05 April 2026

Challenge-Fazit und weiße Ostern

 



Wenn schon keine weißen Weihnachten, dann wenigestens weiße Ostern 🐣 

Nachdem die zweite Woche der Pflanzeness-Challenge beendet ist, Bestandsaufnahme + Fazit dazu:

  • Woche 1: 66 unterschiedliche Pflanzen, Woche 2: 77 unterschiedliche Pflanzen, 
  • Gesamt: 108 unterschiedliche Pflanzen in zwei Wochen
  • Klingt nach Viel - dabei waren massenhaft Pflanzen, die in meiner Küche Standard sind, noch gar nicht dabei
  • Diverse Körnersorten, Gemüse von Blumenkohl über Paprika, Spinat bis zu den Zucchini + viele andere konnten aufgrund der Kürze der Zeit nicht untergebracht werden. Heidelbeeren, Khaki, Trauben … Basilikum, Borretsch, Dill, Kapuzine(Kresse) … Seiten füllend wären alle Dinge, die noch „fehlen“. 
  • Das Tracken + Blog-Befüllen ist relativ aufwändig. So häufig und so intensiv war ich vorher nie in meiner Blog-Editier-Ansicht. Fand ich lästig und schon von daher endet es hier wieder.
  • Es hat Spaß gemacht und in Nuancen das Kochverhalten beeinflusst, wenn auch nicht grundsätzlich verändert (was in keiner Weise beabsichtigt war),  Fokus und Perspektive für eine Weile ein Stücken zu verändern.
  • Lust und Freude am pflanzlichen Essen und Kochen wurden nochmal verstärkt
  • Erkenntnis: wir leben in einem Überfluss an Möglichkeiten - der schiere Gesundheitsluxus.
  • Wenn man ihn denn auch nutzt
  • Ein möglicher Engpass: die Zeit! Es geht auch zeitsparsam - mehr Freude bringt es bei intensiverem Zeiteinsatz. Und auch die Ergebnisse werden ansprechender.
  • Ich wurde gefragt, ob ich Vegetarierin (geworden) sei. Antwort: Nein, bin ich nicht. Veganerin schon gar nicht. Milchprodukte - insbesondere Kefir, Käse und Joghurt sind feste und häufige Bestandteile meiner Ernährung. Waren aber hier nicht gefragt. In den zwei Wochen kam viermal Fisch auf den Tisch (Lachs + Makrele). Fleisch von Landtieren oder Vögeln in der Tat gar nicht. Esse ich seit Jahren ohnehin kaum noch und wenn, dann wenig in möglichst hoher Qualität. Oder im Restaurant. Auf der Weihnachtsfeier … eben dort, wo ich es zubereitet bekomme. Gehört nicht zu meinen Stärken und bleibt seltene Ausnahme.
  • Was aber stimmt: beim betont pflanzlich-bewussten Kochen und Essen bleibt für Fleisch kaum Raum und es fühlt sich in keiner Weise als Verlust an, es selten einzubeziehen.
  • Ausblick auf die Zukunft: weiter genießen! 😌 In diesem Sinne: schöne Ostertage!





29 März 2026

Mit 6️⃣6️⃣ Pflanzen, da fängt Gesundheit an …

 … ab sechsundsechzig Pflanzen, da hab’ ich Spaß daran!  🎼 🎶🎤

(Die Melodie dazu darf frei gewählt werden 😆)

Heißt: ich mach‘ noch‘n bisschen weiter mit der Pflanzenmampf-Challenge, die gestern nach 66 unterschiedlichen in der Woche verputzten Pflanzenanteilen im ersten Teil für beendet erklärt wurde. 

Und ich gestehe: als mir die Titelidee (66) in den Kopf fiel, habe ich mir bewusst verkniffen, noch neue Kräuter dazuzupflücken bzw. Frühlingszwiebeln (obwohl schon vorhanden) für die Pilzpfanne zu verwenden. Für einen gewünschten Titel tue ich eben einiges … ggf. lasse ich auch einiges weg (schummeln kann ich irgendwie schlecht. Bekomme dann das Gefühl: dann gilt jetzt gar nix mehr von allem … kindisch? Egal!).

Eine Motivation, auch die kommende Woche noch zu tracken: es ist die Karwoche; traditionelle Grüne-Soße-Woche und die beste Zeit, sich durch die reichhaltig sprießenden jungen Wildkräuter und essbaren Blümchen zu futtern. Da könnte was zusammenkommen. 

Die Problematik, dass ich einerseits die Wochensummenbestandteile pro Woche einzeln betrachten können, andererseits die Summe der einzelnen Sorten aus beiden Wochen sehen möchte, löse ich dadurch, dass ich erstens einen neuen Beitrag starte, alles wieder aufführe (auch die vergangene Woche schon enthaltenen Bestandteile), neu dazugekommene Pflanzen aber mit dem Marker *neu kennzeichne. Dann lassen sich am Ende mühelos sowohl die jeweiligen Wochenzahlen als auch die Gesamtzahl ermitteln. Los geht‘s: (gut geht‘s los - am Sonntag gleich 34, davon die Hälfte *neu)

Sonntag, 29. März bis  Sa. 04. April 2026 (Stand Samstag: 77, davon 42 neu)

Gemüse & Pilze (16):

