jahr 2020 - dazu die inzwischen zwei unterschiedlichen Blutdrucksenker, von denen ich den Eindruck habe, dass auch sie mich ordentlich ausbremsen) und dem nicht mehr stattfindenden schnellen Laufen üblichen hässlich-schmerzhaften Krämpfe wenn ich es doch mal wieder versuche. 

Auch war die Strecke trotz der vielen LäuferInnen für mich gut zu laufen weil breit genug, um nie extrem ausgebremst zu werden. Vermutlich habe ich den/die eine/n oder andere/n ausgebremst. Mir aber Mühe gegeben, auf wenig störenden Positionen berechenbar vor mich hinzulaufen. 

Es war zwar zur Startzeit gegen 17:30 Uhr  etwas drückend-schwül. Aber nicht annähernd so heiß wie noch vor wenigen Tagen und Wochen. 

Keine Ausrede. Der Lack ist ab. Bin ich frustriert oder traurig darüber? Eher ein bisschen wehmütig. Die Akzeptanz überwiegt. Außerdem muss ich im nächsten Jahr nochmal mitlaufen denn dann starte ich in der W65 und bei Firmenläufen ist diese Gruppe nicht mehr allzu umfangreich 😄 Ausdauer und Aushalten? ➡️ kann ich immer noch 😋

🏃🏻‍♀️


12 Juli 2026

Von Starnberg durch die Maisinger Schlucht über Andechs nach Herrsching am Ammersee


Um sechs Uhr zu Hause aufgebrochen, lockt um halb acht in Starnberg der bahnhofsnahe See zum Morgenbad. Ich widerstehe dieser Verlockung, da mir ein heißer und relativ langer Wandertag bevorsteht und verschiebe das Bad vom Starnberger See zum Ammersee, der Ziel meiner Wanderung ist.


Diese zwanzig Kilometer lange Strecke von Starnberg durch die Maisinger Schlucht über Kloster Andechs nach Herrsching am Ammersee steht seit Jahren oder eher Jahrzehnten auf meiner to-hike-Liste und soll an diesem warm-heißen SommerSonntag erwandert werden. Ich starte bei noch angenehmen Temperaturen  - vermutlich irgendwas wenig über 20°C - in Richtung Maising. 


Angenehm zu gehende Wege, ein grün einladendes Tor, ein Trinkbrunnen zum Erfrischen. Alles wunderbar! Einige Hundespaziergänger und Läufer begegnen mir. Die Strecke erscheint mir auch perfekt für eine Jogging-Einheit und ich überlege, das Tempo für ein Weilchen anzuziehen. Stelle aber nach kurzer Rückfrage an mich selber fest: nö - kein Tempobedürfnis sondern im Gegenteil Lust auf Gemütlichkeit, Schlendern und Genießen.


Zu alledem eignet sich diese Strecke außerordentlich gut. In der schattigen Schlucht entlang des Baches begleiten Vogelgesang und Wassergeräusche. Wobei auch die hier verlaufenden Bäche in diesem Jahr sichtlich wenig Wasser führen. Einige Seitenarme sind vertrocknet. Schön ist es trotzdem noch immer.


Nach dem Passieren der Schlucht führt der Weg über weite offene Landschaften mit Wiesen, Moorflächen und Äckern bei milchig verhangener Sicht zu den entfernten Bergen. Es wird heißer und trotz der nicht allzu dramatischen Höhenmeter mahnt mein Kreislauf eine Pause an. 


Der kleine Maisinger See auf halber Strecke bietet sich dafür perfekt an. Ich ziehe kurz in Erwägung, hier ein Zwischenbad einzulegen. Genau im Umfeld meiner Pausenbank befindet sich die einzige erlaubte Badestelle am See. Ich wäre alleine, es sieht gemütlich aus. Ab und zu fahren im Rücken auf dem Weg ein paar Biker vorbei. Trotzdem entscheide ich mich gegen das Bad weil ich die dann nassen Badesachen nicht im kleinen Rucksack mitschleppen möchte. Außerdem zeigt ich am rechten Fuß eine kleine offene Reibestelle weil ich naiverweise davon ausging, auch in neuen Trekkingsandalen keine solchen bekommen zu können. Sie sahen vertrauenserweckender aus … nungut … zum Glück habe ich Blasenpflaster einstecken.


Nach einigen weiteren Wanderkilometern durch abwechslungreiche Landschaft, vorbei an diversen Höfen, an denen sich Honig oder Eier von hier freilaufenden Hühnern kaufen ließe - beides reizt mich aber ich habe keine Transportmöglichkeit - vorbei auch an einer JVA für sowas wie halboffenen Vollzug (Fotografieren im Umfeld ist verboten), vorbei an einem stimmungsvollen Friedhof mit Kapelle  …


… taucht in der nahen Ferne Kloster Andechs auf.  Als ich unterhalb der heiligen Stätte mit weithin bekanntem Biergarten ankomme, schallt mir deutlich der Lärm der sonntäglichen Touristenschar entgegen.


