28 November 2016

Perchtenlauf in Zwiesel


Wirklich kleinkindertauglich ist das Spektakel nicht


Laut, lang, unheimlich


Hexen werden ... verbrannt?


Zuschauern das Fürchten gelehrt (aber milde ;)


Feuertänze aufgeführt bei lauter Musik


Wilde Masken


Obszöne Gesten


Furchterregende Geister und Mächte


In schrillen, aufwändigen Kostümen


Viele gehörnt


Streckenweise sehr zahm und anschmiegsam dem Publikum gegenüber


Leider war mein iPhone mit den herrschenden Lichtverhältnissen doch arg überfordert, so dass die eigentliche Faszination nur sehr unzureichend eingefangen werden konnte.

Als ebenfalls unzureichend empfinde ich die Möglichkeiten, von unterwegs mit dem iPad Blogbeiträge bei Blogger zu verfassen und zu veröffentlichen. Sehr mühsam. Übersehe ich Features? Gibt es geheime Tricks, Apps und Kniffe?  Tipps? Her damit!





In Zwiesel zeigen sich die Perchtenläufer nach vollführtem Spektakel dem Publikum auch ohne Maske und bieten sogar die Möglichkeit gemeinsamer Fotos. Was die Alpträume bei den durchaus auch ängstlichen Kids reduzieren wird ;)


28 Oktober 2016

Farbsättigung oder: Herbstklassik



Herbstfarben sind vermutlich deshalb so beliebt, weil sie den Hunger nach Farben etwas stillen. Ahornblätter beherrschen die komplette Klaviatur rauf und runter ganz und gar meisterlich



etwas bewegender und bewegter


Was aber macht Spiegelungen - nicht nur bei Fotos - so faszinierend wie beliebt?


Im Herbst, wenn er geschlossen hat, ist der Biergarten des Restaurants am schönsten!


Auch Bootsstege, die ins Wasser ragen, verfehlen ihre Wirkung nur selten



Wenn ich auch meine 11 Kilometer lange "Standardrunde" zum und um den Unterföhringer Feringasee herum  momentan nicht laufen kann - mit dem Rad geht's ja immer noch ;o)

23 Oktober 2016

Herbst und Winterstart am Rechelkopf

Gaißach bei Bad Tölz / Attenloher Filzen

"Life is what happens to youWhile you're busy making other plans" so sang John Lennon und so drehte mir die Natur bei einer Wanderung zum Rechelkopf eine lange Nase.

"Nicht zu weit entfernt, nicht zu lang, nicht zu schwer", so sollte sie sein, die kleine Herbstwanderung zum Rechelkopf bei Bad Tölz. Und, so verkündete ich planungsgewiss, unter dem Motto "Herbst, bunte Bäume und grandiose Farben" stehen.

Was sich zunächst an meinen Plan zu halten schien bei wie hindrapiert wirkenden Aussichten auf Gaißach ein umgebendes Moorgebiet (Bayerisch: Filz), mündete nur wenig später im ersten Schneemann der neuen Wintersaison ;-)


Aber der Reihe nach:


Nach schattig-kühlen und wenig photogenen Forststraßen erreichten wir die Schwaiger Alm mit Sonnenwiese, kleinem Holzkapellchen und herrlicher Aussicht.


Bilder, wie für eine Herbst-Fotowanderung geschaffen


Farben ... ach, was schreibe ich ... wer den Herbst liebt, kennt auch seine Farben ...


doch bald schon - so etwa bei geschätzten tausend Höhenmetern - mischte sich über's herbstliche Farbenleuchten frivol weißglänzender Schnee. Wurde kälter, in Schattenlage bedeckender, so dass ...


.. zugegeben .. der Schneemann nur ein winziges Däumeling-Schneemännchen war ;-)


 Am sonnig-freien Gipfel



mit schönem Rundumblick (und einigen - darunter eine heftig lärmende - Wanderergruppen)

und mehreren zu Rast einladenden Sitzgelegenheiten in inzwischen heftig wärmender Höhensonne



dampfte diese in gewaltigen Schwaden den Schnee weg, sobald sie Schattenlagen ausleuchtete


Nach langer Rast mit Sonnengenuss und viel Aussicht



bot der Rück-Rundweg doch auch wieder reichlich herbstfarbiges


bewies uns, dass nach dem Tod  viel Leben zu erwarten ist 
(zumindest, wenn die toten Bäume stehen bleiben dürfen)


Volker, immer auf dem rechten Weg bleibend und brav die Drehkreuze nutzend selbst auf offener Fläche,


gelang es - wie auch mir - dennoch nicht, den geplanten Weg auch einzuhalten. Kleinere aber nicht sonderlich hinderliche  Irrläufer waren Folge der an diversen Stellen entfernten Beschilderung.


