26 September 2013

Ziele, der Mensch braucht Ziele!

Oder: die Schweinshaxe


"Wenn der Wochendurchschnitt zum ersten Mal unter 70 kg liegt, dann kannste ja eine Schweinshaxe essen."  So sagte mein bester aller Ehemänner angesichts meiner seit einiger Zeit rapide dahinschmelzenden Übergewichtspfunde. Und meinte das Gesagte als Witz weil für ihn eine völlig abstruse Vorstellung. Schweinshaxen essen findet er ekelhaft. Ich finde das nicht! Finde im Gegenteil krustig gegrillte Schweinefetthaut oberlecker. Esse sie extrem selten - vorher geschätzt 3 Haxen in den 14 Münchner Jahren - und habe sie bis vor kurzem auch nicht mehr gut vertragen. Jetzt aber doch wieder  (entgleister Fettstoffwechsel kam vorher dazu und hängt vermutlich auch mit Übergewicht, Zuckerwerten etc. irgendwie zusammen und das ist nun im Moment alles offensichtlich im Lot).

Und so übernahm ich seinen gemeinten Gag  als ernsthaftes Etappenziel: sollte mein Wochen-Gewichts-Durchschnitt irgendwann unter 70kg liegen (also niedriger als je irgendwann innerhalb der letzten 10 Jahre und niedriger damit als jemals vorher in den Zeiten meiner läuferischen "Karriere", dann würde ich mir eine Schweinshaxe gönnen. Stellte sich zunächst noch die Frage, wo man eine gegrillte Bio-Schweinshaxe herbekommt, denn "bio" sollte sie schon sein ... aber das hatte noch Zeit zum Zeitpunkt der Zielsetzung.

Das ist inzwischen einige Wochen her. Der Start meiner - ich nenne sie: "zweiten größeren Abnehmaktion" war eher ein Zufall. Langjährige Blogmitleser mögen sich erinnern: vor inzwischen gut zwei Jahren im Sommer 2011 startete ich mit einem damals adipös bescheinigten Gewicht von 81 kg, was einem BMI von 31 entsprach (der mich übrigens nicht daran hinderte, den BigSur-Marathon mitzulaufen u. a.) mit einer ersten gezielten Abnehm-Aktion, die auch Erfolge zeigte. Gegen Ende des Jahres hatte sich mein Gewicht auf um 73 kg liegend relativ stabil eingependelt aber der Elan zu weiterer Abnehmerei schlief ein. Ein kleiner nächster Versuch im letzten Herbst verlief sich als Strohfeuer und im Grunde fühlte ich mich mit dem Erreichten auch recht wohl. Zumal auch die vorher entgleisten Blutzuckerwerte wieder in den grünen Bereich gewandert waren.

So richtig bewusst bin ich es also nicht angegangen. Im Hinterkopf allerdings schmurgelte der Wunsch, noch ein bisschen weiter abzuspecken, immer latent vor sich hin, seit dem ersten Tag des Jahres notierte ich im Kilometerspiel täglich mein Morgengewicht um es im Blick zu behalten  und als nach dem Würzburg-Marathon die Kilos wieder nach oben auszureißen drohten, hoffte ich auf Abnahme im Wanderurlaub.Ein leichter Trend nach unten zeichnete sich auch ab - jedoch kaum erwähnenswert.  Da geschah es, dass ein Unwetter uns zum Verweilen im Hotelzimmer zwang, ich im Internet surfte und von einem Ernährungstagebuch (fddb.de) las. Trotz des spontanen Trotzgedankens "ist doch sicher Unsinn, nützt nix, brauch ich nicht .." gab ich testweise meine Daten ein, ließ meinen Verbrauch bestimmten und notierte *spaßeshalber* und im Urlaub noch ohne Waage-Kontrollinstanz einfach mal mit, was ich so esse und trinke (wobei grundsätzlich nur die kalorienhaltigen Getränke eingegeben werden. Wasser, ungesüßten Tee oder mit Süßstoff oder Stevia gesüßte Getränke notiere ich erst gar nicht).

