25 Dezember 2009

Holunder-Hagebutten-Rosenpunsch

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Damit mit dem weggen Schnee auch das Schneeposting von der Oberfläche verschwindet, soll's auch von mir einen weihnachtlichen Beitrag geben. Ein lecker' Rezept. Das Getränk ist alkoholfrei, sowohl warm als auch kalt unglaublich schmackhaft und vermutlich sogar einigermaßen gesund ;-)


Holunder-Hagebutten-Rosenpunsch

  • 1/2 - 1 Liter Hagebuttentee
  • 1/2 l roter Traubensaft
  • ca. 100 - 200 ml Holunderbeersaft
  • Kandiszucker oder Honig - je nach Geschmack (auch bzgl. der Menge)
  • 1 EL getrocknete Rosenblüten
  • 1 TL getrocknete Hibiscusblüten
  • 1 Zimtstange
  • einige Nelken
  • 1 Limette oder Zitrone oder Orange

Zubereitung:

Eine Tasse getrocknete Hagebutten (bevorzugt vom Lago die Tenno ;) wird mindestens 10 Stunden vor Verköstigung mit leicht warmem Wasser in einem Topf angesetzt, Zimt und Nelken dazu und erstmal in Ruhe gelassen. Später dann Kandiszucker, zerbröselte Rosenblüten und den getrockneten Hibiscus dazugeben und langsam bis an den Siedepunkt erhitzen (nicht kochen). Vom Herd nehmen bzw. in eine Teekanne oder ähnliches Behältnis umfüllen und dabei durchsieben. Holunderbeer-, Trauben-, Zitrusfruchtsaft und ggf. Honig dazugeben evtl. nochmal leicht erhitzen (z. B. auf'm Stövchen) und nach Geschmack heiß, warm oder auch kalt genießen. Auf dass es allen warm, fruchtig, licht und bunt in Magen und Herzen werden möge :-D





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28 November 2009

Cantuccini

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Cantuccini sind eigentlich ja gar kein Weihnachtsgebäck. In Italien werden sie rund ums Jahr gebacken, gekauft und gerne verputzt. Ich liebe sie! Aber hierzulande gibt es sie selten und wenn, dann nicht so lecker zu kaufen.

Und vor einer Weile - ich weiß gar nicht, warum und wie genau ich dort gelandet bin, fand ich auf der Rezepte-Seite von LIDL (ich glaube, ich habe mich hauptsächlich darüber gewundert, dass es dort eine Rezepteseite gibt und wollte nur mal kurz reingucken) ein Rezept für Cantuccine, das auch noch viele sehr gute Bewertungen bekommen hatte.

Spontan testete ich es und war derartig uneingeschränkt begeistert, dass ich es sofort (und jetzt auch für hier) geklaut und (jetzt schon zum zweiten Mal) nachgebacken habe. Und irgendwie ziemlich viel Weihnachtsflair haben die durch die Mandeln ja auch :-D




Hier ist es, das Rezept (jetzt wirklich befreit von Werbung - was gar nicht so leicht war ;)

Zutaten für ca. 40 Stück:



100 g Butter
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillin-Zucker
2 Eier
250 g Weizenmehl
1 TL Backpulver
150 g Mandelkerne


Zubereitung:

Butter, Zucker, Vanillin-Zucker und Salz cremig rühren. Eier zufügen. Mehl und Backpulver mischen und unterkneten. Mandeln unterheben. Teig auf wenig Mehl zu zwei 3 – 4 cm dicken Rollen formen, vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und etwas flachdrücken. Im heißen Ofen bei
175 °C ca. 20 Min. backen. Rollen 3 Min. abkühlen lassen, dann mit einem Messer in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden. Mit der Schnittseite nach oben auf das Blech setzen und weitere 12 – 15 Min. goldgelb backen.

Nach dem ersten Backdurchgang bröseln die ziemlich stark vor sich hin, was mich beim ersten Mal erschrocken hat. Ich dachte, da bliebe nachher kein heiles Stückchen übrig. Aber das, was dann heil bleibt, wird im zweiten Backgang wirklich fest und kompakt und die paar Brösel, die nunmal entstehen, schmecken ja auch ganz gut. Auf jeden Fall lange genug warten, bis nach dem ersten Backen die Scheiben geschnitten werden. Dann reduziert sich die Bröselei etwas.