Hübsche Fotomotive trösteten über den Umweg hinweg


und für den Fall der Fälle hätte es Unterschlupfmöglichkeiten gegeben


Und das Knie? Nun .. es war schon schlimmer und es war schon besser. Völlig beschwerdefrei im Anstieg, beschwerte es sich im Abstieg zunehmend und auch der rechte Fuß gibt sich  heute, am Tag danach, ein bisschen beleidigt.


03 Oktober 2016

Besser als der Tod allemal - 10 Kilometer durch Bremen


"Etwas besseres als den Tod findest du überall"

Das Motto der Bremer Stadtmusikanten gefiel mir schon immer. Und das, obwohl ich alles andere als von seiner Richtigkeit überzeugt bin. Fast schon im Gegenteil. Es gibt durchaus schrecklichere Vorstellungen als den Tod.
Habe mir vor Jahren eine Porzellanfigur vom Quartett aus Bremen zugelegt und das, obwohl ich Nippes und Miniaturfiguren üblicherweise überhaupt nicht mag.

Meine Interpretation:

Egal, wie schlecht die Ausgangssituation ist: versuche, ob nicht doch irgendwas zum Besseren hin geht. Mut, Loslassen, Risiko, Chance ... so ungefähr.


Kann funktionieren, kann aber auch gewaltig nach hinten losgehen. Oder auch mal beides gleichzeitig.



 "Kein eindeutiges Ergebnis  aber besser als der Tod jedenfalls", so könnte der Ausgang meiner Unternehmung "Länderpunkt Bremen" lauten. Während Hauptsponsor und Namensgeber für den Bremen-Marathon die dortigen Stadtwerke sind, wird der Zehner unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bank gelaufen. Ob mir das zu denken hätte geben sollen? Andererseits schien es zum seit Monaten eigenen desolaten aber auch schwankenden Gesundheitszustand zu passen.

Nicht nur das Knie, es zipperte hier und da. Seit Wochen allerdings schmerzfrei - Kunststück! nach wochenlanger Laufpause und Belastungsfreiheit, die erst in den vergangenen zwei Wochen zugunsten zweier Winzigläufchen (eins pro Woche) milde zurückgefahren wurde. In diesem Halbjahr, also innerhalb dreier Monate,  gerade mal 72 Kilometer langsamst gejoggt; das letzte Mal 10 Kilometer am Stück kaum noch erinnerbar.  Aber seit ebenfalls drei Monaten Fahrkarten gebucht (eine Stornierung würde nicht viel weniger kosten als die Karten selber es taten), Hotel gebucht ohne Rücktrittsversicherung. Und auch keine Lust auf Rücktritt.

Im vergangenen Jahr in Bremerhaven gewesen und den Länderpunkt sausen lassen müssen weil der Lauf verschoben worden war. Ein zweites Mal ohne Teilnahme aus Bremen verschwinden und noch ein drittes Mal wiederkommen müssen? (das Spiel zu komplettieren, ist für mich ein "Muss". Ist eben so). 


Bremen gefällt mir tatsächlich sehr gut. Die Innenstadt freundlich und sehr geräumig und ansehenswert, die Menschen größtenteils locker drauf, mit dem Hotel einen guten Griff getan, das Wetter für die Jahreszeit ganz wunderbar.

Es zog mich wie so oft auch in die Peripherie, zu Außenseiterdingen und nicht zur zum Sehenswürdigkeiten-Standard.


Ganz besonders aber in die weitläufigen Parks und Grünbereiche,
sehr großzügig dimensioniert und mit viel Flair.


Einkehrmöglichkeiten in ansprechendem Stil und Ambiente


Seen, Boote, Kanäle ... auch der Norden wird fühlbar. Nicht zuletzt durch gelegentlich warmen, sanft wehenden Wind, den es nur in nördlichen Gefilden auf diese Art gibt. Wehend wie ein angenehmes dünnes Tuch, das milde einschließt aber nicht einengt.