Und siehe da: sich selber die "WeightWatcherin" zu machen, das wirkt tatsächlich. Mehr unbewusst als gewollt. Obwohl ich durchgängig das Gefühl hatte und habe, massenhaft zu futtern, ging die Gewichtskurve konsequent und stetig bergab: (wenn ich unterwegs bin und meine gewohnte Waage nicht zu Hand habe - nein, mitschleppen ginge wirklich zu weit! -  gebe ich rückwirkend für die aushäusigen Tage  aus "Vorher" und "Nachher" gemittelte Tageswerte ein. Damit keine Lücken entstehen im Bild).



 Für mich selber geradezu ein Mirakel. Hatte ich doch das Gefühl, permanent zu essen und nie irgendwelchen Mangel zu leiden. Fast im Gegenteil.



Sich selber beim Essen zuzugucken - sogar, wenn es kein ausgesprochenes Ziel dabei gibt, bewirkt erstaunliches. Denn: zunächst war der Gedanke nur: "guck mal, ob der errechnete Bedarf überhaupt passt"


Dass das Gewicht inzwischen in Bereichen angekommen ist, die auch bei strengerer Auslegung unter "normal" fallen, ich also tatsächlich nicht mehr zu den "Übergewichtigen" gehöre mit einem BMI von inzwischen knapp unter 26 bei 25,9 angekommen, das gefällt mir aber schon recht gut ;-)


Selbstverständlich MUSS ich irgendwas verändert haben, sonst wäre nicht passiert, was passiert ist. Was aber genau ist das?  In der Hauptsache fallen viele Kleinigkeiten zwischendurch weg. Sei es, weil sie mir durch die Notwendigkeit, sie anschließend eingeben zu müssen, überhaupt erst bewusst werden. Oder weil es mir einfach zu lästig ist, für z. B. eine Hand voll Nüsse wieder einen Eintrag zu erstellen ... aber immer sind es Dinge, die im Grunde völlig überflüssig waren, die weggelassen werden. Denn: ich habe nie Hunger bzw. ist eine meiner selbst erstellten "goldenen Regeln":
  • wenn ich Hunger habe, wird auch auf jeden Fall schnellstmöglich gegessen! Zwingend! Um Fressattacken zu vermeiden.

Außerdem halte ich mich an weitere Regeln (meistens):

  • möglichst keinen Tag unter 80% des vom Tagebuch errechneten Bedarfs bleiben (manchmal passiert es doch - aber dann eher ungeplant und ich war mit Sicherheit satt). Nicht, dass der Körper auf die unsinnige Idee kommt, es wären Notzeiten angebrochen und den Stoffwechsel runerregelt. Das muss ja wirklich gar nicht sein. Das führt dazu, dass ich ab und zu abends feststelle: "Hilfe! sind ja noch keine 80% - ich muss DRINGEND noch ein Eis, Kekse, Schokolade ... whatever .. essen oder ein Bier trinken :o)

  • mindestens einmal wöchentlich wird "über 100%" gefuttert - ein Schlemmertag ohne irgendwelche Hemmungen und Beschränkungen muss sein. Wobei ich natürlich nie wirklich weiß, ob die errechneten 100% den tatsächlichen entsprechen. Habe aber das Gefühl, dass es bei mir ganz gut hinkommt. Jedenfalls, wenn ich als "Aktivitäten" nicht wirklich jeden banalen Handgriff sondern nur Dinge eintrage, die auch wirklich mit Sonderbewegung verbunden sind. Ab einem Spaziergang oder dem Radweg zur Arbeit wird eingetragen. Bügeln, Treppen steigen und ähnliche Banalitäten nicht. Die fallen bei mir unter "Grundumsatz"
  • möglichst oft gebe ich geplantes Essen, so im Voraus bekannt, auch im Voraus schon ein. Das bewirkt ein besseres "im Griff halte Gefühl" und eine oft riesige Vorfreude auf eingegebenes Essen. Gebe ich mir z. B. mittags für nach dem Feierabend einen geplanten Schokoeisbecher ein (natürlich MIT Sahne, Schokososse, Streuseln oder Krokant ... soviel geht!), dann bin ich voller Vorfreude darauf schon so auf diesen Eisbecher fixiert, dass absolut keine Lust auf Zwischenknabbereien oder sowas auftauchen. Alles an mir fiebert erwartungsfroh auf diesen Tageshöhepunkt "Schokoeisbecher" hin ... und WIE DER DANN SCHMECKT! Grandios ist das in so einem Fall - ein viel größerer Genuss als früher meistens. Und doch liege ich dabei nie oder fast nie über 100%.

