10 April 2010

समाधि - Nomen est omen







Jetzt also doch!





SAMADHI, die Gottesverwirklichung

Es gibt diese Gottes-Kraft in zwei Formen (Licht und Ton!) in uns. Sokrates drückt es so aus: „Ich hörte einen Klang, der mich in eine neue Welt brachte!“ Plato bezeichnet es als die „Musik der Sphären“. Pythagoras nennt es die „Musik aller Harmonien“ und die „Wahrheit, die in Licht gekleidet ist“. Ähnliche Hinweise gibt es bei Zoroaster, in den Upanishaden und bei den Buddhisten. Lord Buddha rief in den letzten Tagen seines Lebens alle seine Schüler zu sich und fragte sie: „Wie erreicht ihr den diamantenen Samadhi?“ Und alle erwähnten das Licht und den Ton. Dann sagte Lord Buddha: „Mögen die kommenden Generationen wissen, dass das innere Hören der einzige Weg zum diamantenen Samadhi ist.“ Diese Dinge liegen also in uns. Es sind zwei (Formen), die Kraft des Sehens und die Kraft des Hörens. Wenn ihr nach innen geht, seht ihr zuerst Kerzenschimmer – ihr seht Licht, dann folgt der Ton. Durch das Licht könnt ihr sehen, wo ihr seid, und der Ton führt euch den Weg, den ihr gehen müsst. Es gibt Menschen, die versuchen, nur mit dem Licht zu gehen, doch dann werden sie von starkem Licht eingehüllt und wissen nicht, wie sie weitergehen sollen. Nur der Ton kann dort helfen und führen. (Sant Kirpal Singh)





Bisher dachte ich, der Name Samadhi (Überbewusstsein / höchste Stufe der Versenkung / Erleuchtung / Sammlung / grenzenloses Selbst), für den es fast unendlich viele Erklärungsversuche gibt, die meist darin münden, dass Samadhi nicht erklärbar sondern nur erfahrbar ist ... Samadhi sei doch eine eher unglückliche Namenswahl für meine reichlich exzentrische Katze gewesen.

Sie neigt zum Extremismus - schon immer! Inwzischen auch zu extremen Formen der Liebesbekundungen und Mitteilsamkeit - was uns gefällt! Wenn Samadhi etwas tut, dann mit Leidenschaft, spontan, übertrieben ... eine Diva, eine hyperaktive Koboldin, eine energiegeladene Herzensbrecherin, Schauspielerin und Selbstdarstellerin wie sie eine ist. Aber auch ungnädig und fordernd, wenn sie meint, nicht gebührend beachtet zu werden.

Sie hat mich tatsächlich erst vor kurzem relativ herzhaft - aber verletzungsfrei ;-) in den Hintern gebissen. Als ich meinte, ihre Spielaufforderungen ignorieren und am PC sitzenbleiben zu wollen. Sie schlich sich von hinten an und biss ganz ruhig und heimlich seitwärts am Stuhl - gerade so, wie sie ihn noch erreichen konnte durch die offene Lehne hindurch, herzhaft in meinen Allerwertesten.

Auf die etwas sanfteren Spielbegehren hatte ich nicht oder nur unwirsch abwimmelnd reagiert. Alle Versuche, sich strategisch ungünstig vor'm Monitor zu drapieren, wurden mit wegschieben quittiert, das beherzte Getrampel über die Tastatur mit ebenso beherztem Runterschmiss beantwortet ...

Sie verschwand dann im Off ... bis der unsanfte Biss in den Arsch mich eines Besseren belehrte. Samadhi ist hartnäckig und kennt kein Pardon! *Wähhhh* "Blödes Vieh! Bist du bekloppt?!" *kreisch* .... Endlich eine Reaktion von meiner Seite, die diese Bezeichnung auch verdient! Herrlich - was will Katz' mehr!?

Sprang dann mit Schlitzaugen und angelegten Ohren seitwärts tänzelnd durchs Zimmer. Klare Botschaft: "Komm doch! Beiß zurück du Trantüte. Lass uns ein bisschen kämpfen ..."

Hat alles irgendwie wenig von "Erleuchtung" und "höchster Versenkung", oder? Wieso meine ich also inzwischen, dass das doch noch was werden könnte? Erleuchtung fällt nicht vom Himmel - wissmer ja, gell!

Die Miez zeigt inzwischen - und sie war darin schneller als z. B. ich - mit zunehmendem Alter etwas spirituell angehauchte Züge. Zumindest, was ihren Musikgeschmack betrifft.

