Diesen Blogbeitrag widme ich Catrina, die sich mehr Beiträge auch mit Momentaufnahmen der alltäglichen Art im Blog wünschte. Mangelt es an erzählenswerten Begebenheiten, so müsse eben das Wetter als Thema herhalten. Nun denn - so sei ihr Wunsch mir ohne langes Umschweifen Befehl.
Dass es heiß ist hierzulande, muss ich niemandem erzählen, schwitzen wir doch alle unter derselben Sonne. Eine Sonne, die meinen bis vor kurzem bevorzugten Ort der Abkühlung, den gut 4 Kilometer entfernten Feringasee, inzwischen auf eine vorher nie erlebte Rekord-Wassertemperatur von 28°C aufgeheizt hat. Dazu kommen unfassbar eng gepackte Menschenmassen, die rund um den See eine nahezu geschlossene Menschendecke bilden. Grillend, lärmend, sich einölend und diese Chemiemixtur auch noch ins malträtierte Wasser eintragend. Die armen Wassertiere: Fische, Insekten, Ringelnattern und was sonst noch kreucht und fleucht am zu leereren Zeiten recht naturnahen wenn auch künstlich angelegten Baggersee. Mich hierhin zu begeben … seit die Hitzewelle rollt keine Option mehr für mich.
In ebenfalls nur vier Kilometer Entfernung gibt es ein viel wasserreicheres und auch kühleres Gewässer. Im Grunde sogar noch näher bei direkter Anfahrt. Aber ich peile eine Stelle an, an der von der Isar noch nicht der die Fischteiche in Ismaning speisende Isarkanal abgezweigt wurde und der Fluss daher noch die (fast) komplette Wassermenge mitführt. „Fast“ komplett, weil der Eisbach mit seiner inzwischen wieder funktionierenden berühmten Welle erst kurz hinter der Stelle, die ich mir für heute ausgesucht habe, auf der gegenüberliegenden Flussseite in die Isar zurückfließt. Das Wasser ist sauber und klar.
Warum habe ich die Isar im Münchner Stadtbereich vorher nie als Bademöglichkeit genutzt? Weil ich gerne auch ein bisschen aktiv schwimme und dachte, das sei in einem strömenden Fluss nicht so leicht zu machen wie in einem stehenden See. Weit gefehlt! Was für ein Irrtum!
Laut Isar-App ist das Baden entlang der Thomas-Mann-Allee, stadteinwärts vom Föhringer Stauwehr auf dieser Seite erlaubt. Schräg gegenüber, wo es offiziell verboten ist (was in München an Eisbach und anderen offiziell verbotenen Stellen grundsätzlich niemanden stört sondern im Gegenteil regelrechte Menschenmassen lockt), tummeln sich schon recht viele Badende. Auf der erlaubten und unter den Bäumen herrlich schattigen Seite ist es bis auf einige Jogger, entfernte Radler und Hundespaziergänger am Ufer ruhig, still und weitgehend menschenfrei. Ich suche mir ein hübsches Plätzchen.
Badeanzug hab‘ ich schon drunter. Also Restklamotten aus, Neoprenschuhe an die Füße (ich schließe Scherben und scharfe Steine im ansonsten angenehmen Fluss-Kiesbett nicht aus) und rein in die Fluten!
Knapp unter 20°C die wirklich erfrischend angenehme Wassertemperatur. Für die Isar auch eher warm aber für mich an diesem rekordheißen Junitag perfekt!Ich nehme es sportlich und als für‘s wahre Leben taugliche Übung. Freue mich am Spiel gegen die Fließkraft, fühle mich frei und stark, genieße das Strampeln alleine in der erfrischenden Gegenströmung.
Um etwas später wieder mehrmals flussaufwärts zu wandern und mich in gemütlichem Genuss mit dem Strom einfach treiben zu lassen. Verbraucht keine Kraft, fühlt sich widerstandslos an und harmonisch getragen von den Wellen des ruhigen Wassers. Wechselnde Einheiten von kräftig bis ruhig und genussvoll bis irgendwann auch der Buddhismus und die Idee der Erleuchtung ihre Chance bekommen sollen: kühl bis ans Herz hinan aus dem Fluss klettern, an die Seite setzen und dem ruhigen Strom von Beobachterwarte aus zusehen.
Was habe ich bisher verpasst, die Isar nicht als Schwimmmöglichkeit auf dem Schirm gehabt zu haben. Positiv betrachtet: was habe ich heute gewonnen! Welch ein Zugewinn und ganz sicher nicht mein letztes Mal an diesem Ufer in diesem herrlichen Fluss ganz in meiner Nähe!
🏊🏻♀️ 🧘🏻♀️ 🌊




1 Kommentar:
Liebe Lizzy,
was für eine wunderschöne Entdeckung! Da bewahrheitet sich mal wieder der Spruch: Es ist alles da, du musst es nur sehen. :)
Und dass du an der Isar nun nicht nur sportlich, sondern auch philosophisch üben kannst, umso besser! Und wir kommen (danke Catrina), zu einer weiteren Momentaufnahme von dir!
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