Wer nur leicht süßes Gebäck mag, das zunächst ganz und gar unspektakulär wirkt, einfach und klar und ohne Schnörkel. Aber speziell, charaktervoll und aromatisch. Gebäck, das mit jedem Bissen leckerer wird und bei dem man kaum aufhören kann, weiterzuessen. Der sollte sie testen.

Bestimmt schmecken sie auch gut zum Kaffee - meiner Meinung nach haben sie aber etwas mild-fein-aromatisches, das sie als Teegebäck prädestiniert.

Weil es ja eine Art "Zwieback" ist, halten sie sicher in einer Dose verschlossen oder eingetütet eine ganze Weile. Was ihnen bei uns aber nix nützt - dazu sind sie viel zu lecker ;-)


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06 Oktober 2009

rollende Räder unter südlicher Sonne, Eisenwege im Fels und die perfekte Hagebutte vom Lago di Tenno

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Eigentlich ... in diesem Jahr enthalten so ziemlich alle Ideen, Vor- und Nachbetrachtungen, Urlaubspläne und -ausführungen ein "Eigentlich". Aber wenn denn auch mal streckenweise nicht alles rund laufen will, dann nimmt frau's eben eckig und kantig und umschifft oder umrollt - dann wieder mit runden Rädern - die Tücken und Ösen.

Denn: Eigentlich wollte ich mit dem Rad zum Gardasee fahren. Hab' ich auch getan - aber nicht wie geplant schon eine Woche im Voraus ab München, sondern etwas abgespeckt nur die letzten ca. 70 km ab San Michele all’Adige im Trentino.

Hier starten die Kletterer zu ihrem ersten Klettersteig aus der etwas anspruchsvolleren Kathegorie, die ich - noch dazu in meinem immer noch nicht völlig fitten Zustand - lieber meide.





Ein kleines Straßenstück lang muss ich mir den Weg mit "normalem Straßenverkehr" teilen ...





... bevor ich auf den bestens ausgeschilderten und durchgängig komfortablen Etschtalradweg treffe. Jeder Kilometer ist einzeln ausgeschildert, die Strecke penibel markiert mit Schildern, Verlaufs-Icons ... lediglich einmal in Trient verliere ich an einer riesigen Baustelle die Spur und irre etwas verwirrt durch die engen italienischen Straßen, bis der Radweg wieder auftaucht und gewohnt luxoriös weiterverläuft.




Er schlängelt sich meist entlang des Wassers der Etsch (l'Adige), die man gelegentlich auch rauschen und plätschern hört ...




Aber eher selten - denn meist wird das Wasser übertönt vom Rauschen des Verkehrs, der auf Straßen und Schienen durch die enge Hauptader unablässig nach Italien strömt. Außerdem ist wohl kein Quadratmeter des fruchtbaren Etschtals ungenutzt. Obstplantagen (hauptsächlich Wein und Äpfel), mannigfaltige Industrien jeglicher Couleur und Bergbau (Kieshalden, Steinbrüche ...) prägen Bild und Ton im Etschtal.





Natürlich begegnen mir auch viele Läufer und Rennradler sowie Mountainbiker überholen mich. Die Italiener sind ein sportliches Völkchen und auch Urlauber und Touristen sind - trotz Nachurlaubszeit und Wochentag - reichlich unterwegs. Was mich keineswegs stört. Ich genieße das sonnige Wetter, die Bergwelt um mich, die Tatsache, dass ich auf leichter und leicht abschüssiger Strecke Richtung Gardasee radle.

Und als dieser schon auf der Etschtalstrecke gesondert angekündigt wird, bin ich guter Dinge, ihn ohne umständliches Kartenlesen, Leute fragen und durch die Lande irren auch finden werde.




Dass ich mich hier in Fahrradsportwelten bewege, zeigen auch diverse Kunstobjekte an der Strecke.

Auch von Rovereto nach Nago oberhalb Torboles am Gardasee führt ein durchgängiger Radweg. Einige Kilometer auch bergauf über einen Bergpass aber das nahe Ziel vor Augen belastet mich selbst diese kleine Anstrengung kaum.