  • Avocado *neu
  • Chicorée 
  • Chilischote
  • Frühlingszwiebeln *neu
  • Kartoffeln
  • Knoblauch
  • Kohlrabi *neu
  • Meerrettich 
  • Möhre
  • Schalotte *neu
  • Sellerieknolle *neu
  • Süßkartoffel 🍠 *neu 
  • Tomate
  • Petersilienwurzel
  • Portobello (Champignonsorte) *neu
  • Zwiebel (weiß) *neu

Salate & Sprossen (4):

  • Bärlauch
  • Brennessel *neu
  • Feldsalat
  • Löwenzahn

Kräuter & pflanzliche Gewürze: (22) 

  • Bockshornklee *neu
  • Bohnenkraut *neu
  • Gänseblümchen *neu
  • Giersch *neu
  • Gundelrebe (Gundermann) *neu
  • Ingwer
  • Knoblauchrauke *neu
  • Kurkuma
  • Minze *neu
  • Melisse *neu
  • Paprikapulver *neu
  • Pimpinelle *neu
  • Pfeffer (schwarz)
  • Salbei
  • Schafgarbenkraut *neu
  • Schnittlauch
  • Spitzwegerich
  • Taubnessel (purpurrote) *neu
  • Thymian *neu
  • Veilchen *neu
  • Zimt

Hülsenfrüchte: (2)

  • Kidneybohnen *neu
  • Schwarze Bohnen *neu

(Pseudo)Getreide (Vollkorn): (5)

  • Gerstengraupen *neu
  • Hafer
  • Hirse *neu
  • Roggen 
  • Rotkornweizen *neu
Nüsse & Samen: (8)

  • Cashewkerne
  • Erdnuss *neu
  • Haselnuss *neu
  • Leinsamen
  • Mandeln
  • Pekannuss *neu
  • Pinienkerne *neu
  • Walnuss 
Obst (12)
  • Ananas *neu
  • Apfel, Sorte: Pinova
  • Apfel, Sorte Rockit *neu
  • Apfel, Sorte Topaz *neu
  • Apfelsine *neu
  • Cranberries *neu
  • Datteln
  • Grapefruit
  • Hagebuttenmark *neu
  • Himbeeren * neu
  • Mandarine *neu
  • Zitrone
Öle (3)

  • Hanföl *neu
  • Leinöl
  • Olivenöl

Fermente (1)

  • Sellerie mit Senfsamen

Getränke / dunkle Schoki (4)

  • Grüner Tee
  • Kaffee
  • Schokokolade (85%)
  • Schwarztee (Darjeeling) *neu

🍽️
Sonntag - bunt gestartet

🍽️

Montag: Bockshornklee, Cranberries und Kohlrabi neu

🍽️

Dienstag: Entdeckungen des Tages -> Portobello🍄‍🟫 -Schnitzel und Snackapfel Rockit

🍽️

Mittwoch: Haferkur - heute mal mit Himbeeren

🍽️

(Grün)Donnerstag mit grüner Soße

🍽️

Karfreitag

🍽️

Samstag: viel Nusszeugs, Nashibirne - sonst Reste + Wiederholung


🔚

22 März 2026

Foodporn oder: Ernährungschallenge Pflanzenkost 🥦 (So. 22.3. - Sa. 28.3.26)

inspired by Katharina Seiser: 30 Pflanzen pro Woche und by myself

Sonntag

Als Lückenfüller der etwas anderen Art, tarne ich meine Neigung zum Datenexhibitionismus als Ernährungschallenge, die vom oben verlinkten und im Leseblog beschriebenen Buch inspiriert wurde. Nach anfänglichem „Nee, brauch‘ ich nicht … esse eh total bunt …“ die Feststellung: nach der Lektüre achte ich wieder bewusst auf die Bestandteile und dachte mir: „Ach … so eine Woche Protokoll führen, könnte doch auch interessant sein“. Und wenn schon, dann auch im Blog dokumentieren.

Ohne die Buch-Bedingungen und Zählkriterien hier näher auszuführen (wen‘s interessiert, der muss schon selber lesen ;), mache ich einfach wie dort geboten. Obwohl es kleine Einzelpunkte gäbe, die sich evtl. diskutieren ließen (Stichwort: Öle und Fette, Gewürze, Getränke …). Aber egal - es geht ja um nix und so übernehme ich brav die Vorgaben. Wo es möglich ist. Die Feinheiten (es gibt Sonderprodukte, an denen auch noch ein Regenbogen mit Bedeutung dran ist etc.) lasse ich weg. Sonst wird‘s echt mal langsam mühsam …

Denn natürlich ging‘s konkret dann gleich los mit solchen Fragen wie: das Vollkornbrot habe ich ausnahmsweise mal auswärts gekauft (in einer extrem tollen Bäckerei in der Oberpfalz, die alles noch frisch und selber backt) und erstens weiß ich nicht, ob jede Körnersorte darin auch einzeln für den Tag zählen soll (wenn nicht im Brot - das zählt bei Vollkorn - dann  ja schon - also tendenziell „ja“, würde ich sagen) und zweitens weiß ich auch nicht, was genau alles drin ist. Nehme ich eben schlicht einen Einzelpunkt für‘s Sauerteigbrot und einen Punkt für Sesam, der optisch dominiert. Im Zweifel defensiv werten. Bei manchem ist die Einordung schwierig: Löwenzahn, Bärlauch: Salat oder Gewürz? Nehm ich beides als Salat weil in relativ reichlicher Menge momentan.