Die meisten Katzen mögen angeblich keine Musik. Und ich - obgleich nicht Katze - bin auch alles andere als musikalisch. Aber es gibt immer mal Phasen, in denen mir nach ein bisschen Hintergrund-Untermalung ist. Vor einiger Zeit waren es tibetische Mönchsgesänge und sobald ich sie auflegte (leise im Hintergrund), gesellte sich Samadhi zu mir und kuschelte sich tief entspannt in einen Sessel oder auf ihren Kratzbaum-Lieblings-Schlafplatz nah an der Musikquelle.

Läuft irgendwas "flotteres", lauteres - Radio, Musik aus dem Fernseher ... dann sucht sie meist das Weite. Aber Mönchsgesänge, Musik für Meditationen oder gregorianische Gesänge: Samadhi legt sich in Hörweite und entspannt! Während Gretchen sich verdrückt ... aber die ist erstens noch jung und zweitens heißt sie ja "Margarethe" und braucht keine Erleuchtung ;-)

Heute dann: Samadhi schlief nach einer durchgemachten Nacht mit Mäusefang und Streunerei (der Frühling zieht die Katzen im Morgengrauen mit Macht ins Freie - ab dem späten Vormittag schlafen sie dann tief und entspannt der nächsten Dämmerung entgegen) oben in ihrer Kratzbaumhängematte, als ich die neu erworbenen CD-Schätzchen zur Kochbegleitung einlegte. Gesänge und Messen von Palestrina.

Keine Minute später hörte ich Samadhis unverwechselbar energisches Getrampel die Treppe runter. Ich gucke, was sie so eilig runterlaufen lässt und sehe, wie sie zielsicher mitten ins Wohnzimmer (wo die Musikanlage steht) läuft, dort stehen bleibt und mit erhobenem Kopf neugierig und intensiv um sich schaut und lauscht. Möglicherweise dachte sie, es sei Besuch gekommen - das lässt sie sich nie entgehen ;-) - oder wollte einfach wissen, wo diese unbekannten Laute herkommen? (ihre Neugierde ist legendär).

Sie ortete schnell die Boxen als Musikquelle. Entspannte sich sichtlich, blieb noch eine kleine Weile lang lauschend und wie angewurzelt mitten im Zimmer stehen - um sich dann taktisch extrem günstig mitten in den Lautkegel zu legen und dort exakt so lange bewegungslos und scheinbar tief schlafend zu liegen, bis die CD durchgelaufen war.


Das wird noch was mit Samadhi und der Spiritualität. Und wenn ich ein Glück habe, lässt sie sogar mich ein bisschen daran teilhaben ;-)



Kommentare:

Blumenmond hat gesagt…

Lizzy, eine wunderbare Beschreibung. Irgendwie schon toll, aus der Ferne Deine Katzen mit ihren Charakteren kennen zu dürfen. Und das mit der Spiritualität wird was - war bei Dir bestimmt auch nicht immer so. ;-)

lizzy hat gesagt…

Das ist jetzt immer noch nicht immer so ;o)

Uschi M. hat gesagt…

Schön erzählt :-)

Ich habe seit letzten Donnerstag auch wieder den kleinen japanischen Kater zu Gast. Herrchen und Frauchen sind eine Woche nach Budapest gefahren. Ich wundere mich selbst, wie schnell ich den Kleinen in mein Herz geschlossen habe und Stefan geht es ebenso. Das Katerchen versteht es aber auch aufs Vorzüglichste, sich bei uns beliebt zu machen. Er ist mittlerweile sehr zutraulich, hat fast was hundeartiges an sich...
Morgen geht er aber wieder nach Hause. Und ich werde seine Herrschaften leider darauf hinweisen müssen, dass sie sich für längere Sommerurlaube eine andere Lösung suchen müssen. Ich bringe es nämlich nicht länger übers Herz, dem Kleinen dabei zuzuschauen, wie gern er doch nach draußen möchte. Aber das möchte ich bei einer bisher reinen Wohnungskatze dann doch nicht verantworten. Jedenfalls nicht bei einer Katze, die nicht mir gehört.

lizzy hat gesagt…

Hallo Uschi :-)

Katzen sind die besseren Psychologen, die verstehen es, Herzen zu erobern ;o)