  •  ich esse und trinke NUR und AUSSCHLIEßLICH Dinge, die mir auch wirklich schmecken. Kein einziges Prozent wird an irgendwelche scheußlichen Lebensmittel, Diätdrinks o. ä.  verschwendet, nur weil irgendwer meint oder geschrieben hat, die seien gesund oder helfen beim Abnehmen. Es gibt auch keine Light-Produkte, Einschränkungen nach Uhrzeit, Inhaltsstoffen etc. Überhaupt ist alles fern jeder Diät, jeden Essenspapstes, jeden Diktats. Ich esse im Grunde wie immer, tendenziell nur die leckereren Dinge, gerne auch mit Fett, wenn es meiner Meinung nach dazugehört, oft Eis, gerne mal Wein oder Bier - und schreibe alles auf. Kuchen und Kekse allerdings, die knallen so rein in die Bilanz, dass sie selten geworden sind.
 

Im Grunde stelle ich fest, dass ich - zumindest, wenn ich zu Hause bin - sowieso immer das gleiche esse irgendwie. Die Jahreszeiten lassen Obst und Gemüse ein bisschen wechseln und es gibt so "Phasenliebhabereien" aber im Grunde gleicht sich das doch immer wieder sehr. Und sah auch vorher so aus. Nur vermutlich von vielen Kleinigkeiten ein bisschen mehr ...

Was stelle ich "läuferisch" fest:

  • abends laufen bringt mehr bzw. sind die Bilanzen an diesen Tagen niedriger und der Hunger bleibt kleiner
  • schwimmen - sogar nur wenig schwimmen - macht hungrig (wusste ich aber vorher schon - kennt vermutlich jeder und nicht wundern über so Einträge wie "13 Minuten schwimmen" - das liegt daran, dass der Schieberegler beim App so blöd zu bedienen ist und wenn ich die geplanten 15 Minuten beim dritten Versuch nicht getroffen habe, dann bleibt's eben bei 13 - so pedantisch muss ja auch nicht sein. Dass ich so kurze Schwimmeinheiten drin habe, liegt am "vor der Arbeit schwimmen", wo ich zwar ca. 3/4 h im Wasser bin, diese Zeit aber drittele: bisschen planschen, bisschen rumgymnastiken, bisschen Beine an Massagedüsen durchwalken lassen und eben auch bisschen richtig schwimmtrainieren. Aber nicht so wirklich viel - ob 15 oder 25 Minuten ... so akribisch sehe ich das nicht)
  • viele eher kleinere Sporteinheiten - also viel Gleichmäßigkeit - statt großer harter Dinger mit folgenden Pausentagen fallen leichter und sind der Abnahme zuträglicher.
  • noch bin ich nicht schneller geworden. Jedenfalls gab's beim Maare-Mosel-Halbmarathon eher einen gewaltigen Einbruch. Im Alltag fühlt sich das Laufen leichter an, dass der 6-Stunden-Lauf so locker über die Bühne ging mit seinen 46 Kilometern, lag sicher auch mit an der geschmolzenen Masse
  • um das niedrigere Gewicht auch in Tempo zumindest auf kürzeren Strecken umzumünzen, sollte ich vermutlich eine Weile stabil halten und gleichzeitig Tempotraining einflechten. Ich versuch's. Beides. Ist aber gar nicht so leicht durchzuhalten ... Die Raserei liegt mir immer noch nicht und das Gewicht sinkt trotz täglicher Mampferei bis zur Halskrause einfach langsam weiter. Musste eben noch eine weitere Schweinshaxe her heute ... ;)
Achja, wie war das eigentlich mit den Zielen und den Schweinshaxen?