Die Pflanzen werden im Buch in Rubriken unterteilt (hier habe ich die Pilze & Algen zum Gemüse gepackt weil sonst zu selten für einen Einzelpunkt und gestatte mir auch andere kleine Modellierungen aus Praxisnähe), die pro Woche möglichst gut über die Tage verteilt alle abgedeckt werden sollen (also nicht unbedingt an einem Tag alles und an allen anderen Tagen Junkfood 😜). 

Los geht‘s mit Woche eins. Die Listen werde ich dann täglich - ggf. auch mehrfach, je nach Zeit - editieren und hier und da auch das eine oder andere Foto einfügen. 

Sonntag, 22. bis  Sa. 28. März 2026 - (Endstand Samstag - 66)

Gemüse & Pilze: (17)
Salate & Sprossen: (5)

Kräuter & pflanzliche Gewürze : (12)
Hülsenfrüchte: (2)
Vollkorn: (5)
Nüsse & Samen: (7)
Obst: (8)
Öle: (3)

Fermente: (2)
  • Da Kefir und Käse nicht aus Pflanzen stammen - wenn auch der vorzügliche Käse aus einer kleinen Käserei in der Oberpfalz - zählen beide Fermente natürlich nicht. Ist ja eine Pflanzenchallenge.
Getränke & Genussmittel  (5)
(die meisten Tees gelten irgendwie nicht so richtig, wie ich es verstanden habe weil nur Pflanzenauszüge. Die Grünteesorten und auch Kaffee + Schokolade ab 80% Kakaoanteiil  andererseits aber angeblich gesund genug, um irgendwie doch  gewertet zu werden … ich geh‘ trotz Zweifeln einfach mit ;) Obstsäfte gelten nicht - mit Ausnahme von Zitronen- und Limettensaft.
Montag - der Rest weitgehend wie Sonntag


Dienstag - der Hibiscustee-Granatapfel-Punsch mit vielen Gewürzen zählt nicht mit.
Aber ich LIEBE ihn 😍 

Mittwoch - Haferkurtag - die Tagesrationen

Donnerstag - lecker libanesisch (aber 😮‍💨 zuviel)

Freitag. Ansonsten Wiederholungen und Resteverwertung

Samstag - neu lediglich die Champignons

„Für ein ausgewogenes, diverses Mikrobiom, das uns hilft, gesund zu bleiben, sollten wir viele verschiedene Pflanzen essen. Bleibt nur die Frage: Wie geht das? Zuerst müssen wir unseren persönlichen Status quo kennen, weil wir sonst keinen Vergleich haben und nicht wissen, ob wir ohnehin genug Pflanzen zu uns nehmen (zu viele können es nie sein), mehr (ziemlich sicher) oder sehr viele mehr (durchaus möglich) essen sollten. 30 verschiedene Pflanzen pro Woche werden derzeit als Minimum angesehen“ — Seiser, Katharina. „30 Pflanzen pro Woche.“ Christian Brandstätter Verlag, 2024, p. 39


„Weil es nicht darum geht, das Ziel der 30+ Pflanzen pro Woche in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren, sondern kontinuierlich viele davon zu essen, haben wir eine zweite Checkbox pro Tag zur Pflanzen-Checkliste dazugesellt. Dort können Sie sich jeden Abend fragen: Habe ich heute … gegessen? Damit kommt man unserer Erfahrung nach schnell auf persönliche Vorlieben und blinde Flecke. Ich z.B. habe immer wieder Lücken bei den Hülsenfrüchten, obwohl ich sie sehr gern, aber offensichtlich zu selten esse. Und vielleicht noch wichtiger: Sie bekommen einen Überblick, wie Sie ganz generell – über die Vielfalt hinaus – in Sachen gesunder Ernährung unterwegs sind. Am Ende der 1. Woche ziehen Sie Bilanz: Auf wie viele Pflanzen kommen Sie? Welche Gruppen sind stark vertreten, welche fehlen? Wie schaut die Checkbox pro Tag aus? Noch ohne etwas zu ändern, haben Sie durchs Pflanzenzählen wichtige Erkenntnisse über Ihre Ernährung gewonnen. Kann gut sein, dass das für Sie der Punkt ist, an dem es kein Zurück zum Nicht-Wissen gibt. Für mich und viele, die sich auf diesen Versuch eingelassen haben – wir haben die Liste über Monate getestet –, war es so. Was für eine Chance, so einfach etwas für die eigene Gesundheit tun zu können!“ — Seiser, Katharina. „30 Pflanzen pro Woche.“ Christian Brandstätter Verlag, 2024, p. 41



09 März 2026

Pausenfüller mit Miezen und Blümmscher


Der Urlaub ist lange her, so dass es ein Zwischenfüller-Pausenbild für die Zeit braucht, in der es aus meiner Warte hier wenig zu berichten gibt. Und Katzen - das wissen wir alle - gehen immer. Zumal es von den drei Hübschesten tatsächlich ein wenig zu berichten gibt. 

Unserem Herrn Bubi (15 ½) und unserer Baby-Möppel (12) wurden aufgrund fortschreitenden Zahnverfalls (FORL) mit begleitenden schweren Entzündungserscheinungen vor mehreren Wochen schon alle Backenzähne gezogen. Auch Möppels Mama Mimi (ca. 15) hat seit einigen Jahren aus demselben Grund nur noch einige wenige Backenzähne.

Erste gute Nachricht: alle haben sich von der nicht unkomplizierten OP bestens erholt - das Möppel hat dafür ein wenig gebraucht - und freuen sich sichtbar am wieder schmerzfreien Fressen, über den kommenden Frühling und genießen ihr umschmustes Leben. 