Als ich von Nago aus auf den im abendlichen Dunstschleier vor mir liegenden Gardasee schaue, geht mir das Herz auf, die Augen über und scheinbar wabert dadurch etwas Dunst auch in die Hirnmasse ... denn: anstatt bequem die Straße runterzuradeln (der offizielle Radweg endet hier), sehe ich eine Fahrradausschilderung in grob diese Richtung bergab. Erinnere mich, flüchtig etwas von "Alternativstrecke für Mountainbiker" gelesen zu haben und denke: "Ach, das geht sicher auch" - frage nicht nach sondern finde mich kurze Zeit später irgendwo im Felshang über Torbole wieder.

Fahren für mein Tourenrad mit den schmalen Reifen komplett unmöglich. Als ich das erste Mal denke: "Ochnööö, jetzt haste schon soo viel Höhe abgebaut und das alles wieder hoch? Vieeeel zu umständlich ..." da wäre es auf jeden Fall noch bequemer gewesen, umzukehren und wieder aufzusteigen.

Aber nee - Frau Lizzy latscht natürlich weiter bergab über kantige Bruchsteine, Steilhänge, bei denen selbst das Schieben des Rades fast unmöglich ist ... und dann ändert der Weg auch noch die Richtung ... Nojo - wie gesagt: wenn's nicht rund läuft, schieben wir's eben kantig und so kostet mich der kleine Verirrer, der mich in Arco aus dem Felshang spült, ungefähr ein zusätzliches Stündchen und einige Nerven und Schweisstropfen.

Die ebenfalls schweißgetränkten Klettersteiger sind etwas vor mir im Quartier und bereits geduscht. Hunger haben jedenfalls alle und lassen den Abend gemeinsam bei Riesenpizzen und Gelati ausklingen.





Nu bin ich also in bella Italia am Gardasee, habe mich dazugeschummelt zur Gruppe der Klettersteigwilligen um Reinhold Forster, die mit ihm gemeinsam einige bisher unbekannte oder auch etwas "besondere" Klettersteige gehen wollen.

Ich wollte ja eigentlich nicht. Zu lange her die Kletterei, zu schlapp und schlaff im Moment und zu bequem ... ich wollte mich doch eigentlich eher ein bisschen erholen. Radeln, baden, urlauben und abends dann mit Volker und den anderen was essen und die Urlaubstage ausklingen lassen.

Eigentlich ... aber Volker und Reinhold meinten, ich solle doch mal ganz unverbindlich meine Klettersteigausrüstung mitnehmen und es würden ja auch einige leichte Steige auf dem Programm stehen ... und so lese ich mir im Klettersteigführer die Beschreibung zum "Via ferrata Gaetano Falcipieri" - hört sich eigentlich ganz gut an: Technisch einfach und lediglich konditionell anspruchsvoll ... werde schon wieder fit genug sein und die ca., 7 - 8 Stunden packen ... packe also die Klettersachen und schwinge mich - nach 1,5 Stunden Anfahrt - mit den anderen 9 Kletterern in den Via Ferrata, den Klettersteig (die Bildchen bitte großklicken, sonst sieht's zu popelig aus ;-)





Im Grunde stelle ich dann auch schnell fest, dass diese leichten Ausführungen von Klettersteigen mir großen Spaß machen und ich sie trotz jahrelanger Kletterabstinenz auch wieder gehen kann.





Frau Lizzy auf der Leiter - die ganz in weiß mit orangenem Rucksack - die von unten eigentlich ganz harmlos wirkt und auch beim Durchklettern nicht weiter dramatisch ist.





Den Blick zurück spare ich mir aber meist lieber - denn: ich bin absolut nicht schwindelfrei und sobald ich in große Tiefen und Abgründe sehe(n muss), fängt mein Gesichtsfeld an zu schwimmen und das Hirn wabert wie haltlos im Schädel umher. Blödes Gefühl eigentlich ... und es dauert immer einige Einheiten lang, bis es doch wieder etwas nachlässt, das Geschwindel und Gewaber ...





Aber schee isses schó!





Der Weg führt entlang spitzer und teils langgezogener Felsgrate und über 5 Gipfel.





Spiderlizzy beim Bezwingen des Felses ;-)






Die italienischen Gipfelkreuze fallen meistens deutlich bescheidener und unscheinbarer aus als die deutschen - aber Flair haben sie allemal.