Weil ich keinen Einkehrbedarf habe, drehe ich unterhalb des Klosters ab, bestaune ein ganz und gar nicht amtlich-bürokratisch anmutendes Rathaus und entscheide mich für eine über Topo-Maps gefundene Alternativstrecke zum Ammersee. Nicht direkt nach Herrsching sondern über Waldwege, vorbei an Bächen und Gräben (auch hier wenig bis kein Wasser drin) zum etwas außerhalb von Herrsching gelegenen Ammerseeufer. Dadurch wird meine Strecke um einige Kilometer länger aber da es nun nur noch bergab und dann am See entlang geht, nehme ich es für mehr Stille in Kauf.


Und endlich - angekommen am Ammersee, passendes Plätzchen gesucht und ein bisschen geplantscht. Das Wasser allerdings so erstaunlich warm, dass kaum Abkühlung stattfand. Erfrischend war‘s natürlich trotzdem.


Das für den Rückweg in Herrsching eingeplante Eis fiel aus denn vor den Eisdielen standen immer Schlangen der Eishungrigen und ich wollte gerne die nächste S-Bahn erwischen. Inzwischen doch müde und schlapp. Mit roundabout 25 Tageskilometern in den müden Beinen reichte es mir für den Tag und ich war froh, als ich nach 10 Stunden unterwegs endlich die Haustür aufschließen und erschöpft erstmal auf‘s Sofa plumpsen konnte.

Für Catrina nachgeliefert - das Höhenprofil:




🥾


 

27 Juni 2026

Gegen den Strom - philosophisches Alltagstraining in der Isar

Diesen Blogbeitrag widme ich Catrina, die sich mehr Beiträge auch mit Momentaufnahmen der alltäglichen Art im Blog wünschte. Mangelt es an erzählenswerten Begebenheiten, so müsse eben das Wetter als Thema herhalten. Nun denn - so sei ihr Wunsch mir ohne langes Umschweifen Befehl.

Dass es heiß ist hierzulande, muss ich niemandem erzählen, schwitzen wir doch alle unter derselben Sonne. Eine Sonne, die meinen bis vor kurzem bevorzugten Ort der Abkühlung, den gut 4 Kilometer entfernten Feringasee, inzwischen auf eine vorher nie erlebte Rekord-Wassertemperatur von 28°C aufgeheizt hat. Dazu kommen unfassbar eng gepackte Menschenmassen, die rund um den See eine nahezu geschlossene Menschendecke bilden. Grillend, lärmend, sich einölend und diese Chemiemixtur auch noch ins malträtierte Wasser eintragend. Die armen Wassertiere: Fische, Insekten, Ringelnattern und was sonst noch kreucht und fleucht am zu leereren Zeiten recht naturnahen wenn auch künstlich angelegten Baggersee. Mich hierhin zu begeben … seit die Hitzewelle rollt keine Option mehr für mich.

In ebenfalls nur vier Kilometer Entfernung gibt es ein viel wasserreicheres und auch kühleres Gewässer. Im Grunde sogar noch näher bei direkter Anfahrt. Aber ich peile eine Stelle an, an der von der Isar noch nicht der die Fischteiche in Ismaning speisende Isarkanal abgezweigt wurde und der Fluss daher noch die (fast) komplette Wassermenge mitführt. „Fast“ komplett, weil der Eisbach mit seiner inzwischen wieder funktionierenden berühmten Welle erst kurz hinter der Stelle, die ich mir für heute ausgesucht habe, auf der gegenüberliegenden Flussseite in die Isar zurückfließt. Das Wasser ist sauber und klar.

Warum habe ich die Isar im Münchner Stadtbereich vorher nie als Bademöglichkeit genutzt? Weil ich gerne auch ein bisschen aktiv schwimme und dachte, das sei in einem strömenden Fluss nicht so leicht zu machen wie in einem stehenden See. Weit gefehlt! Was für ein Irrtum!

Laut Isar-App ist das Baden entlang der Thomas-Mann-Allee, stadteinwärts vom Föhringer Stauwehr auf dieser Seite erlaubt. Schräg gegenüber, wo es offiziell verboten ist (was in München an Eisbach und anderen offiziell verbotenen Stellen grundsätzlich niemanden stört sondern im Gegenteil regelrechte Menschenmassen lockt), tummeln sich schon recht viele Badende. Auf der erlaubten und unter den Bäumen herrlich schattigen Seite ist es bis auf einige Jogger, entfernte Radler und Hundespaziergänger am Ufer ruhig, still und weitgehend menschenfrei. Ich suche mir ein hübsches Plätzchen.