Zweite gute Nachricht: da bei Katzen dieses fortgeschrittenen Alters standardmäßig im Vorfeld ein geriatrisches Blutbild angefertigt wird, wissen wir nun, dass die beiden kürzlich behandelten Senior-Miezen Blutwerte wie junges Katzenvolk aufweisen und wir uns Hoffnung auf viele weitere Jahre in ihrer Gesellschaft machen dürfen 😺

Nicht nur das Katzen- sondern auch das Menschenvolk freut sich am fortschreitenden Frühling mit 🚴🌞🌱 💦 und natürlich ein bisschen 🏃🏻‍♀️. Wobei das mit dem Laufen bei mir momentan wieder ein bisschen mehr geworden ist. 300 erjoggte Jahreskilometer kann ich aktuell für 2026 schon verbuchen und staune selber, wie fluffig sich das weitgehend anfühlt. Die alten Knochen spielen wunderbar mit.

Die Restzeit vergeht wie im Flug  neben einigen Sonderaktionen - wie z. B.  meinem erstmaligen zweitägigen Einsatz als Wahlhelferin bei der Kommunalwahl (streckenweise ganz schön anstrengend 😮‍💨 die Auszählerei) - mit dem üblichen Alltag zwischen Büro, Küche, Sportverein, Kaltwassereinheiten im noch einstellig kühlen See, Genuss  🍕 und Lesezeiten 📖 auf Sofa oder Sessel. Und im Garten 🪏 🪴. Denn auch da haben wir schon wieder den Salat!


👋


02 Februar 2026

Pico de la Zarza (807m) - höchster Berg Fuerteventuras

Nach einem relativen Erholungstag mit nur wenigen barfuß am endlosen Strand der Insel entlangspazierten Kilometern möchte ich am letzten vollen Tag meines Fuerteventura-Urlaubs die Wanderung auf den “Pico de la Zarza” angehen, der mit seinen 807 Höhenmetern den höchsten Punkt der Insel darstellt. Sozusagen die Zugspitze Fuerteventuras.

Für drei der vier Straßenkilometer bis zum Einstieg in die Strecke - ungefähr auf Höhe 0m über dem Meeresspiegel :o) - kann ich einen passend erwischten Bus nehmen.  Ich starte wieder relativ spät erst kurz nach 11:00 Uhr mittags.

Der Himmel ist größtenteils bedeckt, doch hier und da kommt auch Sonne durch. An den Bergen hängen auch heute dicke Wolken fest. Deutlich dunklere als bei meiner ersten Wanderung … aber weil ich ja weiß oder zu wissen glaube, dass die Wege hier auf der Insel letztlich recht zahm daherkommen und auch die Temperaturen auf den Kanaren - so meine ich zu wissen - immer mindestens lauwarm bleiben, bin ich genauso ausgerüstet wie bei meiner ersten Tour nach Cofete und marschiere zuversichtlich bergauf. 

Gewinne schnell an Höhe, sehe hinter mir den Leuchtturm von Jandia und Hotelanlagen an der Küste.


Vor mir die komfortablen Wege zum Pico de la Zarza, der - noch in fast sieben Kilometer entfernt - in dichte Wolken gehüllt nicht offenbart, wie hoch und auf welchenWegen es dort aufwärts gehen mag …


Der Himmel wird dunkler, die Wolken kommen näher statt zu verschwinden, wie ich insgeheim gehofft hatte … Bei der Filmaufnahme hatte ich noch nicht die Hälfte von Höhenmetern und Strecke erreicht.


Eine Weile lang reicht der Blick noch weit bis zur Nordspitze der Insel.

Es kommen mir Wanderer entgegen. Auch diesmal wieder Abbrecher der Tour (es ist eine Hin-Rück-Strecke, keine Rundtour) aber auch einige, die auf dem Gipfel waren. Manche ziehen grußlos vorbei, einige grüßen … dann raten mir zwei Männer dringend davon ab, weiterzugehen weil es oben doch sehr kalt wäre, matschig, glatt und unwegsam. Außerdem sehr starker Wind bei äußerst kaltem Regen. Ich bedanke mich für die Infos und … wandere weiter … Es folgen noch zwei weitere Warnungen. Hinter mir waren noch zweimal zwei Wanderer in meine Richtung unterwegs gewesen … irgendwann sind sie verschwunden: Umkehr und Abbruch - eindeutig!

Auch als es dann wirklich nass, kalt, stürmisch, steinig bei rot-glitschenden matschigen Wegen wird … gehe ich zwar frierend aber innerlich noch locker und leicht triumphierend weiter. Ich nämlich - die Härteste - Heldin eben. Jawohl! Mein Handy muss ich aber schon bald wieder gründlich in die wie immer mitgenommene Hundekacke-Tüte wickeln. Alles andere weicht durch. Und zwar gründlich. Trotz Regenschutz des Rucksacks, der vom Sturm ohnehin immer wieder runtergerissen wird, ist später alles ausnahmslos durchweicht. In einem kurzen Anfall von Hellsicht habe ich auch meinen Geldbeutel mit den Papieren flott auch noch in einen Hundekotbeutel verstaut. 