Unterwegs massenhaft Edelweiße - ich bin fasziniert! Bisher kannte ich diese Blümchen nur aus Alpengärten und künstlich angepflanzt auf Alpenlehrpfaden und wusste, dass sie zu den seltenen und geschützten Pflanzen zählt.

Früher war es ein Liebeszeichen und Beweis der Tapferkeit eines jungen Mannes, wenn er seiner Auserwählten ein Edelweiß brachte - denn diese wachsen eben nur an unwegsamen Stellen im Fels, zu denen es aufzuklettern gilt. Und nun wachsen hier um mich herum reichlich wilde Edelweiße und machen mich ganz ehrfürchtig.




Diesen ziemlich weit abseits regelrecht versteckten Steig, der hauptsächlich von Einheimischen gegangen wird, hätten wir ohne ihn wohl nie gefunden: Reinhold Forster - der Leiter und Organisator der Tour.





Die Landschaft ist bezaubernd und beeindruckend. Durchgängig!





und der Abstieg führt mit Hilfe notwendiger Taschen- und Stirnlampen über die Straße der 52 Tunnel (die in gigantischer Arbeit nur für den 1. Weltkrieg in den Fels geschlagen wurden) lang und Fußsohlen-erhitzend zurück zu den Autos.





Froh und glücklich bin ich, dass ich mich dazu entschlossen habe, den Klettersteig mitzugehen.

Aber am nächsten Morgen wache ich mit derartig schmerzenden Gelenken und Muskeln auf, dass es sich anfühlt, als wäre ich in der Nacht noch einen weiteren Klettersteig entlanggeklettert. So richtig fit und konditionell in früheren Höhen bin ich noch nicht und lege mich - während die richtigen Kletterer gen "Via Ferrata Che Guevara" aufbrechen - nach dem Frühstück nochmal ins Bett, um mir anschließend mein Radl zu schnappen und mit Buch bewaffnet relativ ungeplant einfach loszuradeln.





Sonne, Palmen, Pinien, Zypressen, ein See und Berge ... isch glaub', isch bin in Italien :-D






Jetzt könnt' ich ja eigentlich gemütlich unten am Gardasee bleiben und mir ein feines Plätzchen suchen. Aber wenns mal so richtig rund ist rundum ... dann muss ich irgendwie eine Kante suchen ;-) und radele folglich los Richtung Berge und finde mich - eigentlich irgendwie ungeplant - auf einer kleinen Serpentinenstraße wieder, die zum ca. 500 Meter höher gelegenen Lago di Tenno führt.




Puh - so im zweiten Gang bergauf zu trampeln ist irgendwie doch auch ein bisschen anstrengend ...




Am smaragdgrünen See (eigentlich nur eine Pfütze vergleichsweise - darin aber, siehe Foto, massenhaft Fische) allerdings ist ziemliche Ruhe und nur wenige Menschen hat's jetzt in der Nachurlaubszeit hierher verschlagen. Dabei ist immerhin Sonntag und das Wetter prächtig.





Jetzt verlässt mich das Bedürfnis nach Kanten und Ecken - und so breite ich mein Badetuch auf den spitzen Steinen aus, baumele die Beine ein bisschen in den See, lese, esse, trinke, döse ... und breche einige Stunden später wieder auf zur Rückfahrt.





Bis ich IHN sehe! Den schönsten aller Wildrosensträucher, der mir jemals begegnet ist. Vor Berg- und Seekulisse präsentiert er über und übervoll behanten die prallsten, rotesten und makellosesten Hagebutten, die ich je gesehen habe.

Eine Stunde lang pflücke ich und pflücke und pflücke die Regenschutzhülle meines Rucksacks voll, werde mehrfach - auf italienisch, denn wer außer einer Einheimischen würde hier am Lago die Tenno Hagebutten ernten ;-) gefragt, ob ich Marmelade daraus kochen oder sie sonstwie verwerten will ... ?

Dem Strauch sieht man hinterher den Früchteraub kaum an - so voll hängt er - und für nahrungssuchende Tiere wird im Winter noch genug übrig sein. Ich bedanke mich bei ihm für die schöne Gabe, hoffe, ihn irgendwann im Frühling in voller Blüte bewundern zu können und verabschiede mich. Wissend, dass meine Wintertees mich an Italien erinnern werden in diesem Jahr.