Die erste war fällig in der Woche vor dem Halbmarathon und weil meine Schwester vom Ziel wusste, überraschte sie mich mit einer vom Nachbarort-Bauern gekauften und dann selber zubereiteten Bio-Schweinshaxe (suboptimales Vorwettkampfessen, ich weiß - aber da galten klare Prioritäten und Festessen von Super-Braten-Köchin ging vor ;)

Heute vormittag dann beim Gang - eigentlich zur Bücherei - über einen Wochenmarkt (ich hätte vielleicht erst nach dem Mittagessen, das eigentlich in der Kantine geplant war anschließend, losgehen sollen ...), vorbei am Hähnchen- und Schweinshaxnstand (zu meiner Schande muss ich gestehen: so überhaupt gar nicht *bio*) übermannten mich die Düfte, die auf meinen Nachjogg-Vormittagshunger trafen und ich kaufte sie: die zweite Haxe.


Das Teil wog - ohne Knochen gerechnet, nur das ausgelöste Fleisch mit Fett und Kruste - eindeutig über 500 g. Natürlich habe ich nicht alles geschafft zum Mittagessen und den verbleibenden Teil dann zu Hause gewogen. Auch noch ein zweites Mal davon gegessen - bis zur Übelkeitsgrenze fast (der Bubikater erwies sich als echter Bayer und er, der sonst sehr wählerisch beim Futter ist, neuen Futtersorten gegenüber extrem misstrauisch und sich für Menschenmahlzeiten nicht die Bohne interessiert, kam vom Duft gelockt angelaufen, schnupperte begierig und bekam auch ein Teil der Haxe ab. Die er begeistert verputzte. Aber das nur am Rande erwähnt ;). Mindestens 150g sind noch übrig, die gibt's dann morgen zum Frühstück. Für die Miezen und mich *s*

Weil meine verbrauchten Tagesprozente deutlich unter 100% dümpelten, ja sogar deutlich unter 80%, sitze ich hier und gebe mir redliche Mühe - siehe oben: ein Eis, eine Apfelschorle, ein Weizenbier und Kekse - mehr schaffe ich heute wirklich nicht mehr. Und habe erst 72% des Tagesbedarfs aufgenommen.

Konkret: obwohl ich heute fast 1 Pfund gegrillte und fette Schweinshaxe mit einem  Vinschgauer-Brot  verputzt habe, außerdem eine Flasche Bier getrunken, ein Eis gegessen und zwei Haferkekse - trotzdem liegt mein Essenskonsum deutlich unter dem eigentlichen Mindest-Tageswert von 80%.

Man könnte meinen Gewichtsverlust also vielleicht auch als Folge der "Schweinshaxen-Diät" sehen  ;-)


Kommentare:

Blumenmond hat gesagt…

Bis auf die Schweinshaxe kommen mir doch viele Sachen bekannt vor. ;-)) Freut mich für Dich und Deine Gesundheit, dass das so super geklappt hat und bestätigt mich in der Annahme (trotz meines Ausflugs zu fit for fun), dass mehr raus als rein die einzig wahre "Diät" ist. Well done, liebe Lizzy. Dein Körper wirds Dir danken und Dir auch die Schweinshaxe verzeihen. ;-)

lizzy hat gesagt…

Danke Anja :o)

Was ich aber vielleicht noch ergänzen sollte: die gegessenen Mahlzeiten sind in Wirklichkeit wesentlich "bunter" als es den Anschein hat. Wenn ich in der Kantine z. B. "Rotbarsch" esse, dann lag da mit Sicherheit auch Gemüse dabei. Aber die Kantinenwaage spuckt erstens nur das Gesamtgewicht aus, ich weiß zweitens nicht, was anteilig darau entfällt, gebe auch nie eigene Mahlzeiten und Rezepte - bei denen sich die Kalorien ohnehin nur überschlagen lassen - ein. Also trage ich eben alles auf einen und zwar den geschätzt schwersten und meist hochkalorischsten Bestandteil ein.