Es zieht sich … und auch etwas mehr als 807 Höhenmeter sind zu gehen denn es gibt kleine Zwischenabstiege, die dann wieder aufgeholt werden müssen. Weil ich zwar patschnass durch bin, es hier oben auch wirklich kalt und sehr stürmisch ist, absolut nichts zu sehen außer Nässe und Nebel, zweifele ich zwischenzeitlich in der Tat an der Sinnhaftigkeit oder gar “Klugheit” meines Tuns. Oder sagen wir: 

Obwohl ich genau weiß, wie irre es ist, gehe ich weiter. Hole am Gipfel sehr kurz das Handy raus und knippse den schmucklosen Gipfel-Betonpfahl im Nebel. In diesem Moment hört auch der Regen kurz auf, worüber ich mich - bescheiden geworden in meinen Wünschen - sehr freue. Kraxele zum Betonpfeiler, berühre ihn und dann nix wie wieder runter …

Regen und Sturm setzen genauso heftig und noch heftiger schnell wieder ein. Die gerölligen Wege, die rote Lavaerde und die schwarzen Steine, alles wird glitschig wie Schmierseife. Gut, dass ich immerhin einen Trekkingstock dabeihabe, der einige Ausrutscher zum Glück abzufangen hilft. Nix wie zurück jetzt!

Kaum wird nach etwa einem Kilometer der Weg wieder breiter und komfortabler, verfalle ich in Joggingtempo. Dabei friert’s nicht gar so arg. Es mag hier oben vielleicht max. 14°C haben. Im Regen. Nass bis auf die Haut. Mir klappern die Zähne. Niemand begegnet mir mehr. Wer noch nicht oben war, hat hinter mir abgebrochen. Nur die Ziegen weiden weiter an den Hängen. 

Die Wolken samt Regen sind schneller als ich. Die Hoffnung, der Wetterfront wegzulaufen, zerstiebt im Sturm. Nur kurz - fast schon an der Küste - reißt die Wolkendecke nochmal auf, die Sonne zaubert einen prächtigen Regenbogen vor meine Augen. Danke! Das wird mein für heute letztes Foto.

Inzwischen und als ich an der Straße ankomme, ist die Schlechtwetterfront ebenfalls eingetroffen. Ja - aus der Richtung meines Quartierortes kommt mir sogar eine weitere Sturm- und Nässefront entgegen. Die wenigen heute auf der Einkaufsmeile flanierenden Touristen sind in warme Klamotten gehüllt oder tragen Schirme bei sich. Die Händler retten ihre Ware so gut es geht ins Trockene. Leider fährt jetzt gerade stundenlang kein Bus und ich muss auch die vier Kilometer zurück zum Hotel noch zu Fuß marschieren. Etwa 20 Kilometer habe ich heute in den Beinen. Es fühlt sich nach mehr an.

Nebenbei erwähnt: in diesem Jahr bzw. schon seit Dezember sind auf Fuerteventura Wetterverhältnisse, wie laut Einheimischen niemals vorher. Statt der üblichen zwei, drei Regentage je Wintermonat hatte es seit Dezember schon wochenlang fast durchgeregnet. War kälter und ungemütlicher als man es sonst von der Kanareninsel kennt. Dadurch sind auch die sonst fast immer braun-schwarzen Berghänge grün. Bei näherem Hinsehen erkennt man auch filigranere Blüten als die der sonst nur sichtbaren Wolfsmilch. 

Das alles hatte ich im Vorfeld zwar gewusst und mich sogar darüber gefreut, die blühenden Ergebnisse dieses ungewöhnlichen Wetterphänomens genießen zu dürfen. Aber im Grunde war mir das Ende dieser Phase für den Urlaub verheißen worden. Nur: das verheißen die Wetterprognosen wohl schon lange … aber es regnet allen Wetterprognosen zum Trotz weiter. Immer wieder ziehen Kälte und Nässe auf und durch.

Es gibt “Randprobleme” dadurch: die Beläge der Gehwege sind auf Nässe nicht ausgelegt und einige Platten werden so glitschig und rutschig als wären sie mit Blitzeis überzogen. Hier schliddert es sich noch gefährlicher durch die Gegend als oben am Berg. Viele - auch ich - weichen entweder auf den Straßenasphalt oder die Sandstreifen nebenan aus. Was umständlich ist und wodurch es sich noch mehr zieht.

Endlich im Hotel, entledige ich mich in Rekordtempo der durchtränkten Kleidungsstücke, wringe sie kurz aus und will sie zum Trocken auf meine eigentlich komplett überdachte - normalerweise Sonnen- - terrasse hängen … auf die der Sturm den Regen pustet, so dass auch die Terrasse von Wasser überflutet ist. Das kleine Hotel (im Grunde ist es eher eine sehr schöne Pension)  “La Colina” liegt, der Name lässt es vermuten - auf einem jetzt sturmumpeitschten Hügel.

Auch mit heißem Tee und in trockene Kleidung gewickelt hat es eine Weile gedauert, bis wieder Gefühl in die vor Kälte steifen Finger kam und ich hier tippen kann. Ob die nassen Sachen: Kleidung, Rucksack und Equipment - bis morgen zur Abfahrt zum Flughafen getrocknet sein werden? 🤷🏻‍♀️ Naja - was soll’s … wird das Gepäck eben einen Ticken schwerer sein als auf dem Hinflug.