Die Eingänge der Häuser haben es mir ganz besonders angetan. Aber auch Balkone, Vorbauten und Giebelornamente sind in vielen Stadtvierteln wunderbare Blickfänge.



 In Randlagen wird viel gebaut, bis zu den als problematisch verschrieenen Trabantenstädten war es mir zu weit und zeitaufwändig, doch einige Vororte bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgefahren. Die Menschenmischung ist SEHR bunt. Von den in der Presse oft gelesenen massiven sozialen Problemen, dem Bildungsnotstand, hoher Kriminalität, von der im Zusammenhang mit Bremen in den Medien häufig die Rede ist, davon habe ich auch in Tram, Vororten und mit möglichst offenem Blick nichts erspüren können. Bremen hat sich mir von einer aufgeschlossenen und freundlichen Seite gezeigt.


Doch was kann ich zum "Hauptdarsteller" schreiben, dem Lauf?  Zum Vorher auch nur Gutes! Nach für mich langer  "Wettkampfabstinenz" hatte ich mich auch angesichts der desolaten Knielage ohne jegliche Ambition nur auf den Länderpunkt ausgerichtet. Bei der Anmeldung sollte eine Zielzeit angegeben werden, was ich mit "1:05" auch tat.

Dass ein egal wie zurückgenommener Wettkampf hochgradig unvernünftig ist, das war mir durchgängig bewusst und ich nahm in Kauf, anschließend wieder massivere Probleme ausbaden zu müssen. Dass ich auch schon vorher an anderer Bauststelle laborieren und eine Stunde in einer Bremer Arztpraxis zubringen musste, möchte ich hier inhaltlich nicht vertiefen - es hatte mit dem Lauf nur insofern zu tun, als es ihn noch ein bisschen unvernünftiger werden ließ und noch am Tag vorher nicht sicher war, ob ich würde starten können. Was ich dann - s. Photo oben - aber doch tat. Vernunft hin oder her und den Tod würde es schon nicht bringen.

Die Stimmung auf dem Bremer Marktplatz am Morgen war uneingeschränkt klasse! Es wurde sich bei Klängen einer live-Band zu "Satisfaction" , "Come together", viel Beatles und ein bisschen Twist warmgerockt und warm getwistet, Strahlesonne, super Organisation, tolle Streckenführung(en) ... wer auf diese Dinge bei Läufen Wert legt, sollte Bremen auf die Agenda setzen.

Positiv für mich auch, dass ich mich vorher nicht schlau gemacht hatte über die zu laufende Strecke und die Freude ungetrübt und echt war, mich entlang der Weser geleitet zu sehen, durch die Innenstadt, durch's Weserstadion auf  grüner Bahn und mit Riesenbildschirm, passender Moderation und Versorgung. Das ließ Ablenkung zu von dem Knieproblemen, die sich trotz eher gemächlichen und zurückgenommenen Tempos schon ca. bei Kilometer Drei einstellten und nach dem Weserstadion (bei Kilometer Sechs) endgültig in Schmerzen übergingen.

Dass ich es durchziehen würde, das war mir klar. Hinterher leiden zu müssen aber auch. Und so ist es jetzt auch: sicher ist, dass die Bänder des linken Knies betroffen bzw. entzündet sind. Zeigt sich sehr deutlich daran, dass es in alle möglichen Gegenden von Hüfte über Adduktoren und auch ins Fußgelenk zieht. Meniskus ebenfalls - wenn ich mir Diagnose-Einordnungsseiten zu Kniebeschwerden durchlese und mit meinen Symptomen abgleiche, komme ich zu dem Schluss: ich habe ALLES ;o) Und tierischen Muskelkater im Moment noch dazu.

Wir werden sehen, wie lange die Laufpause dieses Mal währen muss. Ewig auf keinen Fall denn mindestens zwei Läufe - wie klein und langsam und wann auch immer - müssen noch gelaufen werden. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Statistik:

Zeit: 1:07:00
Frauen Gesamt: Platz  665 von 943
W 50: Platz 81 von 120


Kleines Ratespiel am Schluss:

Da mein Zug nach München am Sonntag erst um 19:14 Uhr von Bremen aus fuhr, musste ich viele Stunden bis dahin "totschlagen". Zunächst etwas beim Marathon-Zieleinlauf geklatscht, gepfiffen und angespornt, dann ein wenig gegessen, nahmen die Schmerzen im Knie von Minute zu Minute unerträglichere Ausmaße an, bis Laufen und auch Stehen nahezu unmöglich wurde.

