24 September 2009

auf Droge

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Dieses unscheinbare Kraut, das ich heute gekauft und im Garten eingepflanzt habe, ist Katzenminze.



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... und der Name kommt nicht von ungefähr ....




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Gretchen kannte bisher nur ein schon ziemlich ausgenudeltes kleines gekauftes Spielkissen mit dem Zeug drin. Vermutlich war da eh kaum noch Wirkstoff dran zu erschnuppern. Die frische Pflanze war für sie eine ganz neue Dimension und ich fürchte, die wird nur kurz überleben - dann ist sie plattgeliebt.

Laut Literatur wirkt Katzenminze auf Katzen ähnlich wie Pheromone - also Sexuallockstoffe. Daher auch nur auf Katzen ab Geschlechtsreife und nur auf ca. 60% aller Katzen. Die letzten beiden Aussagen glaube ich schlicht nicht. Schon die wenige Wochen jungen Katzenkinder standen total auf das kleine abgenudelte Kräuterkissen und schnappten es sich reihum immer mal wieder, um dann verzückt die Näschen dran zu reiben. Und zwar ALLE.

Als Samadhi das Ding zum ersten Mal bekam, bin ich ziemlich erschrocken. Sie ist damals komplett abgedreht und ausgeflippt. Wälzte sich minutenlang wie irre am Boden, sprang dann wild und unkontrolliert durchs Zimmer, wurde sogar aggressiv und versuchte zu beißen ... bis sie nach einer Weile völlig stoned eine weiße Wand anglotzte.

Damals habe ich mich erstmal ausführlich erkundigt, ob das Zeug wirklich nicht schädlich ist. Angeblich wirklich nicht.

Die Wirkung "am Kraut" hält nur wenige Minuten an.





Anschließend reagiert jede Katze etwas anders. Gretchen tobt nicht und wird auch nicht aggressiv. Sie stand mit weiten Pupillen und erstaunten Augen ein Weilchen in der Botanik rum, schnupperte an diversen Gegenständen und Blüten ....





... um sich dann mit noch offenen Augen reaktionslos irgendwo auszuruhen ...






und dann noch etwas später in entspannten Tiefschlaf zu fallen (der aufmerksame Betrachter stellt evtl. fest, dass diese Mieze ungewöhnlich lang für ihre sonstigen Proportionen ist. Das ist keine optische Täuschung, sie ist tatsächlich unglaublich lang und wir fragen uns gelegentlich, ob sie einfach nur ziemlich groß wird oder eine Dackelkatze ;)


In den folgenden ca. 24 Stunden (ich glaube: eher etwas länger) wirkt das Kraut überhaupt nicht mehr. Also immer nur in größeren Abständen. Die Wirkung wird zwar mit der Zeit etwas schwächer, eine Sucht tritt aber wohl nicht ein und eine höhere Dosis braucht's auch nicht ;-)

Für Menschennasen ist übrigens nur ein sehr schwacher Minzegeruch wahrnehmbar und eine drogenähnliche Wirkung habe ich vom Geruch zumindest nicht bemerkt *s*

An Samadhi konnte ich die Reaktion noch nicht testen. Sie hat ihr Streunerleben wieder aufgenommen und ist unterwegs. Viele Stunden des Tages verbringt sie bei der Mäusejagd, in anderen Gärten, Vorgärten, auf Spielplätzen ... manchmal bekomme ich sie zu Gesicht und treffe sie unterwegs fast zufällig. Dann freut sie sich immer, kommt angesprintet, miaut mich an, unterhält sich ein Weilchen und geht dann wieder ihrer Tätigkeit nach.

Manchmal, wenn sie schon sehr lange - inzwischen schon wieder über 6 Stunden - weg war und ich gerade anfange, sie suchen zu wollen und mir Sorgen zu machen, da kommt sie um die Ecke - nicht selten mit einem lebenden Mitbringsel für ihre Tochter im Schnäuzchen.

Die beiden sind immer noch ein Herz und eine Seele. Schlafen zusammen nachts auf der halben Zwischenetage in unserem Schlafzimmer, kuscheln auch tagsüber oft Kurzschlafeinheiten auf Sofa oder Kratzbaum, Terasse und inNachbargärten. Auf kurze kleine Spaziergänge nimmt Samadhi das Gretchen mit, wenn sie sich auf Streunertour verzieht, schickt sie ihr Küken immer noch zuverlässig nach Hause.

Allerdings konnte sie vor einigen Tagen nicht verhindern, dass auch Gretchen erste Schreckenserfahrungen mit dem prügelnden Psychopathenkater von gegenüber machen musste. Ich habe ihn schon länger auf Beobachtungsposten lauern sehen - aber dann war es soweit. Unsere Kleine traute sich - wie in letzter Zeit sowieso schon - ein bisschen auch alleine aus dem Garten raus bis nach nebenan. Dort sah der Kater sie und wie üblich stürzte er sich hinterrücks auf sein Opfer und prügelte los. Es war ein Riesengeschrei, alle rannten raus und so verzog er sich zum Glück schnell. Gretchen war komplett geschockt, rannte nach Hause, verkroch sich starr auf ihrem Schlafplatz und reagierte auf uns überhaupt nicht.

Ein paar Haarbüschel fanden wir auf dem Weg, später sahen wir auch, dass sie ein kleines bisschen hinkte. Aber eine Wunde war nicht zu erkennen und so ließen wir sie in Ruhe.