Positiv betrachtet: immerhin bin ich nun gut akklimatisiert für den Bayerischen Winter, den morgen wiederzubekommen mich regelrecht freut ☃️


🌬️ ☔️ 🌀


31 Januar 2026

Im Nebelregen durch’s Valle Grande nach Cofete

Zweimal täglich fährt ein Linienbus von Morro Jable an die gegenüberliegende „wilde Küste“ von Cofete, einem kleinen Dorf mit nur wenigen einfachen Hütten und einem ziemlich spartanischen ebenfalls hüttenähnlichen Restaurant. Es ist ein ungewöhnlicher Bus, der die knapp 20 Kilometer um die Inselspitze Fuerteventuras auf ungeteerter Schotterpiste fahren muss.

Wie ich erfahre, sind die Kapazitäten so begrenzt, dass man sehr früh beim Start stehen muss und es wird nur eingeladen, bis das Buschen voll ist. Alle anderen müssen sehen, wo sie bleiben und sich z. B. ein Taxi nehmen.

Nun hatte ich ohnehin vor, den Trail-Wanderweg durch‘s Valle Grande zu nehmen. Über einen 343m hohen Pass lässt sich so auf die andere Seite wandern. Die Strecke durch‘s Valle bis Cofete bzw. dort an den Strand 8 Kilometer lang; die Strecke bis zum Einstieg ins Valle nochmal 4 Kilometer an Straße bzw. über einen weitgehend parallel verlaufenden Wanderweg. Also 12 Kilometerchen zu wandern mit nicht einmal 350 Höhenmetern. Das sollte machbar sein. 

Gegen halb elf wandere ich relatv spät bei leicht bedecktem Himmel vom Hotel los. An der Straße treffe ich ein Wanderpärchen, das nicht mehr in den Bus gekommen war und nun versuchte, die vier Kilometer bis zum Valle Grande zu trampen. Das hatte ich mir zwar auch überlegt - es ist eine nicht ganz wenig befahrene Strecke - fand dann aber doch praktischer einfach loszumarschieren.  Beim Talanfang ein Parkplatz, auf dem mehrere Autos parkten - wie ich annehme, ebenfalls Wanderer dieses Weges. Noch sehe  ich niemanden.


Was ich vor mir sehe … ist allerdings auch nicht wirklich viel. Im Tal ist es nebelig und wolkenverhangen, der immer wieder auftauchende schemenhafte Regenbogen, auf den ich zuwandere, verheißt Nässe .. Mit zunehmender Höhe wird es kühler, ich laufe schon bald in einen durchnässenden Sprühregen hinein, der mich zwingt, das Handy wasserdicht zu verpacken. Schon bald bin ich komplett durchweicht.


Der Blick zurück zum Meer klar, der Blick nach vorne … begrenzt. Es geht moderat bergauf, an den Berghängen weiden Ziegen und Schafe. Der stärker werdende Wind pustet den Sprühregen tief in die Klamotten. Es wird kühler aber trotz Kurzärmlichkeit und Kurzhosigkeit finde ich es in der Bewegung immer noch gut erträglich - vielleicht sowas um die 14°-16°C, schätzte ich. Besser als Hitze und sengende Sonne auf dieser komplett schattenlosen Strecke.

Kurze Zeit später kommt mir das erste von mehreren wandertechnisch ziemlich überzeugend ausgerüstete Wanderpärchen entgegen (ihre Schuhe waren jedenfalls wandertypischer als meine barefoot-Merrells ;) Deutsche. Ich frage sie, ob sie von  Cofete - einer Miniansiedlung ohne Übernachtungsmöglichkeit -  kommen. Hätte ja sein können, dass sie den frühen Morgenbus genommen hatten und sich zeitig auf den Wander-Rückweg begeben haben.

Inzwischen befinden wir uns ohne Sicht in dichtem Nebelregen; auf Fotos muss ich wegen der stiebenden Nässe verzichten und es gibt letztlich auch nix zu fotografieren.

Die beiden mittelalten bzw. mitteljungen (jedenfalls jünger als ich) Wanderer verkünden, dass sie am Pass umgedreht seien und wegen der schlechten Verhältnisse auf die Wanderung nach Cofete doch besser verzichten würden. Zumal der Weg nach dem Pass „viel enger und rutschiger“ würde.

Ich bin etwas erstaunt. Zwar hatte bei der Wanderbeschreibung gestanden, dass man Kinder nur bedingt mitnehmen soll weil recht anstrengend und geröllig - aber von „gefährlich“ stand da nichts.  Selbstverständlich wandere  ich weiter. Es kommen mir weitere (vielleicht acht insgesamt?), die Wanderung abbrechende Menschen entgegen: größtenteils in Zweiergruppen,  die - ich habe nun jeden davon angesprochen und gefragt - ihr Auto auf dem Parkplatz am Taleingang stehen haben: Deutsche, Niederländer und Franzosen. 

Ich werde skeptisch … will mir aber diese lauernden Gefahren - inzwischen bin ich davon überzeugt, auf tiefe Schluchten, Klettersteigpassagen oder schlimmeres zu treffen - auf jeden Falls mit eigenen Augen ansehen. Wandere durchweicht und sichtlos weiter in den Nebel bergauf.

Von hinten schließt ein ziemlich sportlich wirkendes Paar in Laufklamotten auf und überholt flotten Schrittes. Ebenfalls Franzosen.  Und ENDLICH eine entgegenkommende zweier-Männer“gruppe“, die verkündeten, von Cofete losgewandert zu sein - hingefahren waren sie mit dem Bus - und es wäre zwar schade, dass man nicht viel sieht - von „Gefahr“ könne ihrer Meinung nach aber keine Rede sein. Es keimt Hoffnung auf.