Badeanzug hab‘ ich schon drunter. Also Restklamotten aus, Neoprenschuhe an die Füße (ich schließe Scherben und scharfe Steine im ansonsten angenehmen Fluss-Kiesbett nicht aus) und rein in die Fluten!

Knapp unter 20°C die wirklich erfrischend angenehme Wassertemperatur. Für die Isar auch eher warm aber für mich an diesem rekordheißen Junitag perfekt!

Und wer - wie ich - gedacht hat, in der Isar ließe es sich nicht gut schwimmen, der hätte - wie ich - weit gefehlt! Ein Schwimmtraining in diversen Schwierigkeits- und Trainingstufen lässt sich hier absolvieren, so dass aus meinem als kurz zum Reindippen angedachten Abkühl-Abstecher eine fast einstündige Sport- und Philosophiereinheit wurde.



Nach planschendem Abchecken und Durchwaten der Flussbereiche mit den unterschiedlichen Tiefen und Fließgeschwindigkeiten geht‘s los: stapfend gegen die Fließrichtung durch‘s auf dem Kiesbett streckenweise nur knietiefen Wasser vielleicht hundert Meter gewandert, ins etwas tiefere Fließwasser begeben und kraftvoll gegen den Strom schwimmen wollen. 

Klappt natürlich nicht! Bei Maximalanstrengung schaffe ich es an relativ ruhiger Stelle eben so, auf der Stelle zu bleiben und nicht abzutreiben Schwimmen gegen den Strom: scheiße anstrengend aber keine Chance, auch nur ein Fitzelchen weiterzukommen. Wenn alle Kraft verpulvert wurde, strampelst du immer noch an derselben Stelle und sobald die Arme schwächer werden … gewinnt die fließende Masse und du musst mit.


Ich nehme es sportlich und als für‘s wahre Leben taugliche Übung. Freue mich am Spiel gegen die Fließkraft, fühle mich frei und stark, genieße das Strampeln alleine in der erfrischenden Gegenströmung.

Um etwas später wieder mehrmals flussaufwärts zu wandern und mich in gemütlichem Genuss mit dem Strom einfach treiben zu lassen. Verbraucht keine Kraft, fühlt sich widerstandslos an und harmonisch getragen von den Wellen des ruhigen Wassers. Wechselnde Einheiten von kräftig bis ruhig und genussvoll bis irgendwann auch der Buddhismus und die Idee der Erleuchtung ihre Chance bekommen sollen: kühl bis ans Herz hinan aus dem Fluss klettern, an die Seite setzen und dem ruhigen Strom von Beobachterwarte aus zusehen.

Was habe ich bisher verpasst, die Isar nicht als Schwimmmöglichkeit auf dem Schirm gehabt zu haben. Positiv betrachtet: was habe ich heute gewonnen! Welch ein Zugewinn und ganz sicher nicht mein letztes Mal an diesem Ufer in diesem herrlichen Fluss ganz in meiner Nähe!

🏊🏻‍♀️ 🧘🏻‍♀️ 🌊





26 Juni 2026

Jahresziel erreicht

 


Beim Kilometerspiel, das in Wochen strukturiert ist und bei dem Ende dieser Woche am Sonntag die erste Jahreshalbzeit beendet wird, können Mitspielende zu Beginn des Jahres ein „Jahresziel“ eingeben und dann nur noch kurz bearbeiten. 

In den vergangenen drei Jahren (siehe Bild oben rechte Seite) blieb ich aufgrund diverser Zipperlein und Stör-, später auch Unlustfaktoren am Jahresende immer - teils sehr deutlich - unter dem angestrebten vierstelligen Bereich. Es gilt nur „Laufen“ - „Wandern/Marschieren/Spazieren“ nicht. Wobei ich mir natürlich darüber im Klaren bin, dass die Frage, wann was wo anfängt und aufhört durchaus strittig sein kann. Meine persönliche Handhabung lautet: kleide ich mich in Laufklamotten und definiere es für mich als „Lauf“, dann gilt es auch bei langsamstem Schnarchsacktempo genau als solcher. Wandernd mit Rucksack oder flott walkend - obwohl manchmal in puncto Geschwindigkeit kaum davon zu unterscheiden - gilt es nicht. 

Es ist ein Spiel … allzu akribisch sehe ich die Sache also nicht. Noch dazu als Eine, die Strecken ohnehin nur grob überschlägt und daher sehr defensiv vermutlich oft zu wenige Kilometer einträgt. Ein Zeitmessgerät außerhalb des Handys - das in Wohnortnähe nicht selten zu Hause bleibt und nicht mitjoggt - besitze ich erst gar nicht.