Montag - Rückfahrtstag. Geplant von den Klettersteigern: der "via ferrata Rio Sallagoni" kurz hinter Arco und damit schon fast auf dem Weg nach Hause.

Den habe ich noch sehr gut in Erinnerung. Denn: diesen sind Volker und ich beide schon gegangen als letzten und anspruchsvollsten unseres Klettersteigkurses im Frühling 2007. Auch die anderen Teilnehmer kennen ihn fast alle schon - aber er ist relativ kurz und bietet sich daher als "Abschlussschmankerl" an.





Immerhin wusste ich: ich habe ihn damals geschafft. Aber ich wusste auch: damals wurde mir gesagt, dass ich nicht kleiner hätte sein dürfen, sonst ginge es nicht. Und gewachsen bin ich inzwischen ganz sicher nicht. Weiterhin erinnerte ich mich an schwierige Stellen, bei denen mir die Hände fast abzufallen drohten vor Anstrengung und die Knie schlackerten vor Angst.

Jo, die Stellen gab's immer noch :-) und die Knie erkannten beide kritischsten schon von weitem wieder und schlackerten ein bisschen. Aber nur ein bisschen und dann gings total flott drüber.




Und auch der "Abenteuerspielplatz im Canyon" mit Kletterseil und glitschigen Stufen machte mir diesmal einen Heidenspaß.





Gut zwei Stunden später allerdings hieß es schon wieder: Ausrüstung ausziehen, verstauen, Abstieg zu den Autos und ab zurück nach München.

Summa summarum waren die 4 Tage total rund :o)


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24 September 2009

auf Droge

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Dieses unscheinbare Kraut, das ich heute gekauft und im Garten eingepflanzt habe, ist Katzenminze.



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... und der Name kommt nicht von ungefähr ....




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Gretchen kannte bisher nur ein schon ziemlich ausgenudeltes kleines gekauftes Spielkissen mit dem Zeug drin. Vermutlich war da eh kaum noch Wirkstoff dran zu erschnuppern. Die frische Pflanze war für sie eine ganz neue Dimension und ich fürchte, die wird nur kurz überleben - dann ist sie plattgeliebt.

Laut Literatur wirkt Katzenminze auf Katzen ähnlich wie Pheromone - also Sexuallockstoffe. Daher auch nur auf Katzen ab Geschlechtsreife und nur auf ca. 60% aller Katzen. Die letzten beiden Aussagen glaube ich schlicht nicht. Schon die wenige Wochen jungen Katzenkinder standen total auf das kleine abgenudelte Kräuterkissen und schnappten es sich reihum immer mal wieder, um dann verzückt die Näschen dran zu reiben. Und zwar ALLE.

Als Samadhi das Ding zum ersten Mal bekam, bin ich ziemlich erschrocken. Sie ist damals komplett abgedreht und ausgeflippt. Wälzte sich minutenlang wie irre am Boden, sprang dann wild und unkontrolliert durchs Zimmer, wurde sogar aggressiv und versuchte zu beißen ... bis sie nach einer Weile völlig stoned eine weiße Wand anglotzte.

Damals habe ich mich erstmal ausführlich erkundigt, ob das Zeug wirklich nicht schädlich ist. Angeblich wirklich nicht.

Die Wirkung "am Kraut" hält nur wenige Minuten an.





Anschließend reagiert jede Katze etwas anders. Gretchen tobt nicht und wird auch nicht aggressiv. Sie stand mit weiten Pupillen und erstaunten Augen ein Weilchen in der Botanik rum, schnupperte an diversen Gegenständen und Blüten ....





... um sich dann mit noch offenen Augen reaktionslos irgendwo auszuruhen ...






und dann noch etwas später in entspannten Tiefschlaf zu fallen (der aufmerksame Betrachter stellt evtl. fest, dass diese Mieze ungewöhnlich lang für ihre sonstigen Proportionen ist. Das ist keine optische Täuschung, sie ist tatsächlich unglaublich lang und wir fragen uns gelegentlich, ob sie einfach nur ziemlich groß wird oder eine Dackelkatze ;)