Dann wieder Abbrecher. Zitat eines Deutschen: „Wer DA weitergeht, ist verrückt! Wenn da was passiert, holt einen niemand ab und wenn doch, nur gegen ordentlich Kostenbeteiligung!“ Ich verkneife mir die Bemerkung, dass ich über den Alpenverein sogar Hubschrauber-abhol-versichert bin … werde aber durchaus immer neugieriger auf die andere Seite des Passes.

Am höchsten Punkt treffe ich auf die debattierenden Franzosen, bei denen sich die Frau zur Rückkehr entschließt, während der Mann flotten Laufschrittes auf der anderen Seite im Nebel verschwindet. 

Noch sehe ich nichts, das auf Gefahr hindeuten würde. Die Pfade werden zwar schmaler und gerölliger aber wer jemals auf Trails oder in den Alpen unterwegs war, fragt sich schlicht nur, womit hier jemand ein Problem haben könnte. „Vielleicht kommt‘s ja noch“ denke ich. In Erwartung ausgesetzter Stellen - immer noch ist nicht allzu viel zu sehen außer die direkte Strecke vor den Füßen - laufe ich weiter. Verfalle ebenfalls in leichtes Joggen, freue mich über die schönen Pfade und es dauert nicht lange, bis das erste Mal die Nebelwand aufreißt und ich einen Blick auf die gegenüberliegende Inselseite und das dortige Meer erhaschen kann.


Auch der Regen hat weitgehend aufgehört. Es läuft sich prima. Nirgendwo ist es ausgesetzt. Klar könnte man auf der gerölligen Strecke umknicken oder sowas … aber das kann man letztlich überall. 

Dass fast alle heute die Tour abgebrochen haben … muss man nicht verstehen …


Vorbei an der „Villa Winter“  mit z. T. dusterer Nachkriegsgeschichte - von hier aus sollen viele Nazigrößen nach Südamerika geflüchtet sein - erreiche ich bald die kleine Ansiedlung Cofete mit einem ebenfalls kleinen „Restaurant“ (ich hab‘ total verpennt, das zu fotografieren …). Hier ist auch die Bushaltestelle, wo um 16:00 Uhr der nächste und letzte Bus zurück nach Morro Jable fahren würde. Noch mehr als zwei Stunden Zeit …

Ich überlege hin und her … Hunger habe ich eigentlich noch nicht viel, außerdem noch ein plastikverpacktes Schokobrötchen vom Frühstücksbuffet und einen Apfel im Rucksack. Außerdem sind die wenigen Innensitzplätze besetzt, die außen mit Plastikstühlen sehen ungemütlich aus. Es ist windig und ich bin immer noch durchnässt. Wechselklamotten habe ich keine dabei. 

Es ist auch völlig unklar, ob im Bus noch Platz für mich wäre … morgens war er voll, Wanderer sind mir nur zwei daraus begegnet und die Wahrscheinlichkeit, darin unterzukommen … viel zu unsicher. Es gibt Touristen und Einheimische, die im eigenen oder Mietauto die Geröllpiste nach Cofete gefahren sind. Ich könnte sie fragen, ob mich jemand mit zurücknimmt oder zu trampen versuchen. Ein Taxi ließe sich auch bestellen …


Ich gehe erstmal den guten Kilometer runter zum Strand und schaue mir einen dortigen alten Friedhof an.


Dann ein bisschen am Meer mit seiner tosenden Brandung entlanggewandert. Der Wind hat meine Klamotten inzwischen ziemlich trocken geweht, es regnet nicht.  Ich esse mein Schokobrötchen, trinke Wasser … und beschließe,  den Weg  einfach wieder zurückzuwandern. 


Der Bergpass verschwindet zwar weiterhin in Wolken und Nebel aber mir scheint, es wäre doch ein wenig lichter dort geworden.

Gut übrigens vermutlich, dass es fast den ganzen Weg über regnerisch und bedeckt war. Wie würden meine Beine aussehen, hätte die Sonne geschienen? Zumindest Sonnencreme hätte ich benutzen müssen. Die habe ich dabei … vermeide den Einsatz aber, wo immer es geht. Kann das Zeug einfach nicht ausstehen …. 


Und so mache ich mich nach nicht allzu langem Aufenthalt auf dieser Inselseite zurück in Richtung Pass. Kann sogar ein Kilometerchen abkürzen und den direkten Weg entlang der „Villa Winter“ auslassen (ein freudiges „Hoch“ einmal wieder auf meine App „TopoMaps“, die mir alle auch kleinen Nebenpfade anzeigt).


Vorbei an lebenden und toten Weidetieren  - wobei die toten Überreste von ziemlich vielen davon so aussehen, als wären sie bewusst dort deponiert worden. Eine Futterstelle für die hier angeblich lebenden Schmutzgeier? Gesehen habe ich leider keine davon. Überhaupt begegnen mir nicht viele Tiere. Außer den Schafen und Ziegen sehe und höre ich einige Vögel, riesige Zikaden propellern schnell und unfotografierbar manchmal sogar direkt neben mir auf und fliegen weiter. Auch ihr Gezirpe ist oft zu hören. Hier und da ein huschendes Hörnchen und wenige Echsen. Ebenfalls für mein Handy zu schnell weghuschend.


