03 August 2012

special: für die Füße


um das Ende der Wanderung zumindest virtuell noch ein bisschen rauszuzögern und weil die Füße beim Wandern eine Hauptrolle spielen, sei ihnen, ihrer Rolle und den Schuhen ein kleiner Sonder-Blogbeitrag gewidmet.

Fotos von meinen Füßen in den Wanderschuhen - im Bild oben links -  zu finden, war gar nicht so leicht. Ich hatte sie ja nur in den ersten beiden Tagen an. Und an Tag 2 nichtmal bis zum Schluss. Dabei mag ich sie ganz gerne und habe sie bisher für relativ bequem gehalten. Habe die Hiking-Boots der Marke Vasque letztes Jahr aus Kalifornien mitgebracht und schon ein paarmal erfolgreich in den Bergen getragen.

Das Problem diesmal: der zweite desaströse Regentag. Die Schuhe sind nicht für solche Sintfluten ausgerichtet und ich schwamm in ihnen, die Füße quollen auf, wurden wund, bildeten Blasen, die sich auch sofort öffneten und in Wunden verwandelten.

Keine Chance mehr, die schmerzenden Füße später nochmal in die Boots zu zwängen. Sofort schmerzte die Wunde am rechten Vorderfuß wie Hölle. Wie gut, dass ich auch noch Asics Trabuccos (6 Jahre alt und fast aufgelöst) sowie Trekkingsandalen (3 Jahre alt und von ALDI) im Rucksack mitschleppte. Wer mich beim Auspacken meines Schuharsenals beobachtete, verdrehte auch jeweils die Augen. Bei einer Weitwanderung kommt es darauf an, so wenig Gewicht wie möglich mitzuschleppen. Jedes Gramm zählt. Und dann SOWAS! Aber was soll ich machen? Ich kenne doch meine Füße und das - wie ich bisher dachte: Fußproblem. Aber im Grunde hab' ich kein Fußproblem - sondern ein Schuhproblem!



Obwohl sowohl Trekkingsandalen (gut, dass sich schwächelnde Klettverschlüsse hervorragend tapen lassen und dass der beste Mann der Welt für sich gänzlich auflösende Verschlüsse Sekundenkleber im Gepäck hatte - darauf, sowas mitzunehmen, wäre ich selber wirklich NIEMALS gekommen!) als auch die  Trabuccos (man beachte die Inneseite der Fersenkappe und an ein paar anderen auf dem Foto nicht sichtbaren Stellen sehen sie nicht besser aus) reif sind für die Tonne, habe ich es natürlich bisher nicht übers Herz gebracht und konnte sie daher soben in heimischen Gefilden nochmal vereint ablichten.



So sah die eigentlich winzige Problemwunde am Fuß nach einer Woche aus. Als ich mich erstmals getraut habe, genauer hinzusehen nach Ablösen des Blasenpflasters. Es war der Tag mit Fußbad im Bergsee - bei Steinmanderl und Steinweiberl.  An diesem Tag (siehe auch erstes Foto - Ausschnitt unten rechts. Auch an rechter Ferse noch ein Pflaster - dort aber keine Schmerzen -  und eine winzige wunde Stelle - unverpflastert und ohne Probleme zu verursachen - an linkem Fuß) hatte ich zwar die Blasenpflaster noch drauf. Traute mich aber erstmals barfuß ins Gelände und Wasser.

Nach dieser Ansicht mit genauerer Inspektion und verwackeltem Fotoshooting der Restwunde beschloss ich, kein Pflaster mehr draufzukleben und von Trabuccos auf Sandalen umzusteigen.

Vorsichtshalber möchte ich an dieser Stelle anmerken: Wander- und Bergschuhe haben mit Sicherheit eine Berechtigung auf solchen Wanderungen, sind sinnvoll und für die meisten Wanderer empfehlenswert.

Wenn ich selber sage, dass ich die 1,2 kg, die meine wiegen, bei vergleichbaren Wanderungen in Zukunft einsparen werde, dann auch deshalb, weil meine Knöchel, Sehnen und Bänder durch jahrelanges Joggen (auch barfuß) und barfüßiges Gehen im Alltag trainiert, robust und unempfindlich z. B. gegen Umknicken sind. Ich gebe hier also mitnichten Empfehlungen für andere! 



Volker zog mit, war begeistert und so dokumentierten wir unsere Fußbefreiung auch fotografisch. Zunächst allerdings noch in Socken.


Lizzy mit ElefantenStaubFüßen

Die Füße dankten es mit Schmerz- und Problemfreiheit und wurden fürderhin zum Dank auch vom Stoff befreit.



So sahen sie dann nach 4 Tagen barüßigen Wanderns aus - frisch geduscht und eingeölt. Zwei Tage vor Heimreise. Und so dann auch noch zu Hause, wo sie im Büro - ich bewege mich durchaus auch im Arbeitsumfeld oft barfuß - für mehr erstaunte Blicke auf dem Flur sorgten als die rosa Ringelsöckchen im Winter ;)



Befreit von allem: Schuhen, Socken, Wunden und Pflastern beim Bergbachbad am allerletzten Wandertag.