Mehrere Stunden essend und trinkend in Gaststätten zu verbringen hatte auch wenig Reiz und weil am Nachmittag die Sonne ab- und die Schauerneigung zunahm, entschloss ich mich zu einem Kinobesuch.

In Anbetracht von Kinoentfernung und Uhrzeit blieben mir vier Filme zur Auswahl - für welchen habe ich mich entschieden - was meinen die Leser, die mich kennen oder ein bisschen zu kennen glauben?:

1: Findet Dorie



2. Bad Moms



3. Mit dem Herz durch die Wand



4. The Infiltrator



Lauf die Länder!

Vor einiger Zeit hatte ich die Idee, eine Art „Rundlauf“ durch die Bundesländer zu starten. Die Idee geriet zunächst wieder in Vergessenheit und ist nach dem HM in Berlin am letzten Wochenende neu aufgeflackert.

Ziel: in jedem der 16 deutschen Bundesländer mindestens eine Teilnahme an einem öffentlichen Volkslauf / Laufwettkampf/ Laufevent bzw. auch Jedermann-Triathlönchen (Bedingung: kein Neo nötig) … wie immer man das nennen kann und mag. Nicht alles auf einmal natürlich und nicht alle sofort ;)
Ich hoffe auf noch viele aktive Laufjahre, die ich mir dafür Zeit lassen kann und will. Updates werden – so diese Idee umgesetzt wird und auch der Blog entsprechend lange weiterlebt – hier vermeldet. Auch für Ideen bzgl. geeigneter schöner Läufe egal welcher Distanzen bin ich immer offen und dankbar.









grün: bereits „er“laufen - orange: angemeldet - schwarz : noch offen (evtl. mit Favorit diesbezüglich)



* letzte Aktualisierung 03. Oktober 2016
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Sozusagen „außer Konkurrenz“ weil ohne Anspruch auf Vervollständigung – aber es könnten ja doch einige dazukommen – die bereits erlaufenen Länder in Europa und dem Rest der Welt:

Europa:
Deutschland: massenhaft
Österreich: Achenseelauf 2005

Rest der Welt:
USA: BigSur Marathon 2011 (Kalifornien)

14 August 2016

Rossköpfe unter'm Sternenhimmel und bei Sonnenaufgang

kein Nebel -  das iPhone hat's nicht so mit Nachtaufnahmen

Wieder einmal eine meiner vielleicht leicht schrägen Ideen: antizyklisch zu den chronisch verstauten und verstopften Straßen um München und insbesondere in Richtung Berge rausfahren und eine Nachtbergwanderung unternehmen. Zum Rosskopf beim Spitzingsee. Einfachster Weg bzw. fast durchgängig Schotterstraße bergauf - in der Dunkelheit spielt Landschaft ohnehin keine Rolle.

Gelegentlich wird Stirnlampenunterstützung notwendig bei der Wegefindung. Meistens reicht das Licht der sternenklaren Nacht. Mr. Mond allerdings, der in München noch kräftig leuchtete, hat sich bereits wieder zur Ruhe und außer Sicht begeben.

Nach gut 2 Stunden Gehzeit und 500 Höhenmetern und etwas schlechtem Gewissen ob der aus Nachtruhe aufgeschreckten Almkühe, die vom Weg aufspringen und angstvoll rumpelnd im Wald verschwinden, erreichen wir gegen 3:30 Uhr den Gipfel. Noch 2,5 Stunden bis zum Sonnenaufgang.



Der Gipfel "eingezäunt" mit einem allerdings sehr locker-lückenhaften und zum Glück stromlosen Flatterband. Der Rosskopf  beherbergt passenderweise 4 Rösser bzw. Pferde und  Ponys, die allesamt neugierig durch die Dunkelheit auf uns zutraben und die am Gipfel nun umzäunten Menschen freundlich beschnuppern. Keine Zeichen von Ängstlichkeit oder gar Unfreundlichkeit. Liebe Rösser sind das.

Absolut spektakulär und von mir in dieser Form seit vielen Jahren nicht mehr erlebt und gesehen: ein extrem klarer und sternenüberfrachteter Himmel. Milchigste Milchstraße, soger die "Vernetzungslinien" vieler Sternbilder (ich kenne ja nur die beiden Wagen aber Volker ein paar mehr) deutlich sichtbar. Fotos hätten das ohnehin nicht einfangen können und so verschmerzen wir relativ schnell, Volkers digitale Spiegelreflexkamera zu Hause vergessen zu haben und mit iPhone knippsen zu müssen.