Zugegeben: so richtig viel Lust hatte ich nicht auf den Rückaufstieg zum Gipfel. Aber immerhin ist es nicht mehr ganz so neblig und ein bisschen was kann ich sehen. Fast wäre mir beim Filmen das Handy weggeflogen. Die Insel macht hier ihrem Namen alle Ehre. Die Vientos - oder in alter Sprache: venturas - sind ziemlich fuerte (stark).

Was mich begeistert: nun bekomme ich auch das Valle Grande zu sehen, das mir auf dem Hinweg im Nebelregen verborgen geblieben war. Jedenfalls in seiner kompletten Länge und Schönheit.


Nun reicht der Blick bis zum Meer. Es wirkt deutlich kürzer als es real ist. Niemand begegnet mir auf dem Rückweg, der anfangs noch Spaß macht, sich dann aber wahnsinnig zäh zu ziehen beginnt. Wieder lege ich einen Jogging-Schritt an den Tag. Werde müde und schlapp. Immer müder und schlapper … freue mich fast, als doch wieder kurz ein Sprühregenfeld durchzieht und mich erfrischt. Andererseits beginne ich zu frösteln … trotz zunehmend warmer Temperaturen. 

Zurück im Hotel - mühsam hingeschleppt mit immer stärker schmerzenden Füßen - die Erkenntnis: das war mal wieder grenzwertig für meinen aktuellen Fitnessstand. Eher `ne Runde drüber. Müssten so ca. 24 bis 26 Kilometer mit gut 700 Höhenmetern gewesen sein.  

Alles beginnt zu schmerzen; erste Krämpfe kündigen sich an. Garantiert werde ich heute nirgendwo mehr hingehen. Auch nicht zum Essen. Keinen unnötigen Meter mehr! Habe noch Kefir, Nüsse und Schokolade da - das muss und wird reichen. Koche mir mit dem für Gäste bereitstehenden Wasserkocher eine Kanne Tee.

Die TeeTasse in Reichweite … entsteht so schon heute dieser Blogbeitrag. Und dann: Gute Nacht! Morgen ist wieder Strand angesagt, schätze ich mal …


🦵🏽 🦵🏽 🩼 😫

30 Januar 2026

Vom Winter in die Sonne fliegen


Ein weiterer Schnee- und Wintereinfall verzögerte den Abflug in München am Donnerstag-Morgen zwar etwas. Doch dann brachte die gestreifte und enteiste Condor-Biene mich komplikationslos in weniger als fünf Stunden auf die Kanareninsel Fuerteventura. Nach weiterer knapp zweistündiger Fahrt im verspäteten und rappelvollen Bus der Linie 10 erreichte ich - ja doch: ziemlich müde und erschöpft - meinen Zielort Morro Jable und dort weitere knappe zehn Minuten später zu Fuß  - der Name „La Colina“ ist Programm - das auf einem Hügel bergauf zu erreichende kleine aber extrem feine Hotel, in dem ich direkt über die Internetseite gebucht und einen grandiosen Glücksgriff gelandet habe.


Von so einem fünftägigen Kurztrip, so meinte ich, würde ich wohl im Anschluss höchstens einen Einzel-Blogeintrag verfassen -  das würde sicher reichen. Einmal ein bisschen Sonne, Wärme und Vitamin D tanken und schon geht‘s doch eh zurück in den Bayerischen Winter.


Die Realität: erstens überwältigen mich gleich am ersten Abend und dann erst Recht am ersten kompletten Tag die herrlichen Eindrücke. Muss dringend sofort ein Beitrag her! Denn zweitens brauche ich außerdem eine Pause 😅 Wie sagte mein Sitznachbar im Flugzeug so treffend: „Zwanzig werden wir nicht mehr!“ und so unglaublich wohltuend das hiesige mild-sanfte Klima mit 20°C im Schatten bei Sonne-Wolken-Wechselhimmel und leichter Brise auch ist … der plötzliche Wechsel geht nicht ohne ein gewisses körperliches System-Geschwächel einher, so dass ich darauf verzichte, gleich am ersten vollen Tag nach ausgiebigem Frühstück auf der Sonnenterrasse des Hauses - mit Blick aufs glitzernde, sich kräuselnde Meer - eine größere Wanderung anzugehen.

Zumal sich hier mit nur relativ kurzen Wanderungen und anschließender milder Kraxelei die steinigen Zuwegs-Pfade hinunter unglaublich tolle und vor allem menschenleere Strände erreichen lassen.


Habe ich jemals behauptet, ich könne nicht stundenlang an einem Strand rumliegen? Was ein Quatsch! Kann ich wohl 😛 Und ein Bad im Wasser war auch drin. Wenn auch nur ganz am Ufer. Brandung und Strömung sind stark und mir ein wenig unheimlich ….


Stundenlang hätte ich diesen kleinen Standläufern zugucken können 😍



                                                            Doch irgenwann zogen sie weiter



Und auch ich beendete den Aufenthalt in Sonne und leichtem Wind …


… genoss unterwegs die vielen Blüten und Farben, die sich um diese Jahreszeit -  nach einer hier  bis vor kurzem extrem und aussergewöhnlich regenreichen und kühlen Winterphase, die bis zum vergangenen Wochenende angedauert hatte - in voller Pracht entfaltet haben.



Einen Abstecher noch über den Hafen, ein leckeres Eis an der Strandpromenade und jetzt erstmal Pause. Mit Buch, Tee und diesem Blogeintrag.



Aber morgen, morgen wird dann so richtig gewandert!

🌅