Kommentare:

Tati hat gesagt…

Liebe Lizzy,
vielen Dank für diesen wundervollen Urlaubsbericht und die tollen Bilder. Ich habe mich in so manches Motiv glatt verliebt :o
So eine Tour würde ich auch gern mal machen. Ich glaube ich hätte aber auch das Problem, das der Rucksack viel zu voll und schwer wäre. Ob mein Göga sowas mitwandern würde weiß ich nicht. Aber ich werde ihm deinen Bericht empfehlen ;-)

Liebe Grüße
Tati

Anonym hat gesagt…

Das mit dem Rucksack voll kenne ich auch zur Genüge wobei es bei mir schon bei einer Tagestour losgeht. Ich habe mir aber vorgenommen abzuspecken. Mal sehen ob es mir gelingt.
Einen blauen Zehennagel unterschlägst Du einfach. ;-)
Einen tollen Urlaubsbericht hast Du die letzten Tage verfaßt. Vielen Dank. :-) Er macht Lust selbst mal so etwas zu machen.

Tschö

lizzy hat gesagt…

Aber Tati, du machst mit deinem Göga doch viel wildere Sachen!

Hab' mich an das Nepal-Trekking erinnert, danach gesucht und bin auf den Dschungel gestoßen ;) Kannte ich noch gar nicht, diese Brasilien-Tour von Euch und werde mich später dort nochmal genauer umgucken - bin im Moment immer nur auf dem Sprung.

Sam, der blaue Zehennagel war auch nur in den Wanderschuhen überhaupt ein Problem. Dort entstanden und nur dort hat er gedrückt und weil die Wundschmerzen viel heftiger waren, hab' ich das kaum registriert.
Komisch übrigens schon deshalb weil die Teile dem Fuß unglaublich viel Platz bieten. Es lag also nicht an Einengung. Hatte ich vorher noch nie, so einen blauen Zehnenagel. In all den Lauf- und Wanderjahren nicht.
Er ist nicht abgefallen, der Zehennagel sondern das Blaue inzwischen wieder rausgewachsen.

Babs hat gesagt…

Ja, die Schuhe find ich auch total problematisch. Nach 9 Jahren in Lowa-Boots, die zumeist recht harmonisch waren, hab ich mir jetzt bei einer simplen 20-km-Wanderung im total flachen Flandern einen blauen Zehennagel geholt. Hab mir inzwischen solche Wanderhalbschuhe (auch wieder Lowa) gekauft, konnte sie aber bisher noch nicht testwandern.

Ich glaube, unsere Füße werden eben auch älter, wir benutzen sie ja auch vergleichsweise ne Menge. Und irgendwie scheinen sich die Platzverhältnisse in Schuhen auch zu ändern, sei es durch Verformungen, sei es, weil wir die Füße einfach breiter gelatscht haben.

Bin mal gespannt, ob ich eines Tages nochmal die perfekten Schuhe für mich finde. Das gilt übrigens auch fürs Laufen. Na, ich wünsche es dir jedenfalls, Lizzy!

Trudy und die Tibis hat gesagt…

Ach Lizzy, du wirst doch Schuhe mit SOLCHEN Erlebnissen nicht wegwerfen. Die gehören doch als Deko in den Garten oder so...

Schönä Sunntig wünscht
Trudy

lizzy hat gesagt…

Babs, ich fürchte, du hast Recht mit der Annahme, dass auch das Alter mit seiner Tendenz, die Dinge zu verändern (ich schreib' mal nicht "zu verunstalten" ;) reinpfuscht. Wobei es bei mir schon seit vielen Jahren immer mal wieder die starren Wanderschuhe sind, die Probleme machen. Mit Laufschuhen stehe ich ja auf "du und du". Deshalb nehme ich auch beim nächsten Wandern erst gar keine Wanderschuhe mehr mit ...

Trudy, meinen winzigen Garten mit ausgelatschten Discountersandalen und ausgefransten Laufschuhen vollzustellen (und hier verzichte ich auf das Wörtchen: "vollzumüllen" ;) wäre schon eine SEHR eigenwillige Dekoration, die ratz-fatz ausufern würde ...

Außerdem: seit gestern sind sie WEG! HA! in der Tonne und zwar unwiederholbar. Die Sandalen genauso wie die Trabuccos (die hatten nun auch seitlich ein Loch im Meshmaterial und irgendwann ist eben Ende - bei aller Liebe ..). Mit in die Tonne gewandert ist gleich noch ein noch älteres Adidas-response-Cushion gewandert und vor einer Weile landeten dort auch meine heißgliebten Adidas Chill (ich habe fast eine Träne verdrückt), die beim Firmenlauf den Geist ausgehaucht haben indem sie an einer Stelle der sehr flexiblen Sohle regelrecht durchbrachen. Nungut - sie haben in dem Jahr seit Kalifornien einiges erlebt: Bestzeit im Fünfer erlaufen, den ersten längere Ultra ...

Aber und es gibt Licht am Ende des Tunnels bzw. ist der Tunnel längst verlassen :o) Trekkingsandalen hab' ich schon gekauft und zwar ... *hüstel* ... gleich ZWEI Paar neue ... und gestern war ich bei Lauf-bar und zwar "offline" ... Es wurden zwei neue Adidas. Diesen habe ich gestern schon über 12 Kilometerchen Probe gelaufen und Dieser geht gleich mit mit auf die Piste

Jede Trennung bringt Raum für neues ;o)