Den mit Sternen regelrecht überfrachteten Himmel fotografisch festzuhalten, das wäre auch mit Kamera nicht gelungen. Satelliten ziehen ihre schnellen Bahnen, weitaus mehr Sternschnuppen als vorhandene offene Wünsche verglühen in kurzen hellen Streifen.



Einige Stündchen Schlaf oder zumindest Ruhe würde nicht schaden. Mitgenommene Picknickdecke, Schlafsäcke, warme Kleidung - alles wird ausgepackt und sich darin eingemummelt. Die Pferde legen oder stellen sich in nur wenigen Metern Entfernung ebenfalls relativ ruhig hin (dabei ist die Weide- und potienzielle Ruhefläche riesig! Entweder betrachten sie uns als Teil der Gruppe, die zusammenhalten muss oder sie möchten auch beim Sonnenaufgang am Gipfel sein ;).

Relativ ruhig sind sie, die Pferde. Ein mahlendes Schmatzen, Schnaufen, leises Schnauben, gelegentliches Scharren und vor allem: lautstarkes Pferde-Dauerfurzen mit durchaus auch olfaktorischer Wucht begleitet unsere Versuche, ein Gipfelschläfchen zu halten. Sie liegen so nah, dass wir uns theoretisch ankuscheln könnten und ich glaube, sie hätten nichtmal was dagegen gehabt.


Schlaf fanden wir beide keinen - aber etwas Ruhe dann doch. Wobei es recht frisch wurde in den Morgenstunden und sollte ein Leser auf die Idee kommen, etwas ähnliches ebenfalls unternehmen zu wollen, dann mein Rat: Isomatten mitnehmen! Eine Decke auch mit Aluisolation + Schlafsäcke sind auf Berggipfeln auch im Sommer nicht unbedingt ausreichend wärmend. Die Kälte von unten dringt im Laufe der Stunden durch.

Irgendwann vor sechs Uhr (offizieller Sonnenaufgang soll um 6:07 Uhr stattfinden) wird der Lichtstreif über den Bergen im Osten rot und röter.


Die Berglandschaft auf gegenüberliegender Westseite vom Licht angestrahlt, noch ehe die Sonne über den Bergen sichtbar wurde.



"Puh, da isse ja, diese bescheuerte Sonne. Können wir dann endlich gehen?" 

;-) So isser eben, der weltbeste Ehemann ;-)



Der Rückweg hat einige auch steile Grasshang-Anteile, die wir in der Dunkelheit niemals hätten finden können. Die noch schlafenden Kühe werden in etwas größerem Bogen umrundet, damit nicht noch einmal die Nachtruhe durch uns gestört wird.

Die Idee ansich ... die fand und finde ich immer noch gut. Zumindest der größere Teil von mir. Das Knie bzw. das ganze linke Bein hüftabwärts bis zum Fuß, das einfache Spaziergänge trotz erneuter Proteste bei Laufversuchen klaglos duldete, vermeldete schon auf dem Anstieg: "Egal, wie gemütlich und langsam: 500 Höhenmeter und mehrstündige Wanderungen mit Rucksack sind nicht klug. Ich trete peu à peu in Generalstreik". Auch Knie- und Fußbandage, beide vorsichtshalber ins Gepäck und dann zum Einsatz gebracht - konnte die Orthopädie nicht grundsätzlich milder stimmen. Das macht mich schon durchaus ein wenig traurig, dass ich nicht weiß, ob und wann ich wieder fußmobil sein werde. Es müsste ja nicht Laufen sein - aber so kleine, einfache und als "kinder - und seniorentauglich" beschriebene Spaziergänge auf  niedrige Gipfelchen der Voralpen, die würde ich schon gerne noch unternehmen können ....


So humpelte ich dann auch - trotz allem noch ein wenig die Ansicht des Spitzingsees genießend - gegen 9:00 Uhr in der Früh zum Auto, um auf noch relativ leeren Straßen - in Gegenrichtung begann schon wieder das Stauen - nach Hause zu fahren, wo beide fast umgehend ins Bett plumpsten. Gipfel und Sternenhimmel schön und gut .. aber ein echtes Bett hat schon seine Vorzüge ;o)