Meine beiden haben übrigens auch viel "hundeähnliches". Wobei ich glaube, dass viele Katzen, die eng an den Menschen angeschlossen leben, davon viel haben. Samadhi geht z. B. liebend gerne mit uns ein bisschen spazieren. Nie "bei Fuß" - aber immer schön nahe dran. Und wenn man sich Müll schnappt und Richtung Tür geht, ist sie SOFORT zur Stelle, um ihn mit wegzubringen. Ob zum Müllhäuschen der hiesigen Wohnanlage oder weiter weg zum Altglas und Foliencontainer. Sie marschiert mit. Und beide Katzen tun nichts lieber als mir oder Volker draußen beim Arbeiten zu "helfen" - ob Gartenarbeit, Werkkram ... sie beobachten alles und springen gerne um einen herum.
In Hausnähe sieht man mich also inzwischen schonmal mit zwei Katzen im Gefolge rumlaufen.

Gehe ich zum Geschäft in der Nähe, kommen sie bis zum letzten Garten mit, der die Häuserzeile von einer großen Grünfläche abgrenzt, auf der oft viele Kinder und Hunde spielen. Dahinter dann die Ladenzeile, die ihnen keine Ausweichmöglichkeit und Schutz bietet. Daher bleiben sie dann im letzten Garten dirkt hinterm Zaun sitzen und warten dort, bis ich wiederkomme. Dann hüpfen sie elegant über's Törchen und dackeln (oder katzeln ;) wieder mit nach Hause.

Und reine Hauskatzen zu halten würde ich höchstens mit riesiger Dachterrasse o. ä. über's Herz bringen. Dann aber NIEMALS als Einzelkatze. Die verkümmern doch!

Uschi M. hat gesagt…

Ach ja, Nachtrag: Katerchen bekommt Ende April einen Gefährten. Die Besitzer haben sich ein norwegisches Waldkatzenbaby ausgesucht. Wasabi hatte ja nen Spielgefährten, der leider vor ein paar Monaten an dieser Katzenkrankheit FIP gestorben ist.

Nur weil du geschrieben hast, dass du ne reine Wohnungskatze niemals als Einzelkatze halten würdest ;-)

Martin hat gesagt…

Hätte ich nie gedacht, dass Katzen sich so, wie du eben beschrieben hast, verhalten. dass sie auf einen warten, mit einem gehen- toll. Das hat doch auch was für´s Herz, wenn man erwartet wird.

michi hat gesagt…

Sehr schön erzählt, auch oben die Texteinleitung gefällt mir sehr gut. Hierzu habe ich aber nur innere Gedanken, die ich nicht gut in Worte fassen könnte. Viele der Katzengeschichten fand ich bisher gut, aber diese hier hat etwas ganz Besonderes.

PS: Schade, dass es kein Video von der Attacke gibt *lach*

Pienznaeschen hat gesagt…

Der Name ist doch goldrichtig, jetzt sind die ersten Züge erkennbar und sie ist noch so jung ... ich freue mich auf weiter Geschichten aus dem Leben Deiner beiden Katzenmädchen.

lizzy hat gesagt…

Danke für die Nach-Info, Uschi :-) Die Norweger gelten ja als sehr verträglich und die Vergesellschaftung mit Katzenbabys ist meist ziemlich unproblematisch. Dann isser ja bald nicht mehr so unausgelastet, der Wasabi.

Martin, Katzen machen das eigentlich ziemilch oft. Die Katze meiner Kindheit war eine typische "wie-Früher-Katze": durfte zwar ins Haus - war aber nachts immer unterwegs mit Rückzugsort Schuppen. Und blieb auch mal Tage und Wochen einfach weg.
Trotzdem hat sie uns oft bei Spaziergängen begleitet. Manchmal Kilometerweit. Und in dem Toskana-Häuschen, wo ich schon zweimal mit Gruppe geurlaubt habe, da wohnte anfangs auch ein Kater, der gerne ein Stückchen mitmarschierte und dabei ausgiebig erzählte. Trotz Leben inmitten von Natur und Wald, draußen schlafen und freier Bewegungsmöglichkeit war er sehr auf Menschen gerichtet. Zahme Katzen sind einfach furchtbar neugierig, umtriebig und entgegen ihres Rufs auch ziemlich gesellig.

Michi, wenn ich geahnt hätte, was das Biest vorhat, hätte ich nicht gefilmt sondern verhindert ;)

Julia - sie werden kommen, die weiteren Geschichten. Ganz sicher :-D