Auch der Thunfisch lag garantiert auf einer Salatmischung aber Feldsalat, Ruccola, rote Bete und was es sonst gewesen sein mag - ich liebe bunte Salate - fallen gewichts- und kalorientechnisch ohnehin fast raus. Das gilt auch bei Z. B. Dolmadakia, Schafskäse, Oliven ..

Die scheinbare Zutatednarmut ist also eine Folge meiner Faulheit in Kombination eines totalen Desinteresses an "Inhaltsstoffen im Einzelnen". Diese fast kalorienmässig zu vernachlässigenden Bestandteile werden von mir also den "Hauptdarstellern" auf dem Teller einfach zugeschlagen.

Babs hat gesagt…

Ich sag erstmal: "Respekt." Weil ja doch eine gewisse Disziplin zu der Eintragerei dazugehört. Und dann sag ich noch, dass es mir an deinen letzten Fotos schon aufgefallen ist, dass du etliche Pfunde verloren hast! Sieht sehr gut aus :-)

LG,
Babs

lizzy hat gesagt…

die Eintragerei ist tatsächlich der lästigste Aspekt dabei, Babs.

Und manchmal wird's auch kompliziert,sich alles Gegessene zu merken.

Beispiel Nachbarschaftsgrillfest: ich hatte vorher eingegeben, was ich Kuchen, Grillzeug, Brot und Wein ich mir zugestehe. Die Realität sah dann doch so aus, dass es ein Stück Kuchen mehr wurde, eine Nachbarin zu fortgerückter Stunde noch warme selbst gebackene Blätterteig-Käse-Teilchen auf die Tische warf, aus der halben Flasche Wein eine ganze wurde und noch ein weiteres Glas vom Nachbarn der anderen Wohnseite obendrauf ... Selber kramte man auch noch irgendwas aus den Schränken, dass ich beisteuern ließ und so gab's nicht nur eine tiefrote dreistellige Prozentzahl sondern zusätzlich das Problem, sich alles auch zu merken. Ich meine: ich schleppe ja nicht das iPad mit für Simultan-Eingaben wärhrend der Feiern.

Unnötig zu schreiben, dass ich zu solchen Gelegenheiten natürlich einfach schonungslos alle Grenzen über Bord werfe und mithalte. Aber eben so gut wie möglich nachtrage.

In diesem Fall war sehr schön zu sehen, dass so ein "Exzess" nicht gleich die ganze Absicht vernichtet. Am nächsten Tag schläft man eh länger und wenn man den "Katerhunger" etwas zähmt, dann hat man den Überbetrag locker in einem, höchstens zwei Tagen ausgeglichen. Das macht zuversichtlich anstatt gleich alles wieder über den Haufen werfen zu wollen.

Danke übrigens für's Kompliment ;)

Pienznaeschen hat gesagt…

Liebe Lizzy,

sehr sehr cool - Glückwunsch.
Das liegt alles auf der Hand und ist logisch, ABER es funktioniert auch nur mit einer entsprechenden Disziplin und die hast Du bei dem Ergebnis ganz sicher. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß am Essen, das finde ich ja das schwierigste dabei, aber bei Dir klingt es trotzdem sehr nach Genuss.

lizzy hat gesagt…

Hey und schön dich zu lesen, Julia!

"Spaß am Essen" zu haben, das finde ich nun grad üüüberhaupt nicht schwierig. Ich esse schon immer sehr gerne und bin dabei aber nichtmal sonderlich anspruchsvoll *s*
Was mich an dem Tagebuch auch gestört hat, war dieses "Gewese um so ein einfaches Thema". Aber nun muss ich ja zugeben, dass die Mengeneinteilung bei mir nicht ganz so einfach war und das Ding hilft dabei. Warum also nicht?!

Wie ich aus anderen Quellen höre, ist für viele nicht die Eintragedisziplin das schwierigste Thema sondern die Ehrlichkeit sich selber gegenüber.

Bei solchen Tagen wie dem Nachbarschaftsfest oder den vielen Geburtstagseis (wie bildet man den Plural von Eis? *hm*) hätte manch einer - wurde mir berichtet bzw. gestanden - einfach was weggelassen. Um die "häßliche Zahl" (damals irgendwas über 130%) nicht sehen zu müssen und sich das nicht einzugestehen.

Das Problem habe ich nun wieder gar nicht. Wenn ich mir das merken kann, dann schreibe ich das hin. Nenne das dann übrigens auch nicht "Sünde", auch nicht für mich selber innerlich. Empfinde es auch nicht als was schlimmes - wie ich es sonst überall oft höre. Vielleicht hängt an diesem Wort viel von dem, was die Ehrlichkeit erschwert. Beichten ist ja auch nicht ganz einfach. Ich habe es schon früh verweigert ;)

Aber: "kann denn Essen Sünde sein?" *summ* ;)

Anonym hat gesagt…

Lizzy, Du hast für Dich den optimalen Weg gefunden dazu kann man Dir nur gratulieren. :-) Viele schaffen es leider nicht. Ich stimme Dir voll und ganz zu, daß Essen was Feines ist. Da kann ich mitreden, wobei ich Glück habe, daß man Körper in der Hinsicht pflegeleicht ist. Wünsche Dir weiterhin viel Spaß beim Essen.

Tschö

lizzy hat gesagt…

Ah Sam,

nachdem ich dich wagemutig dem Höllenhund aus den Zähnen gerissen habe :) muss ich sagen: ich hab's ja auch lange nicht hinbekommen. Fand es immer viel schwerer, ein Kilo auf Dauer abzunehmen als z. B. einen Marathon zu laufen. Das ist dagegen Kinderkram, wenn man schon in frühesten Babytagen auf ein völlig falsches "Wohlfühlgewicht", das sich irgendwann ja einpendelt, programmiert wurde.

Nun ersetzt - ich hoffe, das klappt auch langfristig - das Tagebuch ein natürlich nunmal nicht vorhandenes Gefühl für die richtige Menge. Das war und ist nämlich das Manko bei mir. Irgendwelche sonstigen "Probleme" wie Fressattacken der krankhaften Art, Hang zu Junkfood oder sowas hatte ich ja nie. Eigentlich immer ein sehr freundliche-entspanntes Verhältnis zur Ernährung.
Wenn das jetzt erhalten bleiben kann und trotzdem auch die Blutwerte in einem Bereich bleiben, der gesundheitlich unbedenklich ist, dann war es im Grunde leichtes Spiel.

Viele Menschen haben ja schon von der Ausgangslage noch viel gravierendere Probleme, die sie überwinden müssen und mein Verständnis ist ihnen gewiss. Es ist ein wirklich nicht ganz einfaches Thema, das mit Ratio alleine nicht greifbar wird.

Jörg hat gesagt…

Also ich finde das ganz schön bewundernswert. Hilft sicher beim Laufen, wenn man einige große Wasserflaschen weniger Gewicht hat.

lizzy hat gesagt…

Jörg, morgen wollte ich den ersten richtigen Test wagen ;)

Hier, wo ich im Moment bin, isses allerdings noch ganz schön sommerlich und für morgen volle Sonne angesagt. Was ich mag. Läuferisch kann ich aber besser mit Kälte und der Lauf startet mittags. Schonmal ein paar Ausreden zurechtlegen ... ;) Schaunmer mal.

Anonym hat gesagt…

Hallo Lizzy,
Glückwunsch zu den verlorenen Pfunden und ebenfalls meinen Respekt für's Durchhalten beim Eintragen. Ich bin schon ewig bei fddb angemeldet und hab noch keine einzige Kalorie eingetragen.
Deinen Blog verfolge ich schon lange, du bist bei meinen Favoriten gespeichert. Ich hab auch bei deinnem Projekt "Mit 50 unter 50" mitgefiebert, ich glaube, ich hab damals auch mal einen Kommentar reingeschrieben.
Kann sein, daß ich auch beim Nikolauslauf dabei bin, wenn nicht laufend, dann bin ich meistens an der Strecke und brülle die Läufer den letzten Berg hoch.
Gruß aus Reutlingen
Sigrid

lizzy hat gesagt…

Hallo Sigrid,

Ich freu' mich, wenn sich auch mal wieder eine neue (oder eben auch nicht neue sondern treue aber leisere ;) Mitleserin kurz zu Wort meldet. Schön! Muss ja gar nicht sein, dass jemand immer was dazuschreibt aber mal so ein freundliches "Hallo, ich lese mit" wie jetzt von dir, das freut vermutlich jeden Blogschreiber. Danke dafür :o)

Den "50" bin ich auch heute wieder nicht so wirklich naha gekommen ... aber dabei trotzdem sehr zufrieden. Mehr dazu im nächsten Beitrag (was auf'm iPad bekanntlich etwas mühsamer wird ... mal sehen, ob's heute noch was wird ...)

Monika hat gesagt…

Hi Lizzy,

ich glaub das probiere ich auch einmal! Du sagst Du legst Dir keine Verbote auf. Hast Du denn auch Bananen gegessen oder standen die bei Dir auf der "schwarzen" Liste (5 Lebensmittel, die man meiden sollte)?

Viele Grüße
Monika

lizzy hat gesagt…

Monika, willst du probieren, damit zuzunehmen? ;) Das letzte Mal, das wir uns über den Weg gelaufen sind, dürfte zwar ein Jahr her sein. Aber damals hätte ich dich eher als einen Ticken untergewichtig eingeschätzt. In einem Jahr kann sich aber natürlich auch ordentlich was ändern.

Was spricht übrigens gegen Bananen? *grübel* Dir esse ich zwar eher selten. Was aber daran liegt, dass mir an ihnen eher wenig liegt. Bin nicht so der Bananenfan. Auf meiner schwarzen Liste, wenn man das so nennen mag, stehen nur Dinge, die ich nicht gerne esse. So viele gibt' davon gar nicht. Aber gerade hier und heute hätte ich ein Beispiel. Bin gerade Gesellschafterin meiner 85jährigen Mutter, die - vor 4 Wochen nach Oberschenkelhalsbruch und Einbau einer neuen Hüfte zwar schon wieder fast wie ein junges Reh die Treppen runterrennt (ich sterbe zuguckend 1000 Tode und weiß nun, dass meine eigene Sturheit nicht ausschließlich den väterlichen Erbteilen entstammt ;) - nicht alleine sein sollte über längere Zeit aber mein Bruder samt Schwägerin mussten heute für eine Woche weg. Meine Schwägerin, ich weiss, sie meinte es nur gut, hatte uns einen Pott Eintopf mit Gemüsesorten, die ich zerkocht nun wirklich nicht mag. Sonst hätte ich vielleicht schon aus Höflichkeit und damit es nicht weggeworfen wird, davon gegessen. Jetzt nicht mehr! Kein hundertstel Prozentpünktchen an eine Kalorie, die mir nicht wirklich gut schmeckt.

*mit einem Glas Barolo zuprostend* ;)

Lizzy

Monika hat gesagt…

Hm. Muss was machen. Ich esse wenn ich Stress habe. Rein theoretisch weiß ich ja, was ich tun muss, um was an Gewicht zu verlieren. Habe mich bei fddb.de angeödet. Ich ertappe mich dabei, dass ich zunächst eintippe was ich gerne noch essen würde und gucke, welchen Einfluss das auf die Tagesbilanz hat, BEVOR ich es esse :-) Monika

Monika hat gesagt…

Nicht angeödet sondern angemeldet :-)

lizzy hat gesagt…

Hoffentlich war das kein Freud'scher Verschreiber ;)