Wo auch immer Samadhi gewesen ist, sie hatte das Geschrei offensichtlich ebenfalls gehört, kam vorsichtig sichernd aber eilig angerannt, sofort hoch zum Gretchen, wo sie sie abschnupperte, endlos lange ableckte, bis die Kleine endlich aus ihrer Starre auftauchte und laut zu schnurren begann. Samadhi ist an diesem Abend und in dieser Nacht kein einziges Mal mehr aufgestanden - die Streunereinheiten fielen aus. Aber irgendwann hörten wir von unten mal wieder verräterisches Schmatzen und Nuckeln - begleitet von lautem Stereogeschnurre. Sie hat das "Baby" ausnahmsweise nochmal wieder nuckeln lassen - versuchen tut's die Kleine ja oft, wird dann aber meist unwirsch abgeschüttelt. Nach so einem Schock darf's aber auch mal ein bisschen mehr und besonderer Trost sein ;-)


Das folgende Video ist schon von gestern - so sieht es aus, wenn die Mama nach Hause kommt und die beiden sich begrüßen.



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Wild gespielt und getobt wird ebenfalls täglich zusammen. Jede freut sich auf die andere - die Große braucht aber eindeutig auch immer ihre Rückzugszeiten und -orte.

Hört sich das an, als wären wir Menschen abgemeldet bei den Miezen? Völlig falsch! Gretchen ist inzwischen zur Hardcore-Schmuserin geworden. Sie möchte am liebsten immer irgendwen bei sich und an sich und um sich haben. Menschen sind auch okay :-D

Was ihre Mutter nie getan hat, das macht sie mit Begeisterung: sich auf meinen Schoß schummeln und dort unter reichlich Krauleinheiten einpennen.





Samadhi ist ebenfalls anhänglicher und körperbetonter geworden. Genießt gelegentliche Streicheleinheiten, will mehr als früher angefasst und umschmeichelt werden. Aber immer noch mit einer gewissen Sparsamkeit. Aus der zickigen Pubertätsdiva mit anschließendem Übermutterdasein ist eine fröhliche, ausgeglichene und wesentlich selbstbewusstere Katze - meine Königin - geworden. Auch anderen Katzen gegenüber. Früher haben alle auf sie draufgehauen und sie hatte vor allen Angst. Jetzt kommt sie mit den Kätzinnen der Nachbarschaft durchweg gut aus, bewegt sich hoheitsvoll auch in fremden Revieren, scheint einen ziemlich hohen Rang eingenommen zu haben. Den Kater Moritz - obwohl doppelt so schwer und groß - ärgert sie gerne auch mal, indem sie kleine Gegenstände aus "seinem" Garten abtransportiert und zu uns hinschleppt. Und das direkt vor seiner Nase, so dass er wütend hinter ihr hersprintet. Oder sie provoziert ihn, wenn er gemütlich vor seinem Haus unter dem Auto hockt, so lange, bis er sie ebenfalls verfolgt. Sie ist eben schneller und weiß das genau ;-)

Vor dem "Psychopathen" hat sie nach wie vor Angst - wie nunmal alle. Er ist auch unberechenbar. Aber keine Panik mehr wie früher - sie sichert und ist vorsichtig, wenn sie seine potenziellen Wege kreuzt. Aber dass er ihr das "zu Hause" vergällen konnte, das scheint vorbei zu sein.


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12 September 2009

schlaf Gretchen schlaf

Am Himmel ziehn die Schaf




Die Sternlein sind die Lämmerlein






Der Mond, der ist das Schäferlein.






Schlaf, Gretchen schlaf!



07 September 2009

Unser Freund, der Baum (ist zwar tot ... ;)

oder: alles für die Katz' :-D


bzw: die beiden Miezen sind dafür drumherum umso lebendiger!

Er war ein Volltreffer, der tote Baum aus dem Hunsrück. Die Katzen lieben ihn!




Und deshalb rückt die Clanchefin Samadhi den begehrten Astgabel-Chefinnenplatz auch selten raus.





Hier lässt es sich nicht nur gut rundgucken - die Gabel eignet sich durchaus auch als Ruheplätzchen.







Der Nachwuchs spielt also meistens - und offensichtlich sowieso viel lieber - unten am Fuß des Stammes.





Aber natürlich muss das Margarethchen nicht immer nur sehnsuchtsvoll nach oben gucken





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Ab und zu ist der begehrte Platz frei und wird dann natürlich auch ein Weilchen lang okkupiert.





Aber meistens bleibt unsere Erdmännchen-Katze unten und guckt hier und da blöd aus der Wäsche ;o) Allerdings gewinnt das für Babykätzchen eher unharmonisch und kantig gewesene Gesichtchen mit dem Erwachsenwerden zusehens an Ausdrucksstärke und Charakter.





Die Kampfspiele werden zunehmend gleichberechtigter und beide Katzen haben unglaublichen Spaß daran. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt. Leider kommt es auch immer häufiger vor, dass die Mamakatze ihren Nachwuchs mitnimmt auf Streifzüge auch durch Nachbargärten. Natürlich muss das irgendwann so kommen ... aber ich bin eben bange vor dem Moment, wo sie auch auf die Straße ausweiten. Bisher unternimmt Samadhi die weiteren und längeren Touren noch alleine - die Kleine darf dann nicht mit und wartet tatsächlich brav zu Hause im eigenen Garten bis Mama wiederkommt.




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Am frühen Morgen - meist so gegen 5:00 Uhr - finden derartige wilde Hatzen auch in der Wohnung statt. Nicht selten unter Einbeziehung unseres Schlafzimmers ...

Aber wir (äh ... ursprünglich nur ich ;-) habe(n) es ja nicht anders gewollt ... ;o)