In den folgenden ca. 24 Stunden (ich glaube: eher etwas länger) wirkt das Kraut überhaupt nicht mehr. Also immer nur in größeren Abständen. Die Wirkung wird zwar mit der Zeit etwas schwächer, eine Sucht tritt aber wohl nicht ein und eine höhere Dosis braucht's auch nicht ;-)

Für Menschennasen ist übrigens nur ein sehr schwacher Minzegeruch wahrnehmbar und eine drogenähnliche Wirkung habe ich vom Geruch zumindest nicht bemerkt *s*

An Samadhi konnte ich die Reaktion noch nicht testen. Sie hat ihr Streunerleben wieder aufgenommen und ist unterwegs. Viele Stunden des Tages verbringt sie bei der Mäusejagd, in anderen Gärten, Vorgärten, auf Spielplätzen ... manchmal bekomme ich sie zu Gesicht und treffe sie unterwegs fast zufällig. Dann freut sie sich immer, kommt angesprintet, miaut mich an, unterhält sich ein Weilchen und geht dann wieder ihrer Tätigkeit nach.

Manchmal, wenn sie schon sehr lange - inzwischen schon wieder über 6 Stunden - weg war und ich gerade anfange, sie suchen zu wollen und mir Sorgen zu machen, da kommt sie um die Ecke - nicht selten mit einem lebenden Mitbringsel für ihre Tochter im Schnäuzchen.

Die beiden sind immer noch ein Herz und eine Seele. Schlafen zusammen nachts auf der halben Zwischenetage in unserem Schlafzimmer, kuscheln auch tagsüber oft Kurzschlafeinheiten auf Sofa oder Kratzbaum, Terasse und inNachbargärten. Auf kurze kleine Spaziergänge nimmt Samadhi das Gretchen mit, wenn sie sich auf Streunertour verzieht, schickt sie ihr Küken immer noch zuverlässig nach Hause.

Allerdings konnte sie vor einigen Tagen nicht verhindern, dass auch Gretchen erste Schreckenserfahrungen mit dem prügelnden Psychopathenkater von gegenüber machen musste. Ich habe ihn schon länger auf Beobachtungsposten lauern sehen - aber dann war es soweit. Unsere Kleine traute sich - wie in letzter Zeit sowieso schon - ein bisschen auch alleine aus dem Garten raus bis nach nebenan. Dort sah der Kater sie und wie üblich stürzte er sich hinterrücks auf sein Opfer und prügelte los. Es war ein Riesengeschrei, alle rannten raus und so verzog er sich zum Glück schnell. Gretchen war komplett geschockt, rannte nach Hause, verkroch sich starr auf ihrem Schlafplatz und reagierte auf uns überhaupt nicht.

Ein paar Haarbüschel fanden wir auf dem Weg, später sahen wir auch, dass sie ein kleines bisschen hinkte. Aber eine Wunde war nicht zu erkennen und so ließen wir sie in Ruhe.

Wo auch immer Samadhi gewesen ist, sie hatte das Geschrei offensichtlich ebenfalls gehört, kam vorsichtig sichernd aber eilig angerannt, sofort hoch zum Gretchen, wo sie sie abschnupperte, endlos lange ableckte, bis die Kleine endlich aus ihrer Starre auftauchte und laut zu schnurren begann. Samadhi ist an diesem Abend und in dieser Nacht kein einziges Mal mehr aufgestanden - die Streunereinheiten fielen aus. Aber irgendwann hörten wir von unten mal wieder verräterisches Schmatzen und Nuckeln - begleitet von lautem Stereogeschnurre. Sie hat das "Baby" ausnahmsweise nochmal wieder nuckeln lassen - versuchen tut's die Kleine ja oft, wird dann aber meist unwirsch abgeschüttelt. Nach so einem Schock darf's aber auch mal ein bisschen mehr und besonderer Trost sein ;-)


Das folgende Video ist schon von gestern - so sieht es aus, wenn die Mama nach Hause kommt und die beiden sich begrüßen.



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Wild gespielt und getobt wird ebenfalls täglich zusammen. Jede freut sich auf die andere - die Große braucht aber eindeutig auch immer ihre Rückzugszeiten und -orte.

Hört sich das an, als wären wir Menschen abgemeldet bei den Miezen? Völlig falsch! Gretchen ist inzwischen zur Hardcore-Schmuserin geworden. Sie möchte am liebsten immer irgendwen bei sich und an sich und um sich haben. Menschen sind auch okay :-D

Was ihre Mutter nie getan hat, das macht sie mit Begeisterung: sich auf meinen Schoß schummeln und dort unter reichlich Krauleinheiten einpennen.





Samadhi ist ebenfalls anhänglicher und körperbetonter geworden. Genießt gelegentliche Streicheleinheiten, will mehr als früher angefasst und umschmeichelt werden. Aber immer noch mit einer gewissen Sparsamkeit. Aus der zickigen Pubertätsdiva mit anschließendem Übermutterdasein ist eine fröhliche, ausgeglichene und wesentlich selbstbewusstere Katze - meine Königin - geworden. Auch anderen Katzen gegenüber. Früher haben alle auf sie draufgehauen und sie hatte vor allen Angst. Jetzt kommt sie mit den Kätzinnen der Nachbarschaft durchweg gut aus, bewegt sich hoheitsvoll auch in fremden Revieren, scheint einen ziemlich hohen Rang eingenommen zu haben. Den Kater Moritz - obwohl doppelt so schwer und groß - ärgert sie gerne auch mal, indem sie kleine Gegenstände aus "seinem" Garten abtransportiert und zu uns hinschleppt. Und das direkt vor seiner Nase, so dass er wütend hinter ihr hersprintet. Oder sie provoziert ihn, wenn er gemütlich vor seinem Haus unter dem Auto hockt, so lange, bis er sie ebenfalls verfolgt. Sie ist eben schneller und weiß das genau ;-)

Vor dem "Psychopathen" hat sie nach wie vor Angst - wie nunmal alle. Er ist auch unberechenbar. Aber keine Panik mehr wie früher - sie sichert und ist vorsichtig, wenn sie seine potenziellen Wege kreuzt. Aber dass er ihr das "zu Hause" vergällen konnte, das scheint vorbei zu sein.


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12 September 2009

schlaf Gretchen schlaf

Am Himmel ziehn die Schaf




Die Sternlein sind die Lämmerlein






Der Mond, der ist das Schäferlein.






Schlaf, Gretchen schlaf!



07 September 2009

Unser Freund, der Baum (ist zwar tot ... ;)

oder: alles für die Katz' :-D


bzw: die beiden Miezen sind dafür drumherum umso lebendiger!

Er war ein Volltreffer, der tote Baum aus dem Hunsrück. Die Katzen lieben ihn!




Und deshalb rückt die Clanchefin Samadhi den begehrten Astgabel-Chefinnenplatz auch selten raus.





Hier lässt es sich nicht nur gut rundgucken - die Gabel eignet sich durchaus auch als Ruheplätzchen.







Der Nachwuchs spielt also meistens - und offensichtlich sowieso viel lieber - unten am Fuß des Stammes.





Aber natürlich muss das Margarethchen nicht immer nur sehnsuchtsvoll nach oben gucken





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Ab und zu ist der begehrte Platz frei und wird dann natürlich auch ein Weilchen lang okkupiert.





Aber meistens bleibt unsere Erdmännchen-Katze unten und guckt hier und da blöd aus der Wäsche ;o) Allerdings gewinnt das für Babykätzchen eher unharmonisch und kantig gewesene Gesichtchen mit dem Erwachsenwerden zusehens an Ausdrucksstärke und Charakter.





Die Kampfspiele werden zunehmend gleichberechtigter und beide Katzen haben unglaublichen Spaß daran. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt. Leider kommt es auch immer häufiger vor, dass die Mamakatze ihren Nachwuchs mitnimmt auf Streifzüge auch durch Nachbargärten. Natürlich muss das irgendwann so kommen ... aber ich bin eben bange vor dem Moment, wo sie auch auf die Straße ausweiten. Bisher unternimmt Samadhi die weiteren und längeren Touren noch alleine - die Kleine darf dann nicht mit und wartet tatsächlich brav zu Hause im eigenen Garten bis Mama wiederkommt.




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Am frühen Morgen - meist so gegen 5:00 Uhr - finden derartige wilde Hatzen auch in der Wohnung statt. Nicht selten unter Einbeziehung unseres Schlafzimmers ...

Aber wir (äh ... ursprünglich nur ich ;-) habe(n) es ja nicht anders gewollt ... ;o)