Hatte mich damit abgefunden, das Läuferinnendasein mit Miniumfängen ausklingen zu lassen und als Jahresziel (das sich nur einige Tage - oder Wochen? … weiß nicht mehr … eintragen lässt) 700 Kilometer eingetragen. Tja … die wären nun also zur Halbzeit erjoggt. Es ist ein Jahr bisher ohne nennenswerte Zipperlein. Mit Lust auf Bewegung und draußen Sein. Was mich natürlich sehr freut.

Was die Bloggerei hier angeht … ist die Lust dazu im Gegenteil eher schwach ausgeprägt. Aber der vorherige Post kam mir veraltet vor :-) Über durchaus stattfindende Unternehmungen, Gedanken, Hobbies und sonstige Lebensinhalte mag ich mich nicht über Gebühr auslassen und das Wetter - obgleich momentan viel davon zweifellos stattfindet - auch nicht ausschweifend belamentieren. Wetter ist nicht so mein Thema … nur soviel: persönlich sind mir die kühlen Sommer lieber. Stelle auf der positiv-Seite aber fest: nach ersten Stöhn- und Schwächeltagen ist die Akklimatisierung einigermaßen durch und ich stelle erfreut fest, dass mein Körper das mit der funktionierenden Thermoregulation noch drauf hat. Find‘ ich gut!

Nebenbei erfreue ich mich am Mini-Reihenhausgarten-Dschungel, für den bald eine Machete notwendig werden könnte. An den - nur mit Eigenkompost angepflanzten und selbst angerührter Pflanzenjauche gedüngten - massenhaft Früchte ansetzenden zwei Tomatenpflanzen. Eine Premiere! Wenn auch die nächtlichen Tomatendiebe 🐛 hier und da mitknabbern und mich ein wenig ärgern … 😈 

Auch Kräuter, Beeren und Trauben gewähren bzw. versprechen großzügige Ernten.


🌞



18 Mai 2026

Hurz in Hamburg

 

Mit Michaela auf den Michel geklettert, erwischten wir dort vollkommen zufällig den einmal täglich seinen Gruß über die Stadt posaunenden Türmer vom Hamburger Michel.

Zitronenjette - mach‘ Limonade draus!
„Dien Leben wer suur as de Zitroonen, sall sick dat Erinnern an di lohnen? Dien Schiksol wiest op all de Lüüd, for de dat Glück het gor keen Tiet.“ (bitte überall mehr Denkmäler für vergleichbare Menschen und Motti)

Wie schön wäre es gewesen, solch harmonische Töne auch in der Elbphilharmonie zu hören. Für das, was wir dort ertragen mussten „genießen durften“ möchte ich den Kommentar von Michaela klauen: „Das ist doch *Hurz*!“ Ich gab ihr Recht und betrachte meinen Wunsch, ein Konzert in der Elbphilharmonie anzuhören, hiermit als für alle Zeiten erledigt. 

Von außen und insbesondere vom Boot bei einer Hafenrundfahrt in voller Pracht vom Wasser aus betrachtet, ist die „Elphi“ aber schon eine Augenweide und eindrucksvoll anzusehen.


St. Pauli bei einer Führung über „Eat the world“ auch kulinarisch genossen, Streifzüge durch Altstadt, Altona, Speicherstadt, Hafen, Landungsbrücken mit altem Elbtunnel, um Binnen- und AußenAlster herum,  Ottensen, Eppendorf und vor allem Blankenese mit Treppenviertel und Elbpromenade, habe ich Hamburg nach früheren diversen eher privat oder einmal 2015 auch läuferisch motivierten Besuchen nach mehr als zehn Zwischenjahren in fünf Tagen nochmals aus der Sicht der Genuss-Touristin betrachtet.


Mag ich immer noch. Eine Stadt mit viel Wasser, Brücken, Grün und Raum. Nicht zu vergessen der fangfrische lecker Fisch.🎣  Touristinnengerecht präsentierte der Hamburger Himmel sich an immerhin einem der Tage mit dem legendären „Schietwetter“: grau, kühl, Regenschauer. 
Blick aus dem Bett des Appartements

Muss der Hamburg-Besucher schließlich auch erlebt haben. Ein Tag reichte dafür; die übrigen gaben sich perfekt sonnig-kühl.


Worauf ich von mir aus niemals gekommen wäre: das Museum für Kunst und Gewerbe, entpuppte sich als äußerst unterhaltsamer, kurzweiliger Tipp mit hohem Spaßfaktor.

Abendliche Abschieds-Spazierrunde um die Außenalster

Was nicht jeder wird glauben können: mit der DB kann es durchaus vorkommen, dass Reisende mit Verfrühung(en) am Ziel eintreffen. Auf dem Heimweg sogar glatt ne ganze Stunde vor der ursprünglichen Zeit mit der noch dazu äußerst preiswerten erste-Klasse-ICE-Verbindung mit „Zugbindung“. Da freut sich das Reisenden💓


🍔 